Raus aus der Verlustzone Gewinnsprung bei First Solar treibt Solarwerte

Endlich mal eine gute Nachricht aus der gebeutelten Solarbranche: Der US-Konzern First Solar, der sein Werk in Frankfurt schließen will, ist mit einem beachtlichen Satz zurück in die Gewinnzone gesprungen. Deutsche Solartitel profitieren davon.
First Solar Werk in Frankfurt an der Oder: Rund 1200 Mitarbeiter verlieren ihren Job

First Solar Werk in Frankfurt an der Oder: Rund 1200 Mitarbeiter verlieren ihren Job

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Tempe - Solarwerte sind am Donnerstag gefragt gewesen. Im TecDax  waren Solarworld  mit plus 4,50 Prozent der Favorit, gefolgt von SMA Solar mit einem Zuwachs von 3,38 Prozent.

Händler verwiesen auf positive Nachrichten von First Solar  als Triebfeder. Der US-Solarmodulhersteller verbuchte dank des Strategiewechsels hin zum Bau eigener Solaranlagen einen deutlichen Gewinnsprung.

Unter dem Strich lag der Gewinn bei 111 Millionen Dollar (91 Millionen Euro), teilte First Solar mit. Das war beinahe doppelt soviel wie im Vorjahreszeitraum und ein gewaltiger Sprung gegenüber dem Verlust von 449 Millionen Dollar im ersten Quartal. Der Umsatz schnellte auf 957 Millionen Dollar hoch. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war das ein Zuwachs von 80 Prozent und gegenüber dem ersten Quartal sogar von 93 Prozent.

Aufgrund der guten Geschäfte erhöhte First Solar seine Jahresprognose. Der Konzern rechnet nun mit einem Gewinn je Aktie zwischen 4,20 und 4,70 Dollar. Bisher hatte der größte Solarmodulbauer der USA vier bis 4,50 Dollar fürs Gesamtjahr in Aussicht gestellt.

Mit einer derart raschen Entspannung der Lage hatten die Börsianer nicht gerechnet. Nachbörslich kletterte die gebeutelte Aktie um 20 Prozent. First Solar leidet wie andere Spieler der Branche unter dem Preisdruck der chinesischen Konkurrenz sowie einer sinkenden staatlichen Förderung. Mehrere deutsche Hersteller sind bereits in die Insolvenz gerutscht.

Um Kosten einzusparen, hatte First Solar sich entschlossen, sein Frankfurter Werk zum Jahresende aufzugeben. Insgesamt 1200 Menschen verlieren ihren Job. Es gibt einen Sozialplan und eine Transfergesellschaft. Auch am Vertriebsstandort Mainz müssen zahlreiche Mitarbeiter gehen. Die finanziellen Belastungen aus der Schließung hatten maßgeblich zu dem hohen Verlust im Vorquartal beigetragen.

mg/dpa-afx/rtr
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