Standard & Poor's Rating-Riese bestätigt deutsche Bestnote

Erst haben die Moody's-Bonitätswächter der Bundesrepublik mit dem Entzug des Status' als Spitzenschuldner gedroht, dagegen stärkt Rating-Konkurrent S&P den Deutschen jetzt den Rücken: S&P hält an der Topnote fest. Deutschlands Wirtschaft habe seine Stärke bewiesen.
Brandenburger Tor in Berlin: Standard & Poor's vertraut Deutschland - noch

Brandenburger Tor in Berlin: Standard & Poor's vertraut Deutschland - noch

Foto: Robert Schlesinger/ dpa

Frankfurt am Main - Die führende Ratingagentur Standard & Poor's stärkt Deutschland in der Schuldenkrise den Rücken. Sie bestätigte am frühen Donnerstag die Spitzenbonität von "AAA". "Unserer Meinung nach hat Deutschland eine breit aufgestellte und wettbewerbsfähige Wirtschaft, die die Fähigkeit bewiesen hat, schwere wirtschaftliche und finanzielle Schocks zu verkraften", begründete S&P seine Haltung. Das Land habe sowohl die Wiedervereinigung gestemmt als auch die Rezession 2009 gemeistert.

In der Nacht zu Donnerstag attestierte Standard & Poor's Deutschland die Bestnote "Triple-A" und behielt den Ausblick "stabil" bei. Europas größte Volkswirtschaft verfüge über die Fähigkeit, möglichen finanziellen und wirtschaftlichen Schocks standzuhalten. Die Bewertung spiegele Deutschlands moderne, hoch diversifizierte und wettbewerbsfähige Wirtschaft wider.

Damit schlägt S&P andere Töne an als Rating-Wettbewerber Moody's, der in der vergangenen Woche mit Blick auf eine mögliche Überforderung Deutschlands in der Schuldenkrise den Ausblick von "stabil" auf "negativ" zurückgestuft hatte.

Stuft die Ratingagentur Moody's wie angedroht die Bonitätsnote für die Euro-Länder Deutschland, Luxemburg und die Niederlande tatsächlich herab, werden nur noch neun Staaten von allen drei großen Bonitätswächtern S&P, Fitch und Moody's mit dem begehrten "AAA" benotet. Das sind Australien, Dänemark, Finnland als einziges Euro-Mitglied, Großbritannien, Kanada, Norwegen, Schweden, die Schweiz und Singapur.

Ein gutes Rating ist am Kapitalmarkt wichtig. Je besser die Note, desto niedriger sind im Allgemeinen die Zinsen, die ein Schuldener zahlen muss. Deutschland gilt - noch - als sicherer Hafen in der Euro-Zone und kann sich zu entsprechend günstigen Konditionen Geld leihen. Jüngst war es Deutschland sogar gelungen, eine Staatsanleihe mit negativer Rendite unter die Investoren zu bringen. Im Klartext: Das Land zahlt weniger zurück als es sich geliehen hat.

Trotz der lobenden Worte rechnet auch S&P nur mit einem leichten Wirtschaftswachstum in Deutschland. Die Agentur rechnet in diesem Jahr und im nächsten Jahr mit einem Plus des hiesigen Bruttoinlandsprodukts von etwa einem Prozent. Deutschland schlage sich besser als andere "AAA"-Konkurrenten, hieß es weiter.

kst/dpa-afx
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