Börse Dax schließt auf höchstem Stand seit Anfang Mai

Angetrieben von der Hoffnung auf ein Einschreiten der Notenbanken ist der Dax am Montag auf den höchsten Stand seit Anfang Mai geklettert. Aktien der Deutschen Bank legen zu.
Händler in Frankfurt: Der Dax klettert über die Marke von 6700 Zählern

Händler in Frankfurt: Der Dax klettert über die Marke von 6700 Zählern

Foto: AMANDA ANDERSEN/ REUTERS

Frankfurt am Main - Die Kurserholung setzt sich fort: Der Dax (Kurswerte anzeigen) schloss am Montag auf Xetra g 1,2 Prozent höher bei 6774 Punkten. Bereits am Freitag und Donnerstag hatte der Index jeweils um 1,6 Prozent zugelegt.

Viele Marktteilnehmer hätten nun bereits einen erneuten Ankauf der Europäischen Zentralbank (EZB) von spanischen und italienischen Staatspapieren in die Kurse eingepreist, sagte Marktstratege Arkadius Materla vom Brokerhaus GKFX. Sollten die Risikoaufschläge nicht abnehmen und sich die Aussagen der EZB nur als leere Worte erweisen, dürfte sich die Ernüchterung an den Märkten schnell wieder breit machen.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte zuletzt betont, alles zur Euro-Rettung zu tun. Marktteilnehmer setzen daher auf ein baldiges Eingreifen der EZB und warten gespannt auf die an diesem Donnerstag anstehende Sitzung

Wall Street kaum verändert

An der Wall Street notierte der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) im frühen Handel 0,2 Prozent im Plus bei 13.088 Zählern.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte mit seinem Bekenntnis zum Euro bereits in der vergangenen Woche die Hoffnung auf ein stärkeres Eingreifen der Europäischen Zentralbank im Kampf gegen die Schuldenkrise genährt. Das Geschäftsklima in der Euro-Zone fiel unterdessen auf ein Zweijahrestief - auch diese Daten stärkten die Hoffnung auf einen Hilfseinsatz der Notenbanken in dieser Woche.

Die Notenbank entscheidet am Donnerstag über ihren weiteren Kurs. Viele Anleger erwarten, dass die EZB verstärkt Anleihen aus Krisenländern kaufen wird, um den Euro zu stützen.

Eine Auktion langjähriger italienischer Anleihen hat die Märkte außterdem gestützt. "Die Auktionen sind gut gelaufen,die Renditen sind niedriger als im Juni", sagte Chiara Manenti, Analystin bei der Intesa Sanpaolo. Auch Helaba-Analayst Ulrich Wortberg wertete die Emission als gelungen. "Die Hoffnung, das von Seiten der EZB etwas kommt, hat sicherlich zum Erfolg der Emission beigetragen", sagte er.

K+S, Lufthansa und Deutsche Bank an Dax-Spitze

Aktien von K+S sprangen nach überraschend vorgelegten Eckdaten zum zweiten Quartal zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit November 2011. Zuletzt kletterten sie um mehr als 3 Prozent. Ein Börsianer lobte die Resultate und sah den bestätigten Ausblick als beruhigend an, nachdem US-Konkurrent Potash Corp (Kurswerte anzeigen)am Donnerstag mit einer Gewinnwarnung negativ überrascht hatte.

Im Dax  folgten Papiere der Deutschen Bank (Kurswerte anzeigen) mit einem Kursgewinn von 2,3 Prozent der anhaltenden Erholung im europäischen Bankensektor.

Aktien der Lufthansa (Kurswerte anzeigen) profitierten von erfreulichen Zahlen des Konkurrenten Air France-KLM .

Henkel und Infineon etwas schwächer

Bei Henkel (Kurswerte anzeigen) und Infineon (Kurswerte anzeigen) dagegen machten sich negative Analystenkommentare jeweils mit Einbußen bemerkbar. Jefferies-Analyst Lee Simpson hatte Infineon (Kurswerte anzeigen) auf "Hold" abgestuft und dies mit der Sorge vor weiterem Ungemach aus dem chinesischen Auto- und Industriesektor begründet. Die Papiere verloren etwas mehr als ein Prozent.

Henkel (Kurswerte anzeigen) wurden von einer gestrichenen Kaufempfehlung durch die Société Générale mit 0,86 Prozent ins Minus gezogen. Die Experten halten das Kurspotenzial nach der zuletzt überdurchschnittlichen Kursentwicklung für begrenzt.

MDax: Gea legt Zahlen vor

Einziges Unternehmen mit Zahlen war am Montag die Gea Group (Kurswerte anzeigen)aus dem MDax . Eine enttäuschenden Auftragsentwicklung bei laut Händlern "insgesamt soliden Zahlen" erschwerte den Börsianern die Bewertung und so zeigten sich die Papiere wechselhaft: Nachdem sie zeitweise moderat nachgegeben hatten, legten sie zuletzt um etwas mehr als ein Prozent zu.

Gigaset brechen im TecDax ein

Im MDax rückten Rheinmetall (Kurswerte anzeigen) um 2,20 Prozent vor. Laut Händlern profitierten sie damit von einer Meldung im SPIEGEL, wonach Katar Interesse an deutschen Leopard-2-Panzern signalisiert hat. Rheinmetall kooperiert bei den Kampfpanzern mit dem Hersteller Krauss-Maffei Wegmann.

Im TecDax  kamen die Aktien von Gigaset mit einem Minus von rund 10 Prozent unter die Räder. Der Telefonhersteller hat wegen der anhaltenden Krise im Euro-Raum die Prognosen für 2012 gesenkt.

Ölpreise leicht gestiegen

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Montag kostete ein Barrel (159 Liter) am Freitag im Durchschnitt 102,92 US-Dollar. Das waren 1,45 Dollar mehr als am Donnerstag. Die Opec berechnet ihren durchschnittlichen Ölpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells

Euro knapp unter 1,23 Dollar

Der Euro  hat seine jüngsten Gewinne nicht halten können und ist zu Wochenbeginn wieder unter 1,23 Dollar gefallen. Die Gemeinschaftswährung notierte bei 1,2285 Dollar, nachdem sie am Freitag zeitweise auf ein Drei-Wochen-Hoch von 1,2389 Dollar gestiegen war.

Die Hoffnung auf ein stärkeres Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Eindämmung der Schuldenkrise hatte die Anleger zuletzt wieder beim Euro zugreifen lassen. Er hatte in der vergangenen Woche in der Spitze über zwei US-Cent zugelegt.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,06 Prozent am Freitag auf 1,10 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,14 Prozent auf 134,46 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,37 Prozent auf 143,43 Punkte.

la/dpa-afx/reuters
Verwandte Artikel