Anleger begeistert Aktien von Volkswagen haussieren

Die schnelle Übernahme von Porsche durch Volkswagen erfreut die Anleger: Die Aktien des Wolfsburger Konzerns legen deutlich zu. Porsche dagegen notieren inzwischen im Minus.
Logos von Porsche und Volkswagen: Die Firmenhochzeit lässt Anleger jubeln

Logos von Porsche und Volkswagen: Die Firmenhochzeit lässt Anleger jubeln

Foto: Bernd Weißbrod/ picture-alliance/ dpa

Frankfurt am Main - Die Aktien von Volkswagen sind am Donnerstag nach der Ankündigung der Übernahme des restlichen Porsche-Sportwagengeschäfts durch Volkswagen  kräftig angesprungen. Die im Dax gelisteten Vorzugsaktien von VW verteuerten sich um bis zu 6 Prozent auf 135,65 Euro. Die Anteile an der Porsche Holding SE  sprangen zunächst ebenfalls um 2,5 Prozent auf 43,00 Euro nach oben. Später drehten sie jedoch ins Minus. Mit dem Dax  insgesamt ging es am Nachmittag um 1,2 Prozent abwärts.

Börsianer nahmen den unerwartet frühen Abschluss des Deals positiv auf. Synergien sollten nun frühzeitig realisiert werden - das unterstütze die Aktien. VW hatte am Vorabend angekündigt, das Porsche-Sportwagengeschäft nach einer monatelangen Blockade komplett unter die eigenen Fittiche zu nehmen. Die Wolfsburger zahlen für die noch fehlenden 50,1 Prozent der Porsche AG rund 4,46 Milliarden Euro an die Porsche-Dachgesellschaft PSE. Das sind rund 600 Millionen Euro mehr als in der Grundlagenvereinbarung von 2009 festgelegt.

Mit dieser war der Weg für die Komplettübernahme bis 2014 vorbereitet worden. Nach Unternehmensangaben stecken hinter dem Zuschlag verschiedene Ausgleichsposten für künftige Synergien und der PSE bis 2014 zustehende Dividendenzahlungen.

Steuerersparnis per Trick

Insgesamt rechnet die PSE dank des Geschäfts mit einem einmaligen positiven Ergebniseffekt von sieben Milliarden Euro in diesem Jahr. Dabei spielen vor allem Bilanzierungseffekte eine Rolle. Volkswagen wird sogar wegen der Bewertungen einen Sondergewinn von 9 Milliarden Euro verbuchen. Die Liquidität allerdings sinkt zunächst. Insgesamt überweist Volkswagen für den Deal rund 7 Milliarden Euro - neben dem Kaufpreis begleichen die Wolfsburger Schulden von 2,5 Milliarden Euro beim Sportwagenbauer. Leisten können sie sich das locker - Ende März hatte VW 15,8 Milliarden Euro in der Kasse.

Kern des Deals ist, dass VW den grundsätzlich steuerpflichtigen Kauf der noch ausstehenden zweiten Hälfte der Porsche AG als eine Umstrukturierung ausweist und somit keine Steuern zahlen muss. Zu dem Zweck übertragen die Wolfsburger parallel eine VW-Stammaktie an Porsche.

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) bezeichnete die komplette Übernahme von Porsche als einen Meilenstein für VW auf dem Weg zum weltgrößten Autobauer.

Analyst Michael Punzet von der DZ Bank sieht nur einen geringen Einfluss des hohen Kapitalzuflusses bei Porsche auf die Aktien der Porsche SE. Er bleibe daher bei seiner Verkaufsempfehlung "Sell". Für Porsche-Papiere errechnet Punzet einen Fairen Wert von 34,00 Euro.

Für VW sieht der Analyst allerdings einen positiven Einfluss. Dieser resultiere mittelfristig aus der Integration des Sportwagenbauers in die VW-Gruppe. Entsprechend bekräftige Punzet seine Kaufempfehlung "Buy" für die VW-Vorzüge mit dem Fairen Wert 188,00 Euro.

cr/rtr/dpa

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