Börse Dax baut Gewinne deutlich aus

Robuste Konjunkturdaten aus den USA treiben den Dax nach oben. Der deutsche Leitindex baut trotz der Kursverluste von Infineon und Fresenius seine Gewinne aus. Auch an der Wall Street ist man erfreut über US-Häuserdaten.
Börse in Frankfurt: Nur ein kurzes Durchatmen vor dem Euro-Gipfel

Börse in Frankfurt: Nur ein kurzes Durchatmen vor dem Euro-Gipfel

Foto: dapd

New York / Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch nach unerwartet guten US-Konjunkturdaten und Gerüchten über ein chinesisches Konjunkturprogramm deutlich fester geschlossen. Der Dax  konnte am Nachmittag die 6200-Punkte-Marke überwinden und schloss mit 1,5 Prozent im Plus bei 6228 Punkten. Dies bedeutete gleichzeitig den Tageshöchststand.

Gute US-Konjunkturdaten sowie Gerüchte über ein mögliches Konjunkturprogramm Chinas hätten im späten Handel die Käufer wieder auf den Plan gerufen, sagte Marktexperte Johannes Bollongino von IG Markets.

Mit Spannung wird nun der am Donnerstag beginnende EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs erwartet.

Wall Street legt nach positiven Konjunkturdaten zu

Auch die US-Börsen kletterten weiter nach oben. Vor allem die Daten zu den aktuell laufenden Hausverkäufen, die im Mai auf den höchsten Stand seit zwei Jahren stiegen, bewerteten Händler positiv. Zuvor hatten bereits die US-Auftragseingänge für langlebige Güter die Stimmung an den Börsen gehoben.

Die Indizes Dow Jones (Kurswerte anzeigen) und Nasdaq Composite (Kurswerte anzeigen) notierten im Vormittagshandel fest im Plus. Bereits am Vortag hatte der Dow Jones mit Gewinnen auf Entspannungssignale vom US-Häusermarkt reagiert.

Die Euro-Krise hält jedoch auch die Wall Street weiter in ihrem Bann. Vor dem EU-Gipfel wagten sich nur wenige US-Anleger aus der Deckung, auch wenn sie nicht mit bahnbrechenden Ergebnissen der zweitägigen Beratungen rechneten. "Was da drüben passiert, ist wie ein Autounfall in Zeitlupe", sagte Robert Pavlik, Chef-Marktstratege bei Banyan Partners.

EU reduziert Strafe für Microsoft

Die Aktie von Microsoft (Kurswerte anzeigen)kletterte unterdessen um knapp 2 Prozent, obwohl der Softwaregigant im Kartellstreit mit der EU-Kommission eine Niederlage erlitt. Die vor vier Jahren verhängte Kartellstrafe wurde vom zweithöchsten EU-Gericht als rechtens bestätigt. Allerdings reduzierten die Richter das Bußgeld um 39 Millionen auf 860 Millionen Euro.

Google greift Apples iPad an

Google (Kurswerte anzeigen)schickt in Kürze zusammen mit dem taiwanischen Technologiekonzern Asustek einen eigenen Tablet-PC ins Rennen. Damit nimmt der Suchmaschinenbetreiber auch den Platzhirsch Apple (Kurswerte anzeigen)ins Visier. Die Aktie des Internetriesen gewann 0,8 Prozent, das Apple-Papier 0,3 Prozent. Der iPad-Hersteller errang zudem im Patentstreit mit Samsung (Kurswerte anzeigen)einen wichtigen Etappensieg.

Dax: K+S und Eon nach Hochstufungen gefragt

Einige Werte reagierten besonders stark auf Umstufungen: K+S wurden von Merrill Lynch zum Kauf empfohlen und auf die Empfehlungsliste "Europe 1" gesetzt. Die Aktien des Dünger- und Salzherstellers sprangen um 6,90 Prozent an die Dax-Spitze. Eon  verteuerten sich nach einer Hochstufung durch die HSBC um 4,25 Prozent.

Infineon rutscht nach Gewinnwarnung weiter ab

Bei Infineon (Kurswerte anzeigen) reagierten zahlreiche Analysten mit Abstufungen auf die gekürzte Gewinnprognose vom Vortag. Die Papiere rutschten um weitere 2,35 Prozent ab, nachdem sie am Dienstag bereits knapp 12 Prozent verloren hatten.

Aktien der Commerzbank (Kurswerte anzeigen) legten dagegen um 1,6 Prozent zu. Die Großbank kündigte am Vorabend an, die Geschäftsfelder Gewerbeimmobilien -Finanzierung und Schiffsfinanzierung zu schließen. Zudem überprüft die seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Bank sämtliche Geschäftsbereiche. Die Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen.

Rhön-Klinikum stürzen ab - Übernahme durch Fresenius in Gefahr

Im Aktien stürzten die Aktien von Rhön-Klinkum  ab. Kurz vor dem Abschluss der Übernahme durch Fresenius  gerät die Transaktion in Gefahr. Der Rhön-Konkurrent Asklepios Kliniken erwarb 5,01 Prozent der Anteile an dem Wettbewerber. Nach der Meldung knickten die Papiere des Krankenhausbetreibers Rhön zeitweise um fast 20 Prozent ein, zuletzt standen noch minus 12,3 Prozent zu Buche. Fresenius rutschten mit minus 2,68 Prozent ans Dax-Ende.

Euro schwächer

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,25 Prozent (Dienstag: 1,22 Prozent). Der Rentenindex Rex fiel um 0,08 Prozent auf 133,30 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,29 Prozent auf 141,11 Punkte.

Der Kurs des Euro sank ebenfalls. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,2460 US-Dollar notiert. Seit Mitte vergangener Woche hat er damit fast drei Cent verloren. Am Nachmittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2478 (Dienstag: 1,2475) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8014 (0,8016) Euro

Ölpreise leichter

Die Ölpreise haben zur Wochenmitte leicht im Minus notiert. Am Mittwochmorgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Kurswerte anzeigen) zur August-Lieferung 92,73 Dollar. Das waren 29 Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) sank im frühen Handel geringfügig um drei Cent auf 79,33 Dollar.

Seit Wochenbeginn haben sich die Ölpreise bei den Marken von 90 Dollar (Brent) beziehungsweise 80 Dollar (WTI) stabilisiert. Sie konnten damit ihre rasante Talfahrt der letzten Wochen zunächst stoppen. Händler nannten unter anderem den zuletzt recht stabilen Dollar-Kurs als wichtigen Grund.

Von New York bis L.A.: Wo die US-Häuserpreise wieder steigen

mg/dpa-afx
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