Dienstag, 21. Mai 2019

Börse Wie Anleger ihr Geld beschützen

Händler an der Wall Street: Je größer die Nervosität, desto größer die Schwankungen
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Händler an der Wall Street: Je größer die Nervosität, desto größer die Schwankungen

Wer auf Aktien setzt, wird derzeit schnell ausgekontert. Wegen der Unsicherheit vor dem Ausgang der Wahl in Griechenland zucken die Kurse nervös hin und her. Wie Anleger mit der stark gestiegenen Volatilität umgehen sollten.

Hamburg - Der Rasen ist zu trocken, moserte Vicente del Bosque, Trainer der spanischen Fußballnationalmannschaft. Und erklärte unter anderem damit das Unentschieden seiner Mannschaft gegen Italien. Eine einfache Erklärung für komplexe Zusammenhänge. Genau wie auf dem Börsenparkett.

Die Politik sei am Zug, erklären Anlageexperten. Seien es Euro-Bonds oder Finanzmarkttransaktionssteuer - Politiker sollen die Probleme lösen. "Die Politik ist gefragt", überschreibt zum Beispiel der Vermögensverwalters Johannes Führ eine aktuelle Studie. Doch weil Politiker in erster Linie nur ihren nationalen Interessen verpflichtet sind und auch die EZB bislang noch ihr Pulver trocken hält, geht es nur quälend langsam voran.

Doch die Märkte kennen keine Geduld, wie das Beispiel des Dax Börsen-Chart zeigen zeigt. Der deutsche Leitindex startete mit einer Kursrally ins Börsenjahr 2012, stieg von knapp 5800 auf gut 7200 Punkte. Doch dann bröckelten die Gewinne, bis dem Dax zuletzt im Vergleich zum Jahresauftakt nur noch ein Plus von 100 Punkten blieb. Und die Volatilität, die Schwankungsintensität der Börsenkurse also, betrug zuletzt 32.

Zum Vergleich: Im Jahr 1992 hatte die Volatilität den Wert von 14. Der Angstmesser an der Börse hat sich seitdem also mehr als verdoppelt.

Starke Schwankungen werden der Börse erhalten bleiben

"Generell spiegelt die Volatilität der Märkte die Unsicherheit der Anleger wider. Hierzu tragen auch die sich ständig ändernden Rahmenbedingungen bei, sei es durch die sich verändernden Vorgaben der Politik oder immer neue Hiobsbotschaften aus den Krisenstaaten", sagt Michael Schmidt, Leiter des Aktienfondsmanagements bei Union Investment. Und auch andere Gründe könnten eine Rolle spielen. "Kommt die Volatilität von den immer schneller werdenden Systemen, die weltweit spekulieren, oder kommt sie durch eine immer schnellere Berichterstattung, die die Marktteilnehmer zum schnelleren Verarbeiten von Informationen und somit zu schnellerem Handeln animiert", fragt Stefan Hölscher von der Stubenrauch & Hölscher Fondsberatung.

Oder hat es schlicht und einfach damit zu tun, dass Finanzkrisen zuletzt in immer kürzeren Zeitabständen eskalierten? Fakt ist: Anleger müssen mit der extrem gestiegenen Schwankungsbreite zurechtkommen wie die spanischen Fußballer mit dem Grün in Danzig. Kaufen und Halten hat ausgedient.

Geldanlage ist harte Arbeit. So barmte der Vermögensverwalter Henrik Leber jüngst gegenüber manager magazin, in einem irrationalen Umfeld würden rationale Konzepte nicht greifen. Kein Wunder also, wenn die Skepsis vor Aktien groß ist und sich vor allem kurzfristig orientierte Anleger an der Börse tummeln. Langfristig orientierte Investoren dagegen scheuen den nächsten Rücksetzer.

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