Höhere Zinsen Italien und Spanien im Visier der Märkte

Italien schafft den Hattrick mit Biegen und Brechen: Das Land hat drei Anleihen platziert, muss aber deutlich höhere Zinsen bieten als zuvor. Die Renditen für zehnjährige spanische Titel überschreiten die kritische Schwelle von 7 Prozent.
Geldbeschaffung wird zum Problem: Die Märkte misstrauen Spanien und Italien, für Anleihen müssen die Länder sehr hohe Zinsen bieten

Geldbeschaffung wird zum Problem: Die Märkte misstrauen Spanien und Italien, für Anleihen müssen die Länder sehr hohe Zinsen bieten

Foto: Frank Rumpenhorst/ picture alliance / dpa

Mailand - Italien muss im Sog der eskalierenden Euro-Krise immer höhere Renditen für frisches Geld zahlen. Bei einer Auktion von Anleihen mit Laufzeiten bis 2015 im Gesamtvolumen von drei Milliarden Euro wurden am Donnerstag Zinsen in Höhe von 5,3 Prozent fällig. Dies ist der höchste Wert seit Dezember. Zuletzt waren es nur rund 3,9 Prozent. Die Nachfrage war durchwachsen: Die Auktion war 1,6-fach überzeichnet.

Bei Anleihen mit Laufzeit 2019 und 2020 lag die durchschnittliche Rendite sogar jeweils bei rund 6,1 Prozent. Insgesamt sammelte Italien am Donnerstag 4,5 Milliarden Euro am Kapitalmarkt ein.

Die Emissionen stellten kurzfristig einen Erfolg dar, sagte Credit-Agricole-Analyst Peter Chatwell. "Aber der Trend bei den Renditen und Zinsaufschlägen erfordert ein Gegensteuern der politischen Entscheidungsträger." Selbst kurzfristig Geld zu leihen, wird für Italein immer kostspieliger: Am Mittwoch musst Italien bei einer Auktion von Papieren mit zwölf Monaten Laufzeit Zinsen in Höhe von 3,97 Prozent zahlen. Bei der letzten vergleichbaren Versteigerung am 11. Mai waren es noch 2,34 Prozent gewesen.

Seit klar ist, dass Spanien Finanzhilfen für seinen maroden Bankensektor beantragen will, ist auch Italien wieder stärker ins Visier der Märkte geraten. Das Mittelmeerland wird von manchen Marktteilnehmern bereits als nächster Kandidat für Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm gehandelt.

Die Ratingagentur Moody's hatte am Vorabend die Bonität Spaniens um drei Stufen auf "Baa3" gesenkt. Damit rangiert das Land nur noch eine Stufe über Ramsch-Status. Eine weitere Herabstufung sei außerdem denkbar, hieß es weiter. Zehnjährige spanische Staatsanleihen kletterten am Donnerstag zum ersten Mal über 7 Prozent. Diese Zinsniveaus gelten für die hoch verschuldeten Staaten langfristig als untragbar.

rei/rtr
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