Börse China-Hoffnungen stützen Dax und Dow

Das Vertrauen der US-Konsumenten sinkt deutlich - dennoch halten sich Dax und Dow klar im Plus. Hoffnungen auf Konjunkturimpulse aus China stützen vor allem die Autowerte. Aktien der spanischen Bankia stürzen dagegen weiter ab.
Händler in Frankfurt: Spanien und Griechenland stehen weiter im Fokus der Anleger

Händler in Frankfurt: Spanien und Griechenland stehen weiter im Fokus der Anleger

Foto: Boris Roessler/ dpa

Frankfurt am Main - Auf und Ab an der Börse: Der Dax  stieg am Dienstag Nachmittag zeitweise um 1,7 Prozent auf 6435 Punkte, gab im späten Handel jedoch einen Teil seiner Gewinne wieder ab und notierte zuletzt 1,2 Prozent im Plus bei 6401 Zählern. An der Wall Street legte der Dow Jones  unterdessen um 1,1 Prozent zu.

Für einen leichten Dämpfer sorgte am Nachmittag das Vertrauen der US-Konsumenten: In den USA hat sich das Verbrauchervertrauen im Mai kräftig eingetrübt. Der Index sei von revidiert 68,7 Punkten im Vormonat auf 64,9 Zähler gefallen, teilte das private Forschungsinstitut Conference Board am Dienstag in Washington mit. Das ist der tiefste Stand seit einem halben Jahr.

Dagegen gab es schon am Vormittag Unterstützung aus Fernost. Laut Regierungskreisen will China mit Zuschüssen beispielsweise den Autoabsatz auf dem Land ankurbeln. Zudem gibt es schon länger Spekulationen auf neue Infrastrukturprogramme im Reich der Mitte. "Rückenwind kommt heute vor allem aus China", fasste ein Händler in Frankfurt zusammen.

Sorge um Spanien: Bankia stürzt weiter ab

Sorgen bereitete den Börsianern unterdessen weiterhin die Situation in Spanien. Bankia setzten ihre Talfahrt fort und verloren 13,3 Prozent auf 1,18 Euro. Am Pfingstmontag waren die Papiere zeitweise um 30 Prozent abgestürzt.

Der Mutterkonzern des angeschlagenen Sparkassen-Konzerns, BFA, hatte am Montagabend seine Unternehmensergebnisse für 2011 korrigiert und weist nun einen Milliardenverlust aus. Auch die meisten übrigen Bankenwerte in Madrid tendierten schwächer: BBVA verloren 3,6 Prozent, Santander 3,1 Prozent.

Europaweit zogen die Kurse der Bankenwerte zunächst überwiegend an, bröckelten dann aber wieder ab, so dass der Stoxx-Banken-Index am Nachmittag 0,9 Prozent niedriger notierte. Im Dax büßten Deutsche Bank  Bank 0,4 Prozent ein, Commerzbank  stiegen dagegen um ein Prozent.

Autowerte sehr fest - Volkswagen gefragt

Stärker als der Dax legten vor allem die Autowerte zu, allen voran die Vorzugsaktien von Volkswagen (Kurswerte anzeigen) , die um 3,3 Prozent auf 133,25 Euro stiegen. Neben den Nachrichten aus China half ein positiver Kommentar von Barclays. Die Analysten führten den Anstieg des Marktanteils von VW vor allem auf zufriedene Kundschaft und nicht auf eine aggressive Preispolitik zurück. BMW (Kurswerte anzeigen) gewannen 2,4 Prozent und reagierten damit vor allem auf Hoffnungen auf das China-Geschäft, Daimler (Kurswerte anzeigen) kletterten um 2,3 Prozent nach oben.

Andritz bietet für Schuler

Das Übernahmeangebot von Andritz katapultierte die Aktien von Schuler  im SDax um 26,5 Prozent auf 20,02 Euro nach oben. Die Österreicher bieten den Schuler-Aktionären 20 Euro je Anteilsschein. Sie haben zu diesem Preis bereits 38,5 Prozent an dem Metallpressenhersteller aus Göppingen erworben. Damit wird Schuler nach Reuters-Berechnungen mit 594 Millionen Euro bewertet. Die Papiere von Andritz waren im Wiener Leitindex mit einem Aufschlag von 1,9 Prozent auf 41,27 Euro die größten Gewinner.

Im MDax  ragten die Papiere von Dürr  heraus, die sich um 5,8 Prozent auf 44,74 Euro verteuerten. Der Chef des Anlagebauers, Ralf Dieter, hatte sich in einem Zeitungsinterview zuversichtlich übers Geschäft geäußert. "Wir wachsen stärker als der Markt und gewinnen Marktanteile." Rational machten 5,2 Prozent auf 187,80 Euro an Boden gut. Händler und das Unternehmen selbst konnten sich das Kursplus zunächst nicht erklären. Zwei Börsianer verwiesen auf eine Heraufstufung der Aktien durch HSBC auf "overweight" von "neutral" am Freitagmorgen.

Spekulationen auf eine Übernahme durch Facebook  beflügelten Opera. Die Titel des norwegischen Softwarehauses - bekannt für seinen gleichnamigen Internet-Browser - stiegen an der Börse Oslo um bis zu 26 Prozent auf ein Rekordhoch von 43,20 Kronen (5,74 Euro). Opera wollte sich zu den Gerüchten nicht äußern. Firmengründer und Großaktionär Jon von Tetzchner betonte, er habe keine Kenntnis von Übernahmegesprächen. "Aus unserer Sicht wäre eine Opera-Übernahme für Facebook strategisch sinnvoll", schrieben die Analysten der DNB Bank.

Euro höher, Ölpreise kaum verändert

Der Kurs des Euro (Kurswerte anzeigen) hat sich am Dienstag im frühen Handel etwas von seinen Vortagesverlusten erholt. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,2531 Dollar gehandelt. Ein Dollar war 0,7979 Euro wert. Im asiatischen Handel war der Euro noch bis auf 1,2511 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,2566 (Freitag: 1,2546) Dollar festgesetzt.

Die Ölpreise haben sich im asiatischen Handel kaum verändert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Kurswerte anzeigen) kostete wie am Montag 107,11 Dollar. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 36 Cent auf 91,22 Dollar

mg/dpa-afx
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