Dienstag, 10. Dezember 2019

Börse Dax stürzt vor Euro-Treffen ab

Händler in Frankfurt: Die Sorge um Griechenland lässt Anleger nicht los

Verluste an der Wall Street, schwache Wirtschaftsdaten aus Italien und Sorgen um Griechenland lassen den Dax unmittelbar vor Beginn des Euro-Gipfeltreffens einbrechen. Finanzwerte knicken ein. Der Euro sinkt auf den tiefsten Stand seit 2010.

New York / Frankfurt am Main - Schwache Wirtschaftsdaten aus Italien und die anhaltenden Sorgen um die Zukunft Griechenlands in der Eurozone haben dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch einen herben Rücksetzer eingebrockt. Kurz vor Beginn des Sondergipfels der EU büßte der Dax Börsen-Chart zeigen 2,3 Prozent auf 6.285 Punkte ein.

Die jüngste Erholungsbewegung ist damit schon wieder verpufft. Auf Jahressicht steht nur noch ein Plus von gut 6 Prozent zu Buche.

Wall Street schwach - Dell belastet zusätzlich

Auch an der Wall Street gaben Dow Jones Börsen-Chart zeigenund Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen zum Xetra-Schluss in Deutschland jeweils um 1,3 Prozent nach. Als Begründung für die Talfahrt an den europäischen Aktien- und Devisenmärkten nannten Händler neben den Sorgen um Griechenland die Befürchtung, dass das EU-Spitzentreffen am Abend keine konkreten Ergebnisse liefern könnte.

Zudem drückte ein Gewinneinbruch bei Dell auf die Stimmung. Die Anteilsscheine von Faceebok erholten sich dagegen etwas von ihren herben Verlusten seit dem enttäuschenden Börsendebüt am Freitag.

"Keine konkreten Ergebnisse von Euro-Treffen erwartet"

Laut Aktienhändlerin Dafni Serdari vom Brokerhaus Intertrader haben Anleger mit Blick auf den EU-Gipfel wieder eine vorsichtige Haltung eingenommen. "Bei wichtigen Themen wie etwa Griechenland oder Eurobonds sind keine konkreten Entscheidungen zu erwarten", meinte die Börsianerin. Nur solche echten Fortschritte aber könnten dem Markt Erleichterung bringen.

Zuvor hatte der ehemalige griechische Ministerpräsident Lucas Papademos den Austritt Griechenlands Händlern zufolge als reales Risiko bezeichnet. Eine enttäuschende Verbraucherstimmung in Italien kam als Belastung hinzu.

Rendite von dreißigjähriger Bundesanleihe erstmals unter 2 Prozent

Wie nervös die Anleger derzeit sind, zeigt Börsianern zufolge auch der Umstand, dass die Rendite dreißigjähriger Bundesanleihen am Mittwoch erstmals unter zwei Prozent und der Euro gegenüber dem US-Dollar auf ein 22-Monatstief gefallen war.

SAP nach Angebot für Ariba besser als der Markt

Die Aktien von SAP Börsen-Chart zeigen kamen nach der angekündigten Übernahme des Cloud-Spezialisten Ariba weniger stark als der Markt unter Druck. Sie fielen um 0,90 Prozent auf 47,38 Euro. Insgesamt war unter Händlern und Analysten zwar von einem hohen Preis die Rede. Einige Börsianer sahen es jedoch als sinnvoll an, dass SAP seine Position im Cloud-Bereich stärkt.

Die ThyssenKrupp Börsen-Chart zeigen -Papiere waren nach einer negativen Analystenstimme und einer Senkung des Ausblicks durch die Ratingagentur Fitch mit Einbußen von exakt 5,00 Prozent schwächster Dax-Wert.

Symrise an der MDax-Spitze

Favorit im MDax Börsen-Chart zeigen waren die Aktien von Symrise Börsen-Chart zeigen , die um 4,54 Prozent stiegen. Die Titel des Aromen- und Duftstoffherstellers profitierten Händlern zufolge von wieder aufgewärmten Übernahmespekulationen. Der EuroStoxx 50 schloss 2,68 Prozent tiefer bei 2.134,05 Punkten. Für die nationalen Indizes in Paris und London ging es ebenfalls stark nach unten.

Euro fällt unter 1,26 US-Dollar

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,18 Prozent am Vortag auf 1,16 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,21 Prozent auf 133,86 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,47 Prozent auf 144,15 Punkte zu.

Der Kurs des Euro fiel indes unter die Marke von 1,26 US-Dollar und notierte zuletzt bei 1,2571 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs gegen Mittag noch auf 1,2659 (Dienstag: 1,2768) Dollar festgesetzt. Die US-Währung kostete damit 0,7899 (0,7832) Euro

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krk/mg/dpa-afx

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