Mittwoch, 23. Oktober 2019

Börse Luftfahrttitel steigen gegen den Trend

Flughafen Frankfurt am Main: Heimatbasis der Lufthansa mit Nachtflugverbot konfrontiert

Nach dem Kursrutsch am Vortag bleiben Anleger nervös. Sorgen um Spanien belasten den deutschen Leitindex und den Euro erneut. Gegen den schwachen Gesamttrend legen die Aktien der Lufthansa zu.

New York / Frankfurt am Main - Nach dem Ausverkauf vom Vortag hat der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen bis Handelsschluss auf Xetra seine Verluste auf 0,1 Prozent begrenzt, nachdem er zeitweise bereits um 1,1 Prozent auf 6705 Zähler abgerutscht war.

Zu der Stabilisierung im späten Handel trugen die US-Börsen bei: Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen notierten jeweils knapp im Plus.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Aktien der Lufthansa Börsen-Chart zeigen und von Adidas Börsen-Chart zeigen, die zwischen 1,1 und 1,5 Prozent zulegten.

Am Vortag war der deutsche Leitindex wegen der Zurückhaltung der Fed mit neuen Konjunkturmaßnahmen und der Sorge um die Euro-Schuldenkrise um fast 3 Prozent eingeknickt.

An der Wall Street standen die jüngsten Jobdaten im Fokus: Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist mit 357.000 um 2000 Stück höher ausgefallen als angenommen.

Weiterhin Sorgen um Spanien

Ein Händler begründete die neuerlichen Kursverluste im Dax mit der schlechten Stimmung am Bondmarkt, wo die spanischen Staatsanleihen weiter nachgaben, so dass die Renditen wieder in Richtung 6 Prozent anzogen. Die Anleihen hatten am Vortag zeitweise rund zwei Punkte verloren, nachdem Spanien bei einer Auktion nur so viel Geld hatte einnehmen können wie mindestens geplant.

Die Analysten von Close Brothers Seydler warnten, den Verlauf der Auktion zu überschätzen. Schließlich habe die EZB an ihrem niedrigen Leitzins von einem Prozent festgehalten und dem Druck standgehalten, schon jetzt - wie von einigen gefordert - den Krisenmodus einer ultra lockeren Geldpolitik zu beenden.

Adidas und Lufthansa gefragt

Bester Dax-Wert waren Adidas Börsen-Chart zeigen mit einem Plus von 1,59 Prozent. Am Dax-Ende standen Daimler , die nach der Hauptversammlung vom Vortag inklusive des Dividendenabschlags 4,14 Prozent tiefer gehandelt wurden. Der Autobauer schüttete 2,20 Euro je Aktie aus.

Aus Branchensicht standen Luftfahrtaktien im Nachhall des Urteils zum Nachtflugverbot in Frankfurt und nach aktuellen Verkehrszahlen von Air Berlin weiter im Anlegerfokus. Die Papiere von Lufthansa Börsen-Chart zeigen und Fraport konnten sich von den überdurchschnittlichen Vortagesverlusten erholen und stiegen um 1,14 respektive 0,69 Prozent. Beide Titel profitierten dabei von positiven Analystenkommentaren.

MDax: Modeaktien legen zu

Im MDax Börsen-Chart zeigen profitierten die Vorzugsaktien des Modekonzerns Hugo Boss Vz. Börsen-Chart zeigen von einem positiven Analystenkommentar und kletterten um 4,11 Prozent. Die Papiere des Branchenkollegen Gerry Weber verteuerten sich an der MDax-Spitze sogar um 8,23 Prozent. Das Unternehmen treibt seine internationale Expansion voran.

KDG will gegen Telekom klagen

Die Aktien von Kabel Deutschland Börsen-Chart zeigen legten nach einer angekündigten Klage des Kabelnetzbetreibers gegen die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen um 0,58 Prozent zu. Die Telekom-Papiere verzeichneten dagegen ein Minus von 0,55 Prozent. Kabel Deutschland strebt damit eine Reduzierung der jährlichen Nutzungsentgelte für Kabelkanäle von heute rund 100 Millionen Euro um etwa zwei Drittel an. Außerdem soll die Telekom dem Kabelbetreiber rund 273 Millionen Euro zuzüglich Zinsen zurückzahlen.

Euro erneut schwächer - Sorge um Spanien

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,48 Prozent (Vortag: 1,53 Prozent). Der Rentenindex Rex stieg um 0,50 Prozent auf 131,96 Punkte. Der Bund Future kletterte um 0,50 Prozent auf 139,20 Punkte.

Der Kurs des Euro sank. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3068 (Mittwoch: 1,3142) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7652 (0,7609) Euro.

Händlern zufolge sei die Euro-Krise wieder verstärkt in das Bewusstsein der Anleger zurückgekehrt.

Vor allem die Sorgen um Spanien würden zunehmen, da die Renditen der Staatsbonds wieder in die Höhe kletterten, hieß es. Die Renditen der zehnjährigen spanischen Papiere lagen bei 5,845 Prozent nach 5,718 Prozent am Vortag. Der Risikoaufschlag (Spread) zu den deutschen Anleihen stieg auf den höchsten Stand seit Ende November.

Auch italienische Papiere warfen mit 5,542 Prozent wieder mehr ab. "Erst sah es so aus, als ob wir mit der Geldspritze der EZB und dem Rettungspaket für Griechenland über den Berg gewesen wären", sagte ein Händler. Aber das sei wohl ein Trugschluss gewesen.

kst/dpa-afx/rtr

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