Donnerstag, 12. Dezember 2019

Aktie auf Talfahrt Total verliert neun Milliarden Euro Börsenwert

Börse in Paris: Die Total-Aktie sackte auf ein Dreimonatstief ab
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Börse in Paris: Die Total-Aktie sackte auf ein Dreimonatstief ab

Total hat das Gasleck in der Nordsee noch immer nicht geschlossen, die Situation erinnert an die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Kein Wunder, dass sich Anleger massenhaft von ihren Anteilen trennen.

Frankfurt am Main - Die Aktien von Total rutschten am Mittwoch um bis zu 3,4 Prozent auf ein Dreimonatstief von 37,26 Euro ab. Damit hat das gemessen an der Marktkapitalisierung größte Unternehmen der Euro-Zone binnen zwei Tagen 9,4 Prozent eingebüßt. Das ist der größte Kursrutsch seit den Turbulenzen nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008.

Der Börsenwert reduzierte sich seit Montag um 8,8 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Das ist mehr als die komplette Marktkapitalisierung von HeidelbergCement Börsen-Chart zeigen. "Dies ruft den Leuten das BP -Drama in Erinnerung", sagte ein Börsianer. "Wir wissen nicht, wie die Geschichte ausgehen wird, daher ist es besser, sich aus der Aktie zu verabschieden - oder 'short' zu gehen, wenn man risikofreudig ist."

Dem Datenanbieter Data Explorers zufolge gehört Total Börsen-Chart zeigen europaweit zu den am stärksten gehandelten Werten. Nach zwei Handelsstunden hatten am Mittwoch bereits fast doppelt so viele Total-Papiere den Besitzer gewechselt wie an einem gesamten Durchschnittstag. Gut 11 Prozent der Aktien sind derzeit verliehen, im Vergleich zum CAC-40 -Durchschnitt Börsen-Chart zeigen von 3,6 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass zahlreiche Investoren die geliehenen Aktien in der Hoffnung auf weiter fallende Kurse verkaufen.

Die Aktien von BP notieren derzeit immer noch rund 28 Prozent unter dem Niveau unmittelbar vor der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vor zwei Jahren. In den Wochen nach der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" waren die Titel zeitweise um mehr als die Hälfte eingebrochen.

mg/rtr

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