Schwaches Schlussquartal Wacker Chemie kürzt Dividende drastisch

Wacker Chemie enttäuscht seine Aktionäre. Nach einem überraschend schwachen Geschäftsjahr kürzt der Chemikonzern die Dividende um fast ein Drittel. Der Ausblick versöhnt die Investoren auch nicht. Die Aktie gibt deutlich nach.
Schwacher Ausblick: Unter anderem hohe Rohstoffkosten werden das Ergebnis von Wacker Chemie im laufenden Jahr drücken, sagt der Vorstand

Schwacher Ausblick: Unter anderem hohe Rohstoffkosten werden das Ergebnis von Wacker Chemie im laufenden Jahr drücken, sagt der Vorstand

Foto: DPA

München - Der Halbleiterzulieferer und Chemiekonzern Wacker Chemie  wird die Dividende nach einem eher enttäuschenden Jahr 2011 überraschend deutlich senken. Die Aktionäre sollen mit 2,20 Euro je Aktie eine im Vergleich zum Vorjahr um einen Euro niedrigere Dividende erhalten. Die Aktien des im MDax notierten Konzerns verloren gegen Mittag rund 3,7 Prozent und notierten damit am Ende des MDax.

Ein unerwartet starker Nachfragerückgang im Halbleiter- und Solargeschäft im Schlussquartal hatte dem Konzern den Abschluss für 2011 verhagelt. Entsprechende Eckdaten hatte der Konzern bereits Ende Januar präsentiert. Trotz der schwachen Entwicklung im vierten Quartal hatten Analysten im Schnitt mit einer Dividende von 3,11 Euro je Aktie gerechnet.

Für das laufende Jahr zeigte sich Konzernchef Rudolf Staudigl unterdessen verhalten optimistisch. "Auch wenn nach wie vor große Unsicherheiten für die Konjunktur bestehen und die Rahmenbedingungen nicht einfach sind, bin ich optimistisch, dass 2012 ein erfolgreiches Geschäftsjahr werden kann", sagte Staudigl. Nach dem schwachen Schlussquartal des vergangenen Jahres zeichne sich eine Erholung ab. Im ersten Quartal werde Wacker voraussichtlich den Umsatz zum Vorquartal steigern, aber unter dem starken ersten Quartal 2011 bleiben.

Vorstand erwartet steigenden Umsatz und schwächeres Ergebnis

Im laufenden Geschäftsjahr soll der Umsatz leicht auf rund fünf Milliarden Euro steigen. Dabei dürfte das wirtschaftliche Umfeld mindestens bis zur Jahresmitte herausfordernd bleiben. Die Polysiliciumpreise dürften erheblich unter dem Vorjahresniveau liegen. Zudem sei mit anhaltend hohen Rohstoffkosten zu rechnen. Aus diesen Gründen werde das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 2012 deutlich unter dem Vorjahreswert liegen.

In den weiteren Ausbau der Produktionskapazitäten will der Konzern im laufenden Jahr rund eine Milliarde Euro investieren. "Der Kern unserer Strategie liegt weiterhin im Wachstum aus eigener Kraft", sagte Staudigl. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern die Investitionen um 41 Prozent auf 981 Millionen Euro insbesondere zum Ausbau der Kapazitäten für polykristallines Reinstsilicium erhöht. Zum Jahresende 2011 beschäftigte der Konzern weltweit 17.168 Mitarbeiter und damit 854 mehr als ein Jahr zuvor. Gründe seien der Ausbau der Polysilicium- und Siliconaktivitäten.

Ein unerwartet starker Nachfragerückgang im Halbleiter- und Solargeschäft im vierten Quartal hatte dem Konzern den Abschluss für 2011 verdorben. Zwar wuchs der Umsatz im Gesamtjahr 2011 leicht, unter dem Strich verdienten die Oberbayern aber deutlich weniger. Der Umsatz legte 2011 laut den bereits Ende Januar veröffentlichten Zahlen um 3 Prozent auf 4,91 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank hingegen auf 1,1 (Vorjahr: 1,19) Milliarden Euro. Der Gewinn ging auf 356 (497) Millionen Euro zurück. Hauptgrund für den Rückgang war das schwache Geschäft im Schlussquartal.

rei/dpa-afx
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