Börse Dax schließt mit neuem Jahreshoch

Der Dax hat den Ausbruch nach oben geschafft: Der Leitindex notierte zu Börsenschluss weit über der Marke von 7000 Punkten. Eon-Aktien führen den Index an. Banktitel profitieren von guten Vorgaben aus Übersee. Auch bei BMW-Titeln greifen die Anleger zu.
Der Bulle ist zurück: Der Dax hat die 7000-Punkte-Marke hinter sich gelassen

Der Bulle ist zurück: Der Dax hat die 7000-Punkte-Marke hinter sich gelassen

Foto: Frank Rumpenhorst/ picture alliance / dpa

Frankfurt am Main - Am Mittwoch schloss der deutsche Leitindex Dax (Kurswerte anzeigen) mit einem Plus von 1,19 Prozent auf 7.079,42 Punkte. Im Handelsverlauf hatte das Börsenbarometer bereits ein Jahreshoch bei 7.099,34 Punkten erklommen. Der MDax (Kurswerte anzeigen) wurde belastet durch hohe Verluste bei Einzelwerten wie Symrise und schloss um hauchdünne 0,02 Prozent tiefer bei 10.665,70 Punkten. Der TecDax (Kurswerte anzeigen) rückte um 0,49 Prozent auf 778,75 Punkte vor.

Vor allem eine freundlichere Wortwahl der US-Notenbank Fed vom Vorabend sorgte laut Marktteilnehmern für einen Optimismusschub. Die Fed hatte sich zuversichtlicher über die konjunkturelle Entwicklung in den USA geäußert. Die Zinsen ließ sie auf dem historisch niedrigen Stand. "Die Fed konnte und wollte die zuletzt stärkeren US-Wirtschaftsdaten nicht ignorieren und hat die Wortwahl ihres neuen Statements gestern einem leicht positiveren Wirtschaftsausblick angepasst", kommentierten Devisenexperten der Commerzbank.

"Solange die Konjunkturdaten eine weitere Erholung signalisieren, hat der Markt noch weiter Platz nach oben", sagte Chefvolkswirt Carsten Klude von M.M. Warburg. Der Rekordkurs des Dax wird Marktteilnehmern zufolge weiter von einer hohen Liquidität gekoppelt mit mangelnden Anlagealternativen gestützt.

Eon klar vorn

Mit Abstand größter Gewinner im Dax waren Eon (Kurswerte anzeigen). Sie sprangen um 7,0 Prozent an. Die Titel waren damit so teuer wie seit Anfang Dezember nicht mehr. Der Versorger hatte zwar erstmals in seiner Geschichte einen Nettoverlust verbucht, der für die Dividende entscheidende nachhaltige Überschuss ging 2011 aber weniger stark zurück als befürchtet.

Titel von BMW (Kurswerte anzeigen) rückten um rund 3,8 Prozent vor und waren damit zweitstärkster Wert im Leitindex. Der Autobauer sieht im anhaltenden Preisdruck keine großen Belastung der Gewinne in diesem Jahr. "Zu Beginn des vierten Quartal hat der Preisdruck zugenommen. Wann diese Entwickung aufhört, ist im Moment nicht abzusehen", sagte Finanzchef Friedrich Eichiner am Mittwoch auf einer Analystenkonferenz. Dennoch werde BMW im laufenden Jahr sein operatives Ergebnis im Autosegment steigern.

Finanzwerte gehörten mit zu den am stärksten bewegten Papieren. In den USA hatte der jüngste Stresstest gezeigt, dass diese einer neuen Finanzkrise trotzen könnten. Das stütze die Branche. Ferner könnte China die Kreditvergabe an die großen Banken des Landes nach Informationen aus Kreisen erleichtern. Commerzbank -Aktien  stiegen um 2,6 Prozent, Papiere der Deutschen Bank  verteuerten sich zuletzt noch um je 3,3 Prozent.

Für Bayer  ging es nach Zahlen am Dax-Ende um rund 0,7 Prozent abwärts. Bayer-Chef Marijn Dekkers hat den drei Sparten des Pharma- und Chemiekonzerns neue mittelfristige Ziele bis zum Jahr 2014 vorgegeben. "Der Großteil der Ziele liegt im Rahmen unserer Erwartungen, es gibt für uns derzeit keinen Grund, unsere Einschätzung der Aktien oder das Kursziel zu ändern", schrieb Stefan Muehlbauer, Analyst bei Silvia Quandt Research, in einem Kommentar.

Hannover Rück steigen trotz gekappter Dividende

Im MDax (Kurswerte anzeigen) kletterten die Anteile von Hannover Rück (Kurswerte anzeigen) nach Zahlen um 1,65 Prozent auf 42,83 Euro. Dabei hatte der Rückversicherer heute nach einem Katastrophenjahr die Dividende gekappt. Symrise (Kurswerte anzeigen) fielen nach der Bilanzvorlage mit fast minus sechs Prozent ans Indexende. Vor allem die Geschäftsprognose wurde am Markt als "wenig inspirierend" kritisiert. Wacker Chemie (Kurswerte anzeigen) gaben nach Zahlen und einem verhaltenen Ausblick um knapp vier Prozent nach.

Ebenso konnten die Aktien von Hugo Boss (Kurswerte anzeigen) ihre anfänglichen Gewinne nicht halten und schlossen mit einem Abschlag von 2,10 Prozent auf 82,45 Euro. Der Modekonzern will seine Aktien-Struktur verändern und die Vorzüge in Stämme umwandeln. Die zunächst positiv aufgenommene Nachricht habe am Markt dann Gerüchte über einen bevorstehenden Ausstieg von Großaktionär Permira wieder angefacht, sagten Händler.

Der Euro  veränderte sich kaum. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3062 (Dienstag: 1,3057) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7656 (0,7659) Euro.

wed/dpa-afx/rtr

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.