Freitag, 15. November 2019

Dividenden Versorger verprellen Aktionäre

RWE und Eon: Dividendentitel enttäuschen derzeit die Aktionäre

Atomausstieg, Brennelementesteuer und ein schwächelnder Strompreis setzen den deutschen Energieversorgern zu. Die nötigen Milliardeninvestitionen sollen auch die Aktionäre finanzieren - durch geringere Dividenden.

Essen - Die großen deutschen Energieversorger Eon, RWE, EnBW und Vattenfall überprüfen ihre Geschäftsmodelle, um wieder zukunftsfähig zu werden. Milliardeninvestitionen in regenerative Energien stehen in den kommenden Jahren an. Die Akionäre der Dividendentitel sind davon ebenfalls betroffen. Sie erhalten geringere Ausschüttungen.

Deutschlands größter Energieversorger Eon Börsen-Chart zeigenhat seine Anteilseigner bereits auf eine Kürzung der Dividende eingestimmt. Hatte der Essener Konzern bislang eine Ausschüttung pro Aktie von 1,30 versprochen, korrigierte Eon sie inzwischen auf einen Euro. Konzernchef Johannes Teyssen hatte dem Konzern bereits 2011 ein strammes Sparprogramm verordnet.

Es sieht unter anderem den Abbau von bis zu 11.000 Arbeitsplätzen weltweit vor - 6000 davon in Deutschland. Die Einsparungen und Eons starke Kapitalbasis garantierten die notwendige finanzielle Flexibilität, um die Wachstumsstrategie umzusetzen, hieß es. Einem Medienbericht zufolge plant Eon, in den kommenden Jahren mehrere Milliarden Euro in Erneuerbare Energien zu investieren.

Der zweitgrößte Versorger RWE Börsen-Chart zeigen hat erst jüngst einen Gewinnrückgang um 17,5 Prozent auf 8,46 Milliarden Euro ausgewiesen. Das für die Dividende entscheidende nachhaltige Nettoergebnis sei sogar um 33,9 Prozent auf 2,48 Milliarden Euro geschrumpft. Deshalb kappt auch RWE die Dividende.

Jedes abgeschriebene AKW kostet eine Million - pro Tag

Aktionäre sollen für 2011 nur noch eine Ausschüttung von zwei Euro je Aktie erhalten nach 3,50 Euro in den beiden Jahren zuvor. Der Konzern kündigte an, die Ertragslage im laufenden Jahr stabilisieren zu wollen. Doch RWE hat mit massiven Problemen zu kämpfen.

Jedes abgeschriebene Atomkraftwerk kostet RWE bis zu einer Million Euro täglich. Oben drauf kommt die Brennelementesteuer, die die Bundesregierung gegen den Widerstand der Konzerne eingeführt hat. Und die Strompreise sind nicht in dem Maße gestiegen, wie Energiewende und Fukushima-Katastrophe es hätten vermuten lassen. Auch das Gasgeschäft läuft schleppend.

Auch die kleineren Versorger kommen nicht um Dividendenkürzungen herum: EnBW Börsen-Chart zeigen senkt die Ausschüttung auf 85 Cent. Grund ist ein Verlust in Höhe von 816 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie die für 2012 anstehende Kapitalerhöhung mit einem Umfang von 800 Millionen Euro. Sie soll nach Konzernangaben dazu genutzt werden, die Energiewende zu finanzieren.

Unklar ist noch, ob Vattenfall Börsen-Chart zeigen seine Dividende unangetastet lässt. Darüber entscheidet das Unternehmen auf der Jahreshauptversammlung, die im April stattfindet.

Immerhin eine gute Nachricht gibt es für die Versorger - und damit auch für die Aktionäre: Die Förderung für Fotovoltaik wird deutlich gekürzt, in der Solarbranche kollabieren die Hersteller. Das dürfte den Ausbau von Fotovoltaikanlagen deutlich begrenzen und den Versorgern etwas Luft verschaffen bei ihrem Versuch, nach dem Atomausstieg ihren Platz in der neuen deutschen Energiewelt zu finden.

Torben Schultz mit Material von dpa-afx/rtr

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