Samstag, 19. Oktober 2019

Modeaktien Catwalk auf dem Börsenparkett

Mode: Nicht nur das Geschäft mit der Optik

Modeaktien sind in Mode: Die Aktien deutscher Edelschneider wie Hugo Boss oder Gerry Weber haben sich zuletzt prächtig entwickelt. Die Hersteller sind in vielen Ländern und meist auch mit verschiedenen Marken aktiv - dies soll die Risiken mindern, wenn in Europa die Rezession aufzieht.

Hamburg - Nicht duftige Stoffe oder fesche Schnitte zählen für den deutschen Modehersteller Gerry Weber, sondern sperrige Zahlen. Zumindest am kommenden Montag, wenn das im MDax Börsen-Chart zeigen notierte Unternehmen seinen Geschäftsbericht für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegt. Analysten trauen Gerry Weber Börsen-Chart zeigen und seinen Konkurrenten wie zum Beispiel Hugo Boss Börsen-Chart zeigen noch einiges zu: Die Aktien von Boss und Gerry Weber haben sich in den vergangenen drei Jahren deutlich besser entwickelt als Dax Börsen-Chart zeigen, MDax und der allgemeine Markt.

Die Aktien von Bekleidungsherstellern als krisensichere Geldanlage? Das sicher nicht. Aber dennoch spricht derzeit einiges für sie. Christoph Schlienkamp, Chefanalyst des Bankhauses Lampe, ist derzeit von den Catwalk-Aktien besonders angetan. "Aus unserer Sicht sind Modeaktien an der Börse aktuell zu favorisieren, was sich in Kaufempfehlungen für Hersteller wie Boss Börsen-Chart zeigen, Gerry Weber Börsen-Chart zeigen, Tom Tailor Börsen-Chart zeigen und Ahlers Börsen-Chart zeigen widerspiegelt", sagt Schlienkamp. Die Gründe: "Alle Unternehmen haben entdeckt, ihre eigenen Retail-Aktivitäten auszuweiten und demnach nicht nur die Rolle des klassischen Großhändlers zu spielen." Diese Strategieveränderung führe zu steigenden Gewinnmargen.

Näher an den Kunden: Gerry Weber zum Beispiel habe seine Einzelhandelsaktivitäten mit dem Ladenkonzept 'House of Gerry Weber' ausgebaut, lobt das Research-Haus Montega. Das Ebit stieg daraufhin von 83,3 Millionen Euro im Jahr 2010 auf 99,6 Millionen Euro im Jahr 2011. Und es dürfte mehr werden, kalkuliert Montega. Zu der veränderten Strategie käme bei Weber noch eine "hohe Kostendisziplin". Tatsächlich konnte die Aktie seit Jahresbeginn stärker zulegen als Dax Börsen-Chart zeigen und MDax Börsen-Chart zeigen .

Preise für Baumwolle stark gesunken

Auch andere Modeaktien - Ahlers Börsen-Chart zeigen oder Hugo Boss zum Beispiel - profitieren von einem geänderten Umfeld und enteilen den Indizes, in denen sie gelistet sind. "Modeaktien zählten in den letzten Monaten zu den Börsenlieblingen", beobachtet Christoph Bruns von der Fondsboutique Loys. "Ob Hugo Boss, Burberry oder Ralph Lauren; die meisten Modeaktien erfreuten sich zuletzt guter Zuwächse, weil sich das Konsumverhalten der Menschen auch während der Finanzkrisen recht stabil entwickelt hat und internationale Marken überregionales Wachstumspotenzial aufweisen."

Der gesunkene Baumwollpreis ist einer der Treiber dieser Entwicklung. Er fiel seit April 2011 von über 2 Dollar auf unter 1 Dollar je Pfund. "Wir schätzen, dass der Baumwollpreis für Modeaktien gut 15 bis 25 Prozent des Umsatzes ausmacht", sagen Scilla Huang Sun und Andrea Gerst. Beide arbeiten als Fondsmanager eines auf Mode- und Markenunternehmen spezialisierten Fonds, dem JB Luxury Brands Fund.

Risiken streuen: Ein Hersteller betreibt viele Marken

Analyst Schlienkamp spricht einen weiteren Aspekt an, der den Unternehmen jetzt zugute kommt. Denn sie machen das, was erfolgreiche Anleger wie Warren Buffett bereits seit Jahrzehnten praktizieren - sie streuen ihre Risiken. Indem sie zum Beispiel unterschiedliche Märkte ansteuern. Das gilt regional, aber auch mit Blick auf die Kunden.

So bündelt Gerry Weber drei Marken, Gerry Weber, Taifun und Samoon. Jede von ihnen zielt auf eine bestimmte Kundengruppe ab. Samoon zum Beispiel konzentriert sich auf "Frauen mit Anschlussgröße" - eine höfliche Umschreibung des Unternehmens für Frauen, die stämmiger sind als der Durchschnitt.

Der spanische Konkurrent Inditex Börsen-Chart zeigen treibt diese Entwicklung auf die Spitze; der weltgrößte Modekonzern ("Zara") hält gleich für acht Marken die Zügel in der Hand. Das kann in wirtschaftlich unruhigen Zeiten helfen.

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