Dienstag, 26. Mai 2020

Kursrally an der Börse Längste Dax-Rally seit fünf Jahren

Bulle vor der Börse: Der Dax hat binnen 7 Wochen mehr als 1000 Zähler zugelegt

Hoffnung für die Weltkonjunktur: In den USA sind im Januar knapp 250.000 Jobs entstanden. Börsianer feiern die Daten - der Dax legt die siebte Woche in Folge zu. Eine solche Gewinnserie gab es für den Dax seit fünf Jahren nicht mehr.

New York / Frankfurt am Main - Paukenschlag zum Schluss der Börsenwoche: Die Erholung des US-Arbeitsmarkts hat die Hoffnungen weit übertroffen und den US-Börsen am Freitag einen kräftigen Schub gegeben. Das Plus bei neu geschaffenen Stellen war so groß wie seit neun Monaten nicht mehr. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg laut US-Arbeitsministerium im Januar um 243.000 Stellen.

Anleger reagierten mit weiteren Käufen. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen legte nach einer Stunde Handel um 1,2 Prozent auf 12.852 Punkte zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen gewann ebenfalls 1,2 Prozent.

Auf dem Parkett drehte sich alles um die überraschende Erholung des Arbeitsmarktes. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich einen Anstieg der Beschäftigtenzahl von 150.000 erwartet, tatsächlich waren es rund zwei Drittel mehr. Die Arbeitslosenquote sank auf 8,3 von 8,5 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit Februar 2009. "Das sind ohne Zweifel positive Daten", sagte Analyst David Sloan von IFR Economics.

Dax legt siebte Woche in Folge zu - Autowerte an der Spitze

Nach den starken Signalen vom US-Arbeitsmarkt hat der Dax Börsen-Chart zeigen die siebte Woche in Folge im Plus beendet. Eine solche Gewinnserie hatte der deutsche Leitindex zuletzt Anfang 2007 hingelegt.

Der Dax Börsen-Chart zeigen sprang am Freitag erstmals seit August wieder über die Marke von 6700 Punkten und kletterte um 1,7 Prozent auf 6766 Zähler. Auf Wochensicht bedeutete dies einen Aufschlag von 3,9 Prozent.

Der MDax Börsen-Chart zeigen verbuchte am Freitag ein Plus von 2 Prozent, der TecDax Börsen-Chart zeigen stieg um 1,4 Prozent auf 771 Punkte.

An der Spitze des Dax notierten im späten Handel die Autowerte: Daimler Börsen-Chart zeigen, Volkswagen Vz. Börsen-Chart zeigen und BMW Börsen-Chart zeigen führten mit Kursgewinnen von jeweils rund 3 Prozent die Gewinnerliste im Dax an. Daimler meldete am Freitag einen Rekordabsatz im Januar.

Die Aktien des Rückversicherers Munich RE Börsen-Chart zeigen stiegen um 2,75 Prozent auf 106,45 Euro und profitierten damit von einem Analystenkommentar der Commerzbank.

Die Papiere der Deutschen Börse Börsen-Chart zeigen sanken als einziger Verlierer im Index um minimale 0,08 Prozent auf 47,27 Euro, nachdem sie am Donnerstag zu den Favoriten gehört hatten.

Nebenwerte: Sky Deutschland setzt Kursrally fort

Im MDax Börsen-Chart zeigen verhalfen Analystenkommentare den am Vortag schon um knapp 20 Prozent gestiegenen Aktien von Sky Deutschland Börsen-Chart zeigennochmals um mehr als 9 Prozent nach oben. Nach den veröffentlichten Kundenzahlen äußerten sich zum Wochenschluss verschiedene Analysten optimistisch zu den Perspektiven und erhöhten zum Teil ihre Kursziele für die Aktien des Bezahlsenders.

Tui Börsen-Chart zeigen stiegen ebenfalls deutlich. Am Markt wurde dies mit Medienberichten über verlängerte Gespräche zum Teilverkauf der Reederei Hapag-Lloyd begründet, was Hoffnung auf einen baldigen Abschluss mache.

Öl und Rohstoffe werden teurer - Goldpreis gibt leicht nach

Auch Rohstoffe waren wieder gefragt. Die beiden Rohöl-Sorten WTI und Brent verteuerten sich jeweils um rund ein Prozent auf 97,03 beziehungsweise 113,60 Dollar je Barrel (159 Liter).

Der Bund-Future, der die Wertentwicklung der zehnjährigen Bundesanleihe widerspiegelt, fiel im Gegenzug um 35 Ticks auf 138,71 Stellen. Der Goldpreis ging um 0,3 Prozent auf 1754,26 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) zurück.

Wie reagiert die US-Notenbank?

Der Stellenaufbau zeige, dass die US-Wirtschaft auf dem richtigen Weg sei, sagte Brian Dolan, Marktstratege bei Forex.com. Gleichzeitig sinke damit die Wahrscheinlichkeit auf ein drittes Anleihe-Ankaufprogramm (QE3) der US-Notenbank Fed. "Das ist auch der Grund, warum der Euro Börsen-Chart zeigen nun wieder abbröckelt. Die Möglichkeit von QE3 wird nun wohl ins zweite Halbjahr verschoben." Die europäische Gemeinschaftswährung verbilligte sich auf 1,3117 Dollar, nachdem sie unmittelbar nach Veröffentlichung der Zahlen auf 1,3183 Dollar gestiegen war.

Hoffnung auf baldige Einigung für Griechenland

Zu den gefragten Werten gehörten europaweit die Finanztitel. So legte der Bankenindex 2,2 Prozent zu. Societe Generale und BNP Paribas lagen mit Kursgewinnen von 4,4 beziehungsweise 2,8 Prozent in der Spitzengruppe des EuroStoxx50.

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker schüttete am Nachmittag aber etwas Wasser in den Wein. Das für Montag erwartete Sondertreffen der Euro-Gruppe zu Griechenland komme nicht zustande. Eine Zusammenkunft im Laufe der Woche sei aber möglich.

mg/dpa-afx

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