Mittwoch, 22. Mai 2019

Umstrittenes Investment Strohfeuer der Bank-Aktien

Besser nicht hinsehen: Keine Anlagestrategie nach Lehrbuch, doch verlockend - zumindest manchmal

Es könnte nur ein Aufflackern sein: Die Aktien großer Banken haben zuletzt  an Wert gewonnen. Nach Expertenmeinung sollten sich Anleger davon aber nicht blenden lassen. Weitere Kurssprünge seien nicht zu erwarten - vor allem nicht nach dem großen Kassensturz der Geldhäuser in der kommenden Woche.

Hamburg - In den vergangenen Tagen haben die großen US-Banken bereits ihre Geschäftsergebnisse für das vergangene Jahr präsentiert, in den kommenden folgen viele europäische Institute. Am Donnerstag der kommenden Woche beispielsweise legt der deutsche Branchenprimus die Karten auf den Tisch, die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen. Die Commerzbank Börsen-Chart zeigen deutete kürzlich bereits die Größenordnung ihres letzten Quartalsergebnisses 2011 an, am 23. Februar steht die Bilanzpressekonferenz auf dem Programm.

Was ist also von den hiesigen Instituten zu erwarten? Wo stehen sie in der Schuldenkrise, wie werden sie mit den künftigen Anforderungen an die Kapitalausstattung fertig und wie liefen ihre Geschäfte Ende 2011 wirklich?

Die US-Banken wie JPMorgan Chase Börsen-Chart zeigen oder die Citigroup Börsen-Chart zeigen verbuchten im vierten Quartal zum Großteil Einbußen vor allem im Investmentbanking. Da diese jedoch in vielen Fällen glimpflicher ausfielen als befürchtet, urteilte auch die Börse milde: Die Kurse der meisten Wall-Street-Institute legten seit der Bekanntgabe der Zahlen zu.

Und die Frankfurter Geldhäuser? Ist es bereits wieder an der Zeit, ihre Aktien zu kaufen?

Zum Beispiel die Deutsche Bank: Auch für Deutschlands Nummer eins lief das letzte Quartal im vergangenen Jahr nicht berauschend. Im Investmentbanking dürfte bestenfalls "eine schwarze Null" entstanden sein, schätzt Analyst Konrad Becker von der Privatbank Merck Finck. Er prognostiziert ein Nettoergebnis für die drei Monate von 640 Millionen Euro, womit die Bank zwar über dem durch Griechenland-Abschreibungen belasteten Vorquartal läge. Historisch betrachtet jedoch sowie im Vergleich zum vierten Quartal 2010 wäre das ein bescheidenes Resultat.

Eine Überraschung ist das jedoch nicht, sagt Becker mit Blick auf die Turbulenzen an den Kapitalmärkten, die den Banken zuletzt das Leben schwer machten. Auch dass die Deutsche Bank ihr Jahresziel von zehn Milliarden Euro Gewinn nicht erreichen wird, ist schon lange klar. Für spannender hält der Experte daher den Blick nach vorn.

"Dass die Deutsche Bank die Eigenkapitallücke, die ihr von der europäischen Bankenaufsicht attestiert wurde, schließen kann, ist wohl klar", sagt er. "Das Institut steht ja grundsätzlich gesund und solide da." Interessant wird laut Becker jedoch sein, wie sie das macht.

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