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Weltmarke vor dem Aus: Die Protagonisten des Olympus-Skandals

Foto: TOBY MELVILLE/ REUTERS

Gnadenfrist Olympus darf an der Börse bleiben

Der von einem Milliarden-Bilanzbetrug erschütterte japanische Kamerahersteller Olympus darf vorerst an der Börse bleiben. Drei Jahre lang darf sich der Skandalkonzern allerdings nichts mehr zuschulden kommen lassen. Im April dürfen die Aktionäre eine neue Führung wählen.

Tokio - Die Leitung des Tokioter Handelsplatzes brummte dem Unternehmen allerdings am Freitag eine Strafe von 10 Millionen Yen (100.000 Euro) dafür auf, dass es das Vertrauen der Investoren beschädigt habe.

Zugleich bleibt Olympus  weiter unter strenger Überwachung: Sollte sich die Situation in den nächsten drei Jahren nicht verbessern, drohe doch noch die Streichung vom Kurszettel, warnte die Börse. Olympus hatte im Dezember mit der Vorlage aktualisierter Geschäftszahlen in letzter Minute eine sofortige Verbannung von der Börse in Tokio abgewendet.

Olympus braucht dringend frisches Kapital in Höhe von gut einer Milliarde Euro. Derzeit sucht das Unternehmen einen Partner. Im Gespräch sind ein Finanzinvestor und mehrere Konkurrenten. Schon lange spekuliert wird über eine gemeinsame Hilfsaktion großer japanischer Konzerne.

Bei Olympus wurden über Jahre mit Hilfe aufgeblähter Übernahmedeals nach heutigen Erkenntnissen Verluste von 134,8 Milliarden Yen (rund 1,37 Milliarden Euro) verschleiert. Verluste aus Wertpapiergeschäften wurden als Kosten für Beratungen und Firmenzukäufe ausgewiesen. Der Konzern hatte kürzlich den amtierenden Chef Shuichi Takayama und 18 weitere frühere und aktive Manager sowie Buchprüfer auf Schadenersatz verklagt.

Die drei mutmaßlichen Architekten des Bilanzbetrugs - Tsuyoshi Kikukawa, der zuletzt Verwaltungsratschef war, sowie Vizepräsident Hisashi Mori und Buchprüfer Hideo Yamada - verloren bereits ihre Jobs. Takayama geht im April. Eine außerordentliche Aktionärsversammlung soll dann eine neue Führung einsetzen. Auch über den Einstieg neuer Investoren kann erst dann entschieden werden.

ak/dpa/rtr
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