Dienstag, 23. Juli 2019

Erfolgreiche Anleihenplatzierung Italien gewinnt Anlegervertrauen zurück

Italienische Euro-Münze: Die neue Regierung um Mario Monti wird für ihr Sparpaket belohnt

Italien hat die erste echte Nagelprobe bei der Refinanzierung seiner Staatsschulden im neuen Jahr bestanden. Das hoch verschuldete Land sammelte am Freitag 4,75 Milliarden Euro am Kapitalmarkt ein und musste den Investoren nicht mehr ganz so hohe Zinsen bieten wie zuletzt.

Rom - Bei der Aufstockung dreijähriger italienischer Papiere lag die Rendite bei 4,83 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit September. Zum Vergleich: Im November hatte die Rendite mit 7,89 Prozent noch den höchsten Wert seit Einführung des Euro erreicht.

Das dreijährige Papier stieß aber auf vergleichsweise geringes Interesse der Investoren, denn es war nur 1,2-fach überzeichnet. Italien hatte bereits am Donnerstag bei der Emission einjähriger Anleihen einen guten Start ins Jahr hingelegt, der für Aufatmen an den Finanzmärkten gesorgt hatte. Die Rendite dieser kurzlaufenden Papiere sank auf 2,73 Prozent - nach 5,95 Prozent im Dezember.

Börsenprofis hatten deshalb mit Spannung auf die Auktion der dreijährigen Anleihen gewartet. Dies soll zeigen, ob die Anleger auch auf längere Sicht wieder mehr Vertrauen in den Schuldendienst Italiens haben. Italien war im vergangenen Jahr wegen seines Schuldenbergs in Höhe von 1,9 Billionen Euro und der dadurch entstehenden Belastung durch Zinszahlungen sowie dem hohen Bedarf an frischem Kapital ist in den Blickpunkt der Finanzkrise in Europa geraten.

Auch Spanien hatte am Donnerstag bei Emissionen von mehreren Anleihen mit einer Laufzeit bis 2016 von sinkenden Renditen profitiert. Beide Länder wollen mit striktem Sparkurs das Vertrauen der Finanzmärkte zurückgewinnen. Italiens neuer Regierungschef Mario Monti schnürte dafür ein Reformpaket über 33 Milliarden Euro.

mg/rtr/dapd

© manager magazin 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung