Börse RWE und Deutsche Bank treiben Dax an

Der Dax legt wieder zu: Bankentitel sind gefragt, und Lufthansa profitiert vom Verkauf der britischen Tochter. RWE schließt die geplante Kapitalerhöhung ab, die Aktie führt den Dax an. An der Wall Street sorgen positive US-Jobdaten für leichte Gewinne.
Händler in Frankfurt: Die Unsicherheit bleibt - trotzt der Geldschwemme der EZB

Händler in Frankfurt: Die Unsicherheit bleibt - trotzt der Geldschwemme der EZB

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

Frankfurt am Main - Zwei Tage vor Weihnachten haben einige Anleger bei europäischen Aktien zugegriffen. Der Dax (Kurswerte anzeigen) legte bei ruhigem Handel bis zum Handelsschluss au Xetra um 1,1 Prozent auf 5852 Prozent zu.

Das Volumen aller ge- und verkauften Aktien von Dax-Unternehmen summierte sich bis zum frühen Nachmittag auf magere 1,1 Milliarden Euro. "Das ist im Vergleich zum schon niedrigen Vortageswert noch einmal fast 50 Prozent weniger", betonte ein Aktienhändler. Entsprechend gering sei die Aussagekraft der aktuellen Veränderungen.

Bündnis zwischen RWE und Gazprom geplatzt

Spitzenreiter im Dax waren Aktien des Energiekonzerns RWE (Kurswerte anzeigen), die sich um knapp 5 Prozent verteuerten. Als Kurstreiber wirkte die Nachricht, dass RWE seine Anfang des Monats beschlossene Kapitalerhöhung abgeschlossen hat. Damit hat das Unternehmen wie schon erwartet 2,1 Milliarden Euro eingesammelt. Alle 80,4 Millionen Aktien wurden zum Preis von 26 Euro je Stück platziert, wie der Konzern am Donnerstag in Essen mitteilte.

Zugleich ist ein geplantes Bündnis zwischen RWE und der russischen Gazprom doch nicht zustand gekommen. RWE und der Gazprom haben Pläne zum gemeinsamen Bau und Betrieb von Kraftwerken in Westeuropa aufgegeben. In gegenseitigem Einvernehmen sei beschlossen worden, die Gespräche auslaufen zu lassen, teilte RWE am Donnerstag in Essen mit.

US-Jobdaten sorgen für Gewinne an der Wall Street

Gestützt von positiven Nachrichten vom US-Jobmarkt haben unterdessen die Börsen in New York am Donnerstag im frühen Handel leichte Gewinne verzeichnet. In der Vorwoche meldeten sich 364.000 Amerikaner erstmals arbeitslos. Dies waren so wenig wie seit April 2008 nicht mehr. Der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) legte bis 17.30 Uhr MEZ 0,3 Prozent auf 12.139 Punkte zu.

Dass das US-Wirtschaftswachstum für das dritte Quartal von zwei auf 1,8 Prozent nach unten revidiert wurde, bremste die Anleger kaum.

Bei den Einzelwerten legten die Aktien des Internetkonzerns Yahoo  um rund 2,1 Prozent zu. Unternehmenskreisen zufolge erwägt das Unternehmen, seine Beteiligungen in Asien zu reduzieren. Das Geschäft könnte einen Wert von 17 Milliarden Dollar haben, hieß es.

Geldschwemme der EZB bleibt Thema

Für Diskussionen sorgte weiterhin der warme Geldregen der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Vortag. Während einige Börsianer das mit 489 Milliarden Euro überraschend hohe Volumen des Refinanzierungsgeschäftes als Zeichen für den Ernst der Krise der europäischen Finanzbranche werteten, malten andere ein freundlicheres Bild. "Insgesamt sehen wie die große Nachfrage als positiv für die europäischen Banken", schrieben die Analysten der Deutschen Bank in einem Kommentar. "Unabhängig davon, ob es sich dabei um eine gute Praktik handelt, reduziert es die Finanzierungsrisiken und sorgt für Zusatzprofite."

In die vorweihnachtliche Ruhe platzte am Mittwochabend die Herunterstufung Ungarns auf Ramschstatus durch die Ratingagentur S&P. Damit zog Standard & Poor's den Kollegen von Moody's nach, die diesen Schritt schon vorigen Monat vollzogen hatten. Der Budapester Aktienindex fiel daraufhin um bis zu 2,4 Prozent und auch die ungarische Währung geriet unter Verkaufsdruck.

Deutsche Bank gefragt

Vor diesem Hintergrund gehörten die Finanztitel europaweit zu den gefragtesten. Der Branchenindex gewann 1,8 Prozent. Deutsche Bank  und Commerzbank (Kurswerte anzeigen) notierten jeweils deutlich im Plus.

Lufthansa verkauft British Midland

Gefragt waren auch Lufthansa  , nachdem die Fluggesellschaft mit der British-Airways-Mutter IAG endlich einen Käufer für die verlustträchtige Tochter BMI gefunden hatte. Allerdings muss Lufthansa noch Pensionsverpflichtungen für BMI übernehmen und wird die Tochter daher höchstwahrscheinlich mit Verlust abgeben. Dass Lufthansa draufzahle, sei nicht überraschend, betonte Equinet-Analyst Jochen Rothenbacher.

Im Nebenwerte-Index MDax legten Südzucker  1,9 Prozent auf 24,43 Euro zu. Höhere Zuckerpreise hatten dem Unternehmen in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres einen Gewinnanstieg beschert. Auch Hornbach  konnte Anleger überzeugen.

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