China Gerüchte um 300-Milliarden-Fonds treiben Euro

China will offenbar einen Teil seiner enormen Devisenreserven verstärkt in Europa und den USA investieren. Insider berichten von zwei insgesamt 300 Milliarden Dollar schweren Investitionsfonds. Der Euro reagiert mit Gewinnen.
Dollar und Yuan: China plant angeblich einen Mega-Fonds für Investitionen in den USA und in der Euro-Zone von 300 Milliarden Dollar. China ist der größte Gläubiger der USA und reinvestiert jetzt offenbar verstärkt seine Devisen-Reserven

Dollar und Yuan: China plant angeblich einen Mega-Fonds für Investitionen in den USA und in der Euro-Zone von 300 Milliarden Dollar. China ist der größte Gläubiger der USA und reinvestiert jetzt offenbar verstärkt seine Devisen-Reserven

Foto: DPA

Frankfurt am Main - Die Aussicht auf verstärkte chinesische Investitionen hat dem Euro  und den europäischen Aktienmärkten am Freitag Auftrieb gegeben. Die Gemeinschaftswährung übersprang die psychologisch wichtige Marke von 1,34 Dollar und kostete mit 1,3424 Dollar rund einen halben US-Cent mehr als zum New Yorker Vortagesschluss.

Dax  und EuroStoxx 50  bauten ihre Kursgewinne aus und stiegen um jeweils 1,3 Prozent auf 5952 beziehungsweise 2317 Punkte.

Man müsse aber abwarten, ob sich hinter den geplanten, insgesamt 300 Milliarden Dollar schweren Fonds etwas fundamental Neues verberge, sagte ein Frankfurter Aktienhändler. "Vielleicht schichten die Chinesen ihr Geld auch einfach nur um. Der Markt nimmt das aber erst einmal positiv auf."

Die chinesische Zentralbank will nach Angaben von Insidern zwei Fonds im Gesamtvolumen von 300 Milliarden Dollar auflegen, um verstärkt in Europa und den USA zu investieren. Dazu solle ein neues Investmentvehikel geschaffen werden, unter dessen Dach die beiden Fonds verwaltet werden sollen, sagte mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ziel der beiden Fonds sei es, noch stärker im Ausland zu investieren und dabei höhere Renditen zu erzielen. Erste personelle Entscheidungen seien schon gefällt worden. Die genaue Ausgestaltung sei aber noch in der Diskussion.

Auf ein geteiltes Echo stießen die Beschlüsse des EU-Gipfels zur Bekämpfung der Schuldenkrise. "Die gute Nachricht: Man hat sich frühzeitig geeinigt", sagte Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank am Freitag. "Die schlechte Nachricht: Es gibt keine positiven Überraschungen."

Die Renditen der zehnjährigen Anleihen europäischer Krisen-Staaten wie Italien oder Spanien zogen an. Diejenigen der zweijährigen italienischen gingen dagegen auf 6,385 Prozent zurück. Händlern zufolge verhinderten Stützungskäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) hier einen weiteren Anstieg.

Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann sah in der Ausweitung derartiger Aktionen die einzige Möglichkeit für eine schnelle Entlastung der in Schieflage geratenen Staaten. "Schuldenbremsen sind langfristig gut, helfen Italien und Spanien in der aktuellen Situation aber nicht. Das Risiko eines Absturzes des Euros ist durch den Gipfel nicht geringer geworden", fügte er hinzu.

rei/reuters
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