Börse Dax klettert um 8 Prozent binnen drei Tagen

Der Dax setzt seine Erholung fort und schließt knapp unter 5800 Punkten. Nicht nur Hoffnungen auf Fortschritte bei der Bewältigung der Euro-Schuldenkrise stärken. Auch in den USA sorgen frische Konsumdaten für Zuversicht. Der Dax hat binnen drei Handelstagen rund 8 Prozent zugelegt.
Händler in Frankfurt: Wird der Euro-Rettungsfonds EFSF gehebelt?

Händler in Frankfurt: Wird der Euro-Rettungsfonds EFSF gehebelt?

Foto: dapd

New York / Frankfurt am Main - Der Dax  hat am Dienstag vor allem von positiven US-Konjunkturdaten profitiert und an seine kräftigen Gewinne der vergangenen zwei Handelstage angeknüpft. Über weite Strecken allerdings spiegelte das deutsche Börsenbarometer insbesondere die Hoffnungen und Sorgen der Anleger in der Euro-Schuldenkrise wider: Nachdem der Dax am Vormittag noch unter 5700 Punkte gefallen war, testete er zweimal dann auch den Widerstand bei 5800 Punkten.

Mit plus 0,9 Prozent auf 5799 Punkte ging der Leitindex schließlich aus dem Xetra-Handel. Damit legte er seit seinem Tief am Freitag wieder um knapp 8 Prozent zu . Der MDax  stieg um 0,2 Prozent auf 8612 Punkte, der TecDax gewann 1,5 Prozent auf 684 Punkte.

Rückenwind aus New York

An der New Yorker Wall Street legte der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) unterdessen 0,7 Prozent zu. Der vom Forschungsinstitut Conference Board berechnete Index des US-Verbrauchervertrauens war überraschend auf 56 Punkte von revidiert 40,9 Zählern im Oktober gestiegen. Nach dem positiven Verlauf des "Black Friday" - dem traditionellen Auftakt des Weihnachtsgeschäfts der Einzelhändler nach Thanksgiving - sei das keine große Überraschung, sagte ein Börsianer.

"Die Marktteilnehmer geben die Hoffnung nicht auf, dass das anstehende Finanzministertreffenund der EU-Gipfel einen Lösungsansatz für die Schuldenkrise bringen könnten", sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. Politiker hätten keinen Spielraum mehr dafür, die Finanzmärkte zu enttäuschen, so der Experte. "Sie müssen Nägel mit Köpfen machen."

Italien zahlt Rekordzinsen für Anleihen

Das hochverschuldete Euro-Land Italien hat heute zwar abermals deutlich erhöhte Zinsen für frisches Kapital zahlen müssen, stieß aber zumindest auf eine robuste Nachfrage nach seinen Staatsanleihen. Etwas Erleichterung gab es indes aber bei spanischen und französischen Anleihen.

Etwas belastend wirkte sich dann aber die Meldung aus, die Europäische Zentralbank habe nicht die gesamte Liquidität aus ihren Anleihekäufen aus dem Markt nehmen können. Mit Gegengeschäften versuchen die Währungshüter, einem möglichen inflationären Effekt vorzubeugen.

Allianz, BASF und K+S an der Spitze

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten am Dienstag die Aktien von K+S (Kurswerte anzeigen) mit einem Plus von 2,19 Prozent auf 39,16 Euro. Der Düngemittelkonzern will in den kommenden Jahren rund 2,4 Milliarden Euro in die Erschließung einer Kalilagerstätte in Kanada investieren und stieß damit am Markt auf positive Reaktionen. Auch die Titel des Versicherers Allianz (Kurswerte anzeigen) setzten ihre Erholung fort.

Ehrgeizige Ziele des neuen Konzernchefs Kurt Bock hievten ferner die Papiere von BASF (Kurswerte anzeigen) mit 1,74 Prozent ins Plus auf 50,39 Euro. Der Chemiekonzern will bis 2020 den Umsatz auf 115 Milliarden Euro steigern.

Daimler leidet unter Analystenkommentaren

Knappe Verluste gab es dagegen bis zuletzt bei den Daimler -Papieren , die nach einer Analystenstudie um 0,14 Prozent auf 32,09 Euro nachgaben. Die Deutsche Bank hatte die Titel des Autobauers von "Buy" auf "Hold" abgestuft und das Kursziel von 48 auf 36 Euro gesenkt. Das Jahr 2012 dürfte für den Autobauer bestenfalls ein Übergangsjahr mit vermutlich sinkenden Gewinnen werden, schrieb Analyst Jochen Gehrke in einer Studie.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,93 (Montag: 1,91) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,03 Prozent auf 128,78 Punkte. Der Bund Future verlor 0,28 Prozent auf 133,50 Punkte.

Euro gibt leicht nach

Der Euro gab etwas nach. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,3336 (1,3348) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7499 (0,7492) Euro.

Die Ölpreise haben uneinheitlich tendiert. Während der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Kurswerte anzeigen) zur Auslieferung im Januar am frühen Morgen um 29 Cent auf 109,29 Dollar stieg, verbilligte sich ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) im asiatischen Handel um 23 Cent auf 97,97 Dollar.

Händler erklärten den leichten Preisabschlag beim US-Rohöl mit voraussichtlich gestiegenen Ölbeständen in den USA. Am Abend wird das private American Petroleum Institute (API) seinen wöchentlichen Bericht veröffentlichen. Zum Wochenbeginn hatte der Ölmarkt im Fahrwasser der Börsen von der gestiegenen Hoffnung und Risikobereitschaft an den Finanzmärkten vor dem Euro-Gipfel in Brüssel profitiert.

mg/dpa-afx
Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.