Börse Dax gelingt verblüffender 4-Prozent-Hüpfer

Ein bisschen Hoffnung auf Deutschlands Konjunkturresistenz und ein guter Start in das Weihnachtsgeschäft in den Vereinigten Staaten: Manchmal braucht es nicht viel, um Aktienkurse zu treiben. Deutschlands Leitindex Dax gelang heute ein kräftiger Satz nach vorn.
Börse in Frankfurt: Der Dax klettert am Montag zeitweise um 3 Prozent

Börse in Frankfurt: Der Dax klettert am Montag zeitweise um 3 Prozent

Foto: DPA

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag auch ohne handfeste gute Nachrichten in der Euro-Krise seinen vor dem Wochenende gestarteten Befreiungsschlag fortgesetzt. Zurückkehrender Optimismus für die Bewältigung der Schuldenkrise und ein überraschend starker Start in das US-Weihnachtsgeschäft hätten neue Hoffnung und eine kräftige Gegenbewegung gebracht, sagte Chefhändler Matthias Jasper von der WGZ Bank.

Der Dax  sprang um mehr als 250 Punkte oder 4,60 Prozent auf 5745 Punkte hoch. Zum Wochenende hatte sich der Leitindex bereits stabilisiert und nach neun Verlusttagen in Folge erstmals ins Plus geklettert. Zuvor hatte er in seiner Talfahrt bis zu 12 Prozent verloren. Der MDax  endete am Montag 4,15 Prozent höher bei 8591 Punkten, der TecDax  stieg um 3,27 Prozent auf 675 Punkte.

"Es herrscht die vage Hoffnung, dass die Euro-Zone im Laufe der Woche Fortschritte erzielen könnte", begründete Jasper das Plus. Die Entspannung zeigte sich in rückläufigen Renditen auf spanische und französische Anleihen. Am Dienstag treffen sich die Finanzminister Europas mit dem Ziel, die Weichen für den Einsatz des Krisenfonds EFSF als Anleiheversicherer zu stellen. Laut Jasper ist aber auch das in den USA am "Thanksgiving"-Wochenende hervorragend angelaufene Weihnachtsgeschäft am Markt sehr positiv aufgenommen worden. Analyst Gregor Kuhn von IG Markets sagt: "Nach zwei verlustreichen Handelswochen drehen die Aktienmärkte mit hoher Dynamik nach oben", was er auf die überraschend gute Konsumlaune in den USA zurückführte. Ansonsten bleibe das aktuelle Umfeld und auch die Aussicht trübe.

Vor allem die zuvor schwachen Finanzwerte und die stark gedrückten Aktien der Autobauer erholten sich besonders deutlich und zogen den Dax  kräftig nach oben. Tagessieger waren Daimler-Papiere mit plus 7,89 Prozent auf 32,140 Euro. MAN-Titel  verteuerten sich um 6,11 Prozent auf 59,39 Euro. Der Nutzfahrzeugbauer kauft die Anteile der von einer Schmiergeldaffäre erschütterten Ex-Tochter vom Haupteigner IPIC zurück. Laut Börsianern wird damit auch der Weg frei für eine mögliche Übernahme durch Volkswagen. VW-Vorzüge  gewannen 7,14 Prozent.

Kräftige Gewinne gab es europaweit auch im Finanzsektor. Im Dax zogen Allianz-Aktien (Kurswerte anzeigen) um 7,37 Prozent auf 70,64 Euro an, die Titel der Deutschen Bank (Kurswerte anzeigen) kletterten um 7,20 Prozent auf 26,585 Euro. Commerzbank-Papiere (Kurswerte anzeigen) knüpften mit plus 4,13 Prozent zaghafter an ihre bereits drei Tage andauernde Erholung an. Presseberichten zufolge erwägt das Bankhaus den Ankauf von eigenen Anleihen, um die Kapitalseite zu entlasten.

Auch die europäischen Börsen versuchten die jüngste Abwärtsspirale zu durchbrechen - der EuroStoxx 50 (Kurswerte anzeigen) sprang um 5,23 Prozent auf 2221,76 Punkte nach oben und verzeichnete den höchsten Tagesgewinn seit etwa einem Monat. Auch die Börsen in Paris und London schlossen sehr fest. In New York lag der Leitindex Dow Jones (Kurswerte anzeigen) knapp 3 Prozent höher.

Am deutschen Rentenmarkt legte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,91 (Freitag: 1,83) Prozent zu. Der Rentenindex Rex sank um 0,58 Prozent auf 128,74 Punkte. Der Bund Future verlor 0,24 Prozent auf 133,80 Punkte.

Euro erholt sich, Ölpreise stärker

Nach den heftigen Verlusten der Vorwoche ist der Euro (Kurswerte anzeigen) am Montag leicht erholt in den Handel gestartet. Die Gemeinschaftswährung profitierte von Nachrichten über neue Pläne zur Bekämpfung der Schuldenkrise, sagten Händler. Im frühen Handel erreichte der Euro ein Hoch bei 1,3335 Dollar, rutschte dann aber wieder auf zuletzt 1,3300 Dollar ab. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,3229 (Donnerstag: 1,3373) Dollar festgesetzt.

Die Ölpreise haben ebenfalls zugelegt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Kurswerte anzeigen) zur Auslieferung im Januar stieg am frühen Morgen auf 107,72 Dollar. Das waren 1,37 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Freitag. Ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich im asiatischen Handel um 1,68 Dollar auf 98,42 Dollar.

la/mg/dpa-afx
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