Börse Dax beendet Verlustserie

Der Dax hat am Freitag die zweitlängste Verlustserie seiner Geschichte beendet. Äußerungen von EU-Diplomaten zur Ausgestaltung des Rettungsfonds ESM sowie steigende Kurse an der Wall Street verhalfen dem deutschen Leitindex zu einem Plus zum Wochenschluss.
Börse in Frankfurt: Aktionäre durchleben ungemütliche Zeiten

Börse in Frankfurt: Aktionäre durchleben ungemütliche Zeiten

Foto: ALEX DOMANSKI/ REUTERS

Frankfurt am Main - Der Dax ging am Freitag mit einem Plus von 1,2 Prozent auf 5492 Punkte aus dem Handel. Zuvor hatte das Hickhack um mögliche Lösungswege in der Euro-Schuldenkrise dem Dax  neun Tage lang Verluste beschert. Auf Wochensicht ergibt sich für den Index ein Minus von 5,3 Prozent.

In New York stieg der Dow Jones an einem wegen des Thanksgiving-Fests verkürzten Handelstag um 0,4 Prozent auf 11.301 Stellen.

Ausgelöst wurde der Kursanstieg im Dax am Freitagnachmittag durch die Aussage von EU-Diplomaten, wonach der Privatsektor am dauerhaften Rettungsfonds ESM womöglich nicht beteiligt werden soll. "Das würde bedeuten, dass die Banken quasi ungeschoren davonkommen", sagte ein Händler. Das freue den Anleger, aber vermutlich nicht unbedingt den Steuerzahler.

Commerzbank-Aktie an der Dax-Spitze

Die zuletzt unter hohen Abschlägen leidende Aktie der Commerzbank  war mit einem Plus von 2,9 Prozent größter Gewinner im Dax. Allerdings verbuchten die Papiere auf Wochensicht immer noch ein Minus von 13,5 Prozent.

Die Titel der Deutschen Bank (Kurswerte anzeigen) legten am Freitag zwei Prozent zu, der europäische Bankenindex beendete den Handel mit einem Plus von 0,9 Prozent.

Euro fällt auf Sieben-Wochen-Tief

Von dem Aufschwung am Aktienmarkt profitierte der Euro indes nicht: Er fiel zeitweise auf ein Sieben-Wochen-Tief von 1,3210 Dollar. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich am Donnerstag erneut gegen die Einführung von Euro-Bonds ausgesprochen und so viele Anleger enttäuscht.

In der kommenden Woche dürften sich alle Augen auf das Treffen der Euro-Finanzminister am Dienstag richten, bei dem über die nächste Tranche der Hilfsgelder für Griechenland sowie die Hebelung des Rettungsschirms EFSF entschieden werden soll.

Heideldruck-Aktien profitieren von Manroland-Pleite

Die Insolvenz des Druckmaschinenbauers Manroland verhalf den Aktien der Konkurrenten Heidelberger Druck (Kurswerte anzeigen) und König & Bauer wie schon am Vortag zu kräftigen Kursgewinnen. Heidelberger Druck kletterten am Freitag im MDax um bis zu 15,5 Prozent und schlossen 11,6 Prozent fester bei 1,44 Euro. König & Bauer gewannen im SDax 11,5 Prozent auf 11,14 Euro.

Für die Geschäfte von Heidelberger Druck und Koenig & Bauer dürfte ein Ausscheiden von Manroland aus dem Markt von Vorteil sein, da dies den Preisdruck in der Branche lindern dürfte, schrieb Equinet-Analyst Holger Schmidt in einem Kommentar. Dagegen äußerten sich andere Analysten generell skeptisch zu den Geschäftsaussichten der Druckmaschinenhersteller. Die Anteilsscheine von HeidelDruck und Koenig & Bauer haben seit Jahresanfang rund 65 beziehungsweise 40 Prozent eingebüßt.

SDax: Aktien von Praktiker brechen ein

Im SDax brachen die Papiere von Praktiker (Kurswerte anzeigen) um bis zu 27 Prozent auf ein Rekordtief von 1,96 Euro ein. Die Anteilsscheine schlossen rund 23 Prozent im Minus bei 2,08 Euro. Es war der größte Tagesverlust der Aktie seit dem Börsengang 2005. Der Baumarktkonzern hatte am Donnerstag ein Restrukturierungsprogramm vorgestellt und will mehr als 1400 Stellen streichen.

"Heute mehren sich die Zweifel daran, wie das Restrukturierungsprogramm finanziert werden soll", sagte ein Händler. Die Analysten von Silvia Quandt erklärten, es werde eine Herausforderung für den Konzern sein, die dafür benötigten 300 Millionen Euro aufzubringen.

Die Ölpreise haben am Freitag vor dem Hintergrund der Schuldenkrise und Meldungen über Unruhen in Saudi-Arabien keine klare Richtung gezeigt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Kurswerte anzeigen) zur Auslieferung im Januar fiel am frühen Morgen auf 107,56 Dollar. Das waren 22 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich im asiatischen Handel um 17 Cent auf 96,34 Dollar.

mg/dpa-afx
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