US-Autozulieferer Delphi drückt Börsengang durch

Trotz der schwierigen Lage an der Börse haben die Eigentümer des einstmals insolventen US-Autozulieferers Delphi Kasse gemacht. Ihre Vorstellungen zu Aktienpreis und Emissionsvolumen konnte die frühere GM-Tochter allerdings nicht durchsetzen.
Billiger Börsengang: Für den Hedgefonds von John Paulson dürfte der Delphi-Deal trotzdem einen satten Gewinn gebracht haben

Billiger Börsengang: Für den Hedgefonds von John Paulson dürfte der Delphi-Deal trotzdem einen satten Gewinn gebracht haben

Foto: REUTERS

Troy (Michigan) - 24 Millionen Aktien seien zu je 22 Dollar das Stück platziert worden, teilte das Unternehmen am späten Mittwochabend in Troy mit. Die Papiere wurden für 22 bis 24 Dollar angeboten. Der Bruttoerlös lag damit bei rund 530 Millionen Dollar (rund 393 Millionen Euro). Durch eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) können noch einmal knapp 80 Millionen Dollar dazu kommen.

Doch auch dann wird das Volumen deutlich hinter den Hoffnungen der Eigentümer zurückbleiben. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg wollten die Eigentümer bei der Platzierung von Delphi-Anteilen rund eine Milliarde Dollar erlösen. Im vor Kurzem veröffentlichten Börsenprospekt wurde mitgeteilt, dass ein Erlös von bis zu 665 Millionen Dollar angepeilt wird. Die Papiere werden am Donnerstag erstmals an der New Yorker Börse gehandelt.

Delphi gehörte bis 1999 zu General Motors (GM) . Missmanagement und die Probleme des immer noch wichtigen Kunden GM führten 2005 in die Insolvenz. 2009 startete Delphi unter der Ägide von Finanzinvestoren neu. Nun wollen die Besitzer Kasse machen und bieten einen Teil ihrer Anteile an.

Größter Anteilseigner war bis zum Börsengang der bekannte US-Hedgefonds Paulson & Co. mit 22 Prozent. Weitere Anteile liegen bei den Finanzinvestoren Elliott, Silver Point und Oaktree. Sie hatten den Börsengang im Mai gestartet und wollten sich auch von den Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht davon abhalten lassen. Paulson soll nach Bloomberg-Informationen trotz des verringerten Umfangs und des niedrigen Kurses noch einen Gewinn in Höhe von rund 439 Millionen Dollar eingefahren haben.

Die Insolvenz von Delphi war die damals größte in der Autobranche überhaupt. 2009 kippten dann die Autokonzerne GM und Chrysler um und wurden vom Staat gerettet. Delphi verdient aus eigenen Stücken wieder Geld. In den ersten neun Monaten konnte der Zulieferer seinen Umsatz um 19 Prozent auf 12,1 Milliarden Dollar und den Gewinn um 54 Prozent auf 855 Millionen Dollar steigern.

ak/dpa-afx
Mehr lesen über