Börsenflimmern Wall Street treibt Dax in die Höhe

Nach Griechenland-Schock und Kurseinbruch setzt der Dax zur Erholung an. Kursgewinne an der Wall Street treiben den Dax wieder in Richtung 6000 Zähler. Für den Abend haben Angela Merkel und Nicolas Sarkozy Griechenlands Premier Papandreou nach Cannes zum Krisengespräch einbestellt.
Kurstafel in Frankfurt: Der Dax schwankt enorm - und lief zuletzt wieder nach oben

Kurstafel in Frankfurt: Der Dax schwankt enorm - und lief zuletzt wieder nach oben

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

Frankfurt am Main - Nach dem Ausverkauf der vergangenen beiden Tage haben sich am Mittwoch wieder erste Schnäppchenjäger an die europäischen Aktienmärkte gewagt. Der Dax baute am Nachmittag seine Gewinne zeitweise auf 2,5 Prozent Zähler aus, da auch an der Wall Street die Kurse stiegen. Den Xetra-Handel beendete der Dax (Kurswerte anzeigen) dann mit einem Plus von 2,3 Prozent bei 5965 Punkten.

Börsianer bleiben trotz des Erholungsversuchs skeptisch. Das Plus in den meisten Indizes führten sie auf eine technische Gegenbewegung zurück, denn schließlich hatte der Dax  am Montag und Dienstag insgesamt 8 Prozent verloren.

"Griechenland ist und bleibt das Hauptthema - zumal im Vorfeld des G20-Gipfels in Cannes schon wieder beraten wird", sagte ein Händler.

Nach dem umstrittenen Referendums-Coup wurde Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy für Mittwoch Abend nach Cannes zitiert, um sich zu erklären. Am Donnerstag beginnt dort der Gipfel der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20).

Neue Krisengespräche in Cannes und Hinweise von Ben Bernanke

Für vereinzelte Käufe sorgten Spekulationen, US-Notenbankchef Ben Bernanke werde nach der Zinsentscheidung am Abend Hinweise auf weitere Stützungsmaßnahmen für die schwächelnde Konjunktur seines Landes geben. Doch nur wenige Börsianer rechneten mit konkreten Ankündigungen.

Für Zuversicht sorgen auch neue Nach einer Umfrage der privaten Arbeitsagentur ADP wurden im Oktober in der Privatwirtschaft der weltgrößten Volkswirtschaft etwas mehr neue Stellen als erwartet geschaffen. Die offiziellen Arbeitsmarktdaten für Oktober wird das US-Arbeitsministerium an diesem Freitag veröffentlichen. Die APD-Daten gelten als Indikator hierfür.

Volkswagen profitiert von Audi-Zahlen und US-Absatz

Zu den Spitzenreitern im Dax zählten Volkswagen Vz. (Kurswerte anzeigen) und MAN (Kurswerte anzeigen) . Die Aktien des Lkw-Bauers gewannen bis zu 5,4 Prozent, was Händler auf Gerüchte um eine Aufstockung des Anteils durch Großaktionär VW zurückführten, wozu sich VW aber nicht äußern wollte. Bei MAN hieß es, derzeit gebe es keinerlei Indikation dafür. So schmolz das Plus bis zum Nachmittag auf 2,8 Prozent zusammen. Die vorgelegten Quartalszahlen waren dagegen schlechter als erwartet ausgefallen.

Die Papiere von Volkswagen Vz.  zogen angesichts eines brummenden US-Geschäfts und steigender Renditen der Tochter Audi um rund 6 Prozent an und gehörten gemeinsam mit Lufthansa (Kurswerte anzeigen) zu den größten Gewinnern im Dax.

Metro legt zu: Karstadt-Investor Berggruen bietet für Kaufhof

Für reichlich Diskussionen sorgte der Handelskonzern Metro (Kurswerte anzeigen) , dessen Warenhaus-Tochter Kaufhof ins Visier von Investoren gerückt ist. Auch Karstadt-Investor Nicolas Berggruen gehört zu den Interessenten. "Die Börse würde die schon seit langem angedachte Trennung vom Kaufhof positiv sehen", kommentierte ein Händler. Entsprechend zogen die Aktien deutlich an.

Enttäuscht waren die Anleger von den Quartalszahlen des Dialysekonzerns Fresenius Medical Care , die unter den Erwartungen lagen. Die Aktien übernahmen im Dax mit einem Minus von knapp zwei Prozent die rote Laterne.

Gute Zahlen treiben GEA und Hugo Boss an

Im MDax ließen überraschend gute Quartalszahlen die Gea -Aktien  am frühen Nachmittag um mehr als 5 Prozent auf 20,32 Euro steigen. Laut Händler sind Gewinn und Umsatz des Maschinenbaukonzerns besser als erwartet ausgefallen.

Auch beim Modekonzern Hugo Boss (Kurswerte anzeigen) sorgten starke Zahlen für plus 2,23 Prozent. Vor allem der Nettogewinn habe deutlich über den Analystenprognosen gelegen, hieß es von Börsianern. Auch Analyst Andreas Riemann von der Commerzbank stufte die Zahlen "über den Erwartungen" ein.

rei/dpa-afx
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