Börse Dax schließt vor Euro-Gipfel im Minus

Die Meldung, dass vor dem Beginn des EU-Gipfels die Verhandlungen mit Banken der Eurozone festgefahren seien, schickt den Dax zum Handelsschluss ins Minus. Anleger sind hochnervös. Gegen den Trend legt die Aktie von Merck knapp 10 Prozent zu. Der Euro gibt nach.
Händler an der Börse: Die Nervosität vor dem EU-Gipfel steigt

Händler an der Börse: Die Nervosität vor dem EU-Gipfel steigt

Foto: Corbis

Frankfurt am Main - Der Dax (Kurswerte anzeigen) hat am Mittwoch einen nervösen Handel im Minus beendet. Der Leitindex hatte nach der großen Zustimmung des Bundestages für einen stärkeren Euro-Rettungsfonds zunächst mehr als ein Prozent zugelegt, verlor am Ende dann aber 0,5 Prozent auf 6016 Punkte.

Belastet hat den Leitindex Händlern zufolge letztlich die Meldung, dass vor dem Beginn des EU-Gipfels die Verhandlungen mit Banken der Eurozone festgefahren und zunächst ausgesetzt worden seien. Der Chef der Eurogruppe und luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker versicherte, dass die Verhandlungen weitergingen.

Aktienhändlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets sagte zur generellen Stimmung unter den Anlegern: "Der Markt schwankt seit der jüngsten Konfusion durch das gestrichene Finanzministertreffen nun vor dem Gipfel nervös hin und her. Allerdings dürfte keine konkrete Lösung präsentiert werden, da noch keine zahlenmäßige Einigung gefunden wurde."

Merck haussiert nach Quartalszahlen

Auf Unternehmensseite nimmt die Berichtssaison hierzulande weiter Fahrt auf. Im Dax kletterten die Aktien von Merck KGaA (Kurswerte anzeigen) nach Vorlage der Bilanz mit plus 8,49 Prozent auf 65,07 Euro an die Spitze. Ein Händler lobte die Zahlen, sah die Marge im Flüssigkristall-Geschäft allerdings etwas schwächer als angenommen. Zudem will der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern die Schlagkraft von Forschung und Entwicklung erhöhen sowie Kosten sparen.

Die MAN-Titel folgten mit plus 1,94 Prozent, nachdem der "Platow Brief" von einem brummenden Geschäft vor allem in Südamerika berichtet und der Börsenbrief von gut gefüllten Auftragsbüchern gesprochen hatte.

Nebenwerte: Krones unter Druck

Die Papiere von Krones  rutschten mit 6,3 Prozent auf 35,795 Euro ans MDax-Ende. Börsianer werteten die Zahlen des Getränkeabfüllanlagen-Herstellers als enttäuschend. Der Münchner Triebwerksbauer MTU hatte im dritten Quartal dank des Luftfahrt-Booms einen kräftigen Umsatzsprung hingelegt. Der Gewinn allerdings war wegen hoher Entwicklungskosten für neue Triebwerksmodelle zurückgegangen. Die Titel legten daraufhin um minimale 0,07 Prozent zu.

Der EuroStoxx 50 sank um 0,38 Prozent auf 2.335,06 Punkte. In Paris schloss der CAC 40 leicht im Minus, während der Londoner Markt zulegte. In New York stand der Dow Jones Industrial Industrial zum Handelsschluss in Europa moderat im Plus.

Euro gibt nach

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,83 (Vortag: 1,90) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,28 Prozent auf 129,66 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,10 Prozent vor auf 135,40 Punkte.

Der Euro fiel in einem ebenfalls sehr nervösen Handel vor dem EU-Gipfel und kostete zuletzt 1,3839 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor noch auf 1,3927 (1,3918) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7180 (0,7185) Euro.

mg/dpa-afx
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