Börse Dax legt zu - Hoffnung auf Euro-Lösung

Anleger bleiben optimistisch, dass es Fortschritte zur Lösung der Euro-Krise geben wird. Der US-Konzern Caterpillar stützt zudem die Hoffnung auf eine Erholung der Konjunktur. In den USA notiert der Dow Jones auf dem höchsten Stand seit Ende August. Auch der Dax klettert weiter.
Börse in Frankfurt: Hoffen auf weitere Schritte zur Lösung der Euro-Krise am Mittwoch

Börse in Frankfurt: Hoffen auf weitere Schritte zur Lösung der Euro-Krise am Mittwoch

Foto: KIRILL IORDANSKY/ REUTERS

Frankfurt am Main - Die Hoffnung auf Fortschritte bei der Bewältigung der Schuldenkrise in der Euro-Zone hat den Dax am Montag über die Marke von 6000 Punkten gehoben. Ein fester Start der US-Börsen sorgte am Montag dafür, dass der Dax (Kurswerte anzeigen) bis zum Handelsschluss auf Xetra seine Gewinne auf 1,4 Prozent ausbaute und bei 6055 Zählern aus dem Handel ging. Der MDax (Kurswerte anzeigen) rückte um 2,1 Prozent, der TecDax (Kurswerte anzeigen) um 2,8 Prozent vor.

Die Anleger zeigten sich nach dem EU-Gipfel am Wochenende insgesamt weiterhin optimistisch, dass es bald eine Lösung für die Schuldenprobleme in der Eurozone geben werde. Allerdings werden spätestens nach dem zweiten EU-Gipfel am Mittwoch konkrete Ergebnisse erwartet. "Inzwischen ist die Hoffnung auf eine klare Perspektive zur Lösung der Euro-Krise zu spüren", sagte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank.

Unterstützung kam auch von den US-Börsen. Der US-Leitindex Dow Jones  notierte im frühen Handel 0,7 Prozent im Plus, nachdem der US-Leitindex bereits am Freitag auf dem höchsten Stand seit Anfang August geschlossen hatte. Auch der Technologieindex Nasdaq Composite  setzte seine Erholung fort.

Kurseinbruch in Athen

In Athen liegen unterdessen die Nerven blank: Der Leitindex brach um 4,5 Prozent ein, die Bankenwerte stürzten im Schnitt gar um knapp 17 Prozent ab. Der EU-Gipfel war am Wochenende ohne Entscheidungen zu Ende gegangen, soll aber am Mittwoch mit einer Neuauflage die Lösung bringen.

"Das Potenzial für Enttäuschungen bleibt unseres Erachtens erhalten", stellte Helaba-Analyst Christian Schmidt fest. Dennoch tragen sich viele Anleger auch mit der Hoffnung, dass die Politiker sich doch noch einigen werden.

US-Konzern Caterpillar nährt Hoffnungen auf Erholung der Konjunktur

An der Wall Street sorgte vor allem Caterpillar für Furore: der Baumaschinenhersteller wartete mit unerwartet guten Zahlen auf, was den Aktienkurs des Unternehmens um bis zu 5,7 Prozent in die Höhe trieb. Da auch in Europa die Bilanzsaison in dieser Woche Fahrt aufnimmt, hätten einige sich mitreißen lassen, sagten Händler.

So stehen am Dienstag die Bilanzen der Deutschen Bank und der Schweizer Großbank UBS auf den Terminkalendern. Sie könnten Aufschluss darüber geben, inwieweit die Krise den großen Geldhäusern das Leben erschwert.

Bankenwerte gefragt - Deutsche Bank vor Zahlen fest

Die Aktien der Deutschen Bank (Kurswerte anzeigen) gingen mit einem Plus von 2,3 Prozent, die der UBS mit einem Plus von 1,4 aus dem Handel. Heiß diskutiert wird vor allem, wie hoch der Schuldenschnitt für Griechenland sein wird. Auf der anderen Seite brauchen Europas Banken voraussichtlich milliardenschwere Kapitalerhöhungen.

Die besonders betroffenen französischen Banken schlossen behauptet: Societe Generale stiegen um vier Prozent, Credit Argricole um 2,8 Prozent, BNP Pairbas um 0,7. Der Stoxx-Banken-Index schloss 1,8 Prozent höher.

China-Phantasie treibt zyklische Werte hoch

Viele Anleger setzten - auch angespornt durch das Ergebnis von Caterpillar - wieder auf konjunkturabhängige Werte. Zwar scheint den Einkaufsmanagerindizes zufolge die Wirtschaft in der Euro-Zone in die Rezession abzugleiten. Doch die Wachstumslokomotive China - die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt - hat dafür im Oktober wieder Fahrt aufgenommen.

Im Dax profitierten davon die Aktien von HeidelbergCement  , die über 6 Prozent zulegten. ThyssenKrupp  gewannen über 4,5 Prozent.

Die im Dax  notierten Vorzugsaktien von Volkswagen (Kurswerte anzeigen) - der Konzern will am Donnerstag seinen Zwischenbericht vorstellen - stiegen um 4,6 Prozent zu, MAN um rund fünf Prozent. In London waren die Aktien der großen Bergbaukonzerne gefragt: Antofagasta , Kazakhmys , BHP Billiton und Rio Tinto stiegen um bis zu acht Prozent.

Auf der Verliererseite im Dax standen die Aktien der Deutschen Börse  mit einem Abschlag von gut einem Prozent. Der Börsenbetreiber leidet derzeit unter den geringen Umsätzen. Zudem zieht sich die geplanten Fusion mit der New Yorker Börse Nyse hin, da die Kartellwächter den Zusammenschluss noch prüfen.

Euro steigt nach EU-Gipfel zeitweise über 1,39 Dollar

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,82 (Freitag: 1,81) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 129,74 Punkte. Der Bund Future gewann 0,32 Prozent auf 135,10 Punkte.

Der Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3856 (1,3798) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7217 (0,7247) Euro.

Auch für Ölpreise gilt das Prinzip Hoffnung

Die Ölpreise haben am Montag im asiatischen Handel nach neuen Hoffnungen auf eine Lösung in der Schuldenkrise zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Lieferung im Dezember kostete 110,15 US-Dollar und damit 59 Cent mehr als zum Handelsschluss am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) legte um 66 Cent auf 88,06 Dollar zu.

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mg/ed/dpa-afx