Geplanter Börsengang Groupon-Aktien für unter 20 Dollar

Jetzt ist es offiziell: Groupon bietet seine Aktien zu einem deutlich niedrigeren Preis an, als bisher erwartet. Statt mit 30 Milliarden Dollar würde der Gutscheinanbieter dadurch nur noch mit weniger als der Hälfte bewertet.
Groupon-Website: Waren und Dienstleistungen können hier zu einem deutlich reduzierten Preis erworben werden

Groupon-Website: Waren und Dienstleistungen können hier zu einem deutlich reduzierten Preis erworben werden

New York - Groupon bietet seine Aktien zum Preis zwischen 16 und 18 Dollar an, wie aus den am Freitag veröffentlichten Unterlagen hervorgeht. Insgesamt sollen 34,5 Millionen Aktien platziert werden, damit lägen die Einnahmen bei bis zu 621 Millionen Dollar.

Bewertet wird der Gutscheinanbieter an der Börse dann mit bis zu 11,4 Milliarden Dollar. Zwischenzeitlich war Groupon eine Bewertung von 20 bis 30 Milliarden Dollar zugetraut worden. Doch die Abkühlung der Märkte und Fehler des Unternehmens sorgten dafür, dass sich der Börsengang immer weiter verzögerte und jetzt deutlich kleiner als erwartet ausfällt. Bereits gestern berichteten US-Medien über eine Verkleinerung des Börsengangs.

Bei Groupon können Unternehmen Rabattcoupons für ihr Geschäft anbieten. Der Deal kommt zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zuschlägt. Groupon behält eine Kommission, typischerweise rund die Hälfte des Gutscheinwerts.

Grundsätzliche Zweifel am Geschäftsmodell

Zuletzt musste Groupon wegen Bedenken der Börsenkontrolleure die Umsatzangaben praktisch halbieren - jetzt kommt nur noch die Kommission in die Bücher, und nicht der gesamte Couponwert. Schon zuvor tilgte Groupon auf Druck der Börsenaufsicht SEC eine Kennziffer, bei der das Ergebnis ohne die hohen Marketingkosten berechnet wurde.

Hinzu kommt, dass die Firmenführung um Gründer Andrew Mason die Kritik nicht auf sich sitzen lassen wollte, obwohl sie sich in der sogenannten "stillen Periode" vor einem Börsengang zurückhalten muss. Mason verteidigte das Geschäftsmodell in einer internen E-Mail - die im Handumdrehen an die Öffentlichkeit gelangte und abermals die SEC auf den Plan rief. Mitten in der Vorbereitung des Börsengangs zog es zudem die zweitwichtigste Managerin Margo Georgiadis nach nur fünf Monaten zurück zu Google .

Groupon hatte im Juni den Gang an die Börse angekündigt und wollte ursprünglich bis zu 750 Millionen Dollar bei den Anlegern einsammeln. Beobachter hatten dem Internetsenkrechtstarter sogar einen Milliarden-Börsengang zugetraut, insbesondere nachdem das junge Unternehmen ein Kaufangebot von Google im Wert von sechs Milliarden Dollar abgelehnt hatte.

Vor allem aber gibt es grundsätzliche Zweifel am Geschäftsmodell: Groupon kommt trotz schnell wachsender Umsätze nicht aus tiefroten Zahlen heraus, weil die Gewinnung neuer Kunden viel Geld kostet. Groupon unterhält ein Heer von Außenmitarbeitern, die Firmen für Rabattaktionen gewinnen.

mg/dpa