Börse Dax steigt kräftig- Bankentitel sehr fest

Der Dax hebt zum Wochenschluss ab. Anleger hoffen trotz der zähen Verhandlungen auf zählbare Ergebnisse des Eurogipfels am Wochenende. Der deutsche Leitindex klettert um mehr als 3 Prozent. Bankentitel haussieren.
Händler in Frankfurt: Der Dax legt zum Wochenschluss um mehr als 3 Prozent zu

Händler in Frankfurt: Der Dax legt zum Wochenschluss um mehr als 3 Prozent zu

Foto: Boris Roessler/ dpa

Frankfurt am Main - Versöhnlicher Wochenschluss: Vor dem mit Spannung erwarteten EU-Gipfel ist der Dax  mit satten Kursgewinnen aus der Handelswoche gegangen. Der deutsche Leitindex legte am Freitag um 3,55 Prozent auf 5.970 Punkte zu, kein Einzelwert lag im Minus.

Auf Wochensicht steht für das deutsche Börsenbarometer indes ein minimales Minus von 0,1 Prozent zu Buche, da der Index zu Wochenbeginn eingebrochen war. Zuvor hatte der unerwartet robuste Ifo-Geschäftsklimaindexdem Markt Unterstützung gegeben.

Auch an der New Yorker Börse bauten die Indizes ihre Gewinne im späten Handel aus: Der US-Leitindex Dow Jones  kletterte bis 18 Uhr MEZ um 1,9 Prozent.

"Hoffnung auf etwas Großes"

"Es ist die Erwartung, dass der EU-Gipfel am Wochenende doch noch etwas Großes zustande bringt", sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank mit Blick auf das Kursplus. Dadurch sei aber auch das Verlustpotenzial im Falle eines enttäuschenden Gipfelverlaufs groß. Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade sprach von einem "Paradebeispiel für politische Börsen".

Für Rückenwind sorgten außerdem Aussagen der Ratingagentur Fitch. Demnach rechnet sie nicht mit Rating-Änderungen wegen des EU-Gipfels. "Die Veränderungen am Rettungsmechanismus EFSF würden das Rating von Frankreich nicht gefährden", sagte der Leiter der Abteilung Staatsanleihen, David Riley. Zudem würde eine starke EU-Lösung Italien und Spanien vor einer Herabstufung schützen.

Bankenwerte wieder ganz oben - Commerzbank haussiert

Der allgemeine Optimismus hievte die Bankenwerte an die Spitze des Dax. Ganz vorne lagen die Titel der Commerzbank (Kurswerte anzeigen) , die sich um 7,4 Prozent auf 1,70 Euro verteuerten. Für die Anteile der Deutschen Bank (Kurswerte anzeigen) ging es um knapp 7 Prozent nach oben. Am Vortag hatten diese Papiere noch am stärksten unter der Nervosität der Anleger gelitten.

Daimler expandiert in den USA - Aktie sehr fest

Zu den besseren Dax-Werten gehörten auch Titel von Daimler (Kurswerte anzeigen) mit einem Aufschlag von knapp 5 Prozent. Händler verwiesen darauf, dass der Stuttgarter Autobauer in den USA von 2015 an ein neues Mercedes-Modell produzieren will. Dafür sollen 350 Millionen US-Dollar (255 Millionen Euro) investiert werden. Zudem plant Daimler, zusammen mit Europcar das Carsharing-Geschäft kräftig auszubauen.

MAN profitieren von Scania-Zahlen

Die MAN -Aktien profitierten von positiven Zahlen des schwedischen Lastwagenbauers Scania  und kletterten um 3,72 Prozent auf 59,70 Euro. Zusätzlich stützte ein Bericht, wonach MAN, Volkswagen (VW) und der Abu-Dhabi-Staatsfonds IPIC als Eigner der Essener Ferrostaal am Wochenende bei einem Gespräch in Paris ihren Dauerstreit beilegen wollen.

Unterdurchschnittlich entwickelten sich die Aktien von Merck KGaA  mit plus 0,88 Prozent auf 60,94 Euro. Der Pharmakonzern will nach dem Aus für die Entwicklung des Parkinson-Mittels Safinamid sämtliche Rechte an Newron Pharmaceuticals zurückgeben. Von einem Händler hieß es, dies sei zwar keine Überraschung, aber auch keine positive Nachricht für Merck.

Dialog haussieren: Anleger spekulieren auf Samsung-Smartphone

Im TecDax sprangen die Aktien des Halbleiterunternehmens Dialog Semiconductor um mehr als sechs Prozent nach oben. Nach Ansicht eines Händlers spricht einiges dafür, dass Dialog einer der Zulieferer für Samsungs neues Smartphone Nexus Galaxy ist.

Euro legt wieder zu

Am deutschen Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,81 (Vortag: 1,84) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,48 Prozent auf 129,71 Punkte. Der Bund Future verlor 0,59 Prozent auf 134,63 Punkte.

Der Kurs des Euro stieg bis zum Abend wieder und lag bei 1,3888 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3798 (1,3807) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7247 (0,7243) Euro.

Die Ölpreise bewegten sich nur wenig. Ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Lieferung im Dezember kostete 109,77 US-Dollar und damit kaum weniger als zum Handelsschluss am Donnerstag. Dagegen legte der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) um 0,4 Prozent auf 86,43 Dollar zu.

ak/rtr/dpa-afx
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