Möglicher Bieterkampf SGL-Carbon-Aktie steigt zweistellig

BMW und Volkswagen stehen laut einem Magazinbericht vor einem Bieterkampf um den Leichtbauspezialisten SGL Carbon. Dessen Aktienkurs macht am Montag schon einen gewaltigen Sprung nach oben.
Begehrtes Werk: Kohlefaserverarbeitung bei SGL

Begehrtes Werk: Kohlefaserverarbeitung bei SGL

Foto: SGL Group

Frankfurt am Main - Die Aktien der SGL Group  haben am Montag mit einem vorbörslichen Kurssprung auf Berichte über einen Einstieg von BMW  profitiert. Die Titel des Kohlenstoffspezialisten kletterten im frühen Börsenhandel um knapp 12 Prozent auf 42,465 Euro. Für die Titel des Münchener Autobauers ging es um 2,4 Prozent nach oben, Volkswagen-Aktien  legten 2 Prozent zu.

BMW will dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL zufolge Aktien des hessischen Carbon-Herstellers kaufen und damit den Konkurrenten Volkswagen in die Schranken weisen. Auch der "Platow Brief" hatte ähnliches berichtet. Ein BMW-Sprecher bezeichnete den geplanten Vorstoß am Sonntag als "Spekulation" und wollte den Bericht nicht kommentieren. BMW-Großaktionärin Susanne Klatten hält dem Magazin zufolge bereits einen Anteil von rund 29 Prozent aller SGL-Aktien.

Falls nun auch die Münchener Autobauer selber zukaufen sollten, könnte die Börsenaufsicht dies als Interessenzusammenführung werten, die ein Übernahmeangebot für die SGL Group auslösen dürfte, meinte ein Händler. Dennoch wertete er den Bericht als positiv für die BMW-Aktien.

Beide Autohersteller profitieren mit ihren Beteiligungen vor allem von der gesicherten Versorgung mit Karbonfasern. Leichtbau gilt als eines der wichtigsten Zukunftsthemen in der Automobilindustrie. Leichtere Autos verbrauchen weniger Sprit und stoßen weniger CO2-Emissionen aus. Allerdings gilt der Werkstoff, der sich im Flugzeugbau allmählich bereits durchsetzt, noch als zu teuer für die Autoherstellung.

Analystin Yasmin Moschitz von der Commerzbank schrieb in einem Kommentar: "Wir können zwar nicht ausschließen, dass BMW bei SGL Carbon einsteigt. Allerdings wäre ein solcher Schritt aus operativer Sicht nur wenig sinnvoll." So könnten Volkswagen und der Anlagenbauer Voith mit ihrem Anteil von zusammen etwa 19 Prozent an dem Kohlenstoffspezialisten verhindern, dass sie von BMW und Klatten aus SGL herausgedrängt werden. Die Expertin hielt an ihrem "Hold"-Votum für die Papiere des Kohlenstoffspezialisten fest.

ak/dpa-afx

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