Entschädigung Erste Madoff-Opfer erhalten Geld

Zweieinhalb Jahre nach der Verurteilung des Milliardenbetrügers Bernard Madoff beginnen die Entschädigungszahlungen an die Opfer. Doch viel bleibt ihnen nicht. Sie erhalten nur noch 4,6 Cent für jeden Dollar, den sie verloren.
Jahrhundertbetrüger Madoff: Er prellte die anleger um mindestens 65 Milliarden Dollar

Jahrhundertbetrüger Madoff: Er prellte die anleger um mindestens 65 Milliarden Dollar

Foto: AFP

New York - Die ersten Opfer des Milliardenbetrügers Bernard Madoff werden entschädigt. Der Insolvenzverwalter Irving Picard teilte jetzt mit, er werde am heute die ersten Auszahlungen an Geschädigte vornehmen. Es handle sich um "die erste Rückgabe gestohlener Gelder an von Madoff geprellte Kunden". Bedeutende Summen, die derzeit wegen laufender Berufungsverfahren noch nicht ausgezahlt werden könnten, würden an ihre rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben, fügte Picard hinzu. Viele Kunden von Madoff seien dringend auf das Geld angewiesen.

Die US-Justiz hatte im Juli eine erste Summe von 272 Millionen Dollar (rund 204 Millionen Euro) für Entschädigungszahlungen freigegeben. Da der Insolvenzverwalter inzwischen weitere Streitfälle beilegen konnte, stehen inzwischen 312 Millionen Dollar für die Entschädigung von rund 1230 Kontoinhabern zur Verfügung. Viel ist ihnen nicht geblieben: Picard zufolge erhalten sie nur noch 4,6 Cent für jeden Dollar, den sie verloren.

Picard hat bislang 8,7 Milliarden Dollar aus Madoffs Vermögen und von Investoren sichergestellt, die vom Milliardenbetrug profitiert hatten. Er fordert mehr als 94 Milliarden Dollar und hat dazu bereits über 1000 Klagen eingereicht. Schadenersatz verlangt er unter anderem von Madoffs wichtigster Bank JPMorgan Chase. Diese hat den Vorwurf zurückgewiesen, an Madoffs Betrug mitschuldig zu sein.

Madoff war im Dezember 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise festgenommen worden, nachdem er über Jahre hinweg mit Hilfe eines komplexen Systems tausende Anleger um geschätzte 65 Milliarden Dollar geprellt hatte. Die Anleger verlangten ihr Geld zurück. Im Jahr 2009 wurde Madoff zu 150 Jahren Haft verurteilt. Im Prozess gestand er, die ihm anvertrauten Summen nie angelegt zu haben. Zu seinen Opfern zählen Banken, Privatleute und Wohltätigkeitsorganisationen.

rei/dpa/reuters
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