Schwieriges Marktumfeld Kaum jemand wagt sich noch aufs Parkett

Schuldenkrisen in Europa und den USA, Turbulenzen an den Finanzmärkten: Wegen des schlechten Marktumfelds ist die Zahl der Börsengänge im dritten Quartal weltweit eingebrochen. Die Unternehmensberater von Ernst & Young rechnen erst im Frühjahr 2012 wieder mit mehr Sprüngen aufs Parkett.
NYSE in New York: Das Onlinenetzwerk LinkedIn wagte im Mai noch den Gang an die Börse

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Foto: MIKE SEGAR/ REUTERS

Stuttgart - Die Zahl der IPOs (Initial Public Offerings) ging in der Zeit zwischen Juli und September im Vergleich zum Vorquartal um fast ein Drittel auf 284 zurück. Das geht aus einer Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young (E&Y) hervor. Das Emissionsvolumen sackte gar um 60 Prozent auf 28,5 Milliarden Dollar ab.

"Der Rückgang der weltweiten IPO-Aktivitäten zeigt, dass die Schuldenkrisen in der Euro-Zone und den USA negative Auswirkungen auf den IPO-Markt und das Vertrauen sowohl der Emittenten als auch der Investoren haben", sagt der zuständige E&Y-Manager Martin Steinbach.

Die Unternehmen hätten ihre Pläne aber nur zurückgestellt und warteten auf bessere Marktbedingungen. "Verstärkte Aktivitäten erwarten wir erst wieder für das Frühjahr 2012", sagte Steinbach. Die Zeitfenster für Börsengänge würden sich derzeit extrem kurzfristig öffnen und schließen, deshalb sei eine gute Vorbereitung wichtig, um Möglichkeiten schnell zu nutzen.

Insgesamt wurden im dritten Quartal zudem 22 IPOs verschoben und 49 ganz abgesagt. Besonders wenig Börsengänge zählte das Beratungsunternehmen im September.

Wenn Börsengänge klappten, dann vor allem in den Wachstumsmärkten, zu denen auch China gehört, hieß es weiter. In Deutschland schafften in der Zeit gerade einmal drei kleinere Unternehmen den Sprung aufs Parkett. Die Analyse erstellt Ernst & Young vier Mal jährlich.

mg/dpa-afx
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