Börse Dax legt fast 5 Prozent zu

Der Dax ist am Mittwoch wieder kräftig in Fahrt gekommen. Bis zum Börsenschluss legte der Index fast 5 Prozent zu. Aktien der Banken zählen zu den Gewinnern. Der Euro zeigt sich von der Italien-Herabstufung kaum berührt. Die Ölpreise steigen erstmals seit drei Tagen wieder an.
Börse Frankfurt: Nach dem Kursrutsch am Vortag erholte sich der Dax am Mittwoch

Börse Frankfurt: Nach dem Kursrutsch am Vortag erholte sich der Dax am Mittwoch

Foto: KIRILL IORDANSKY/ REUTERS

Frankfurt - Nach den Verlusten der vergangenen drei Handelstage hat sich der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch wieder stark präsentiert. Gestützt auf freundliche Vorgaben von der Wall Street gewann der Dax (Kurswerte anzeigen) 4,9 Prozent uf 5473,03 Punkte. Der MDax (Kurswerte anzeigen) gewann 3,6 Prozent auf 8066,29 Punkte und der TecDax (Kurswerte anzeigen) stieg um 2,6 Prozent auf 642,27 Punkte. Beide Indizes waren am Vortag auf neue Tiefststände seit einem und sogar zwei Jahren gefallen.

In New York stieg der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) nach eineinhalb Handelsstunden um 0,5 Prozent auf 10.862 Punkte und knüpfte so an seine Kursgewinne vom Vortag an. Der S&P 500 (Kurswerte anzeigen) stieg um 0,6 Prozent auf 1131 Punkte. Noch größer fiel das Kursplus an der Technologiebörse Nasdaq aus: Der Composite Index  legte um 1 Prozent auf 2430 Punkte zu. Der Einkaufsmanagerindex der US-Industrie war weniger gefallen als befürchtet.

Die Ratingabstufung italienischer Staatsanleihen durch Moody's sowie der im September überraschend stark gefallene Einkaufsmanagerindex der Euro-Zone traten in den Hintergrund.

Hoffnung auf Bankenrettung

Im Fokus standen abermals die Banken, zumal Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Dienstag vor einer europäischen Bankenkrise gewarnt hat. Dem wollen die EU-Finanzminister gegensteuern: "Die Kapitalausstattung der europäischen Banken muss verbessert werden", sagte EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn der "Financial Times". Damit könne die andauernde Unsicherheit reduziert werden. "Das sollte ein wesentlicher Teil der umfassenden EU-Strategie sein, um Vertrauen wieder herzustellen und die Krise zu überwinden.

Gehörten die Bankentitel am Vortag über weite Strecken noch zu den schwächsten Papieren, zogen sie aktuell den Dax nach oben: So kletterten die Aktien der Deutschen Bank (Kurswerte anzeigen) als einer der besten Werte um 7,6 Prozent auf 26,50 Euro, die der Commerzbank (Kurswerte anzeigen) stiegen um 5,4 Prozent auf 1,78 Euro.

Ganz vorn lagen konjunktursensible Werte. Die Vorzugsaktien von Volkswagen (Kurswerte anzeigen) gewannen 7,7 Prozent auf 95,38 Euro. Die Papiere des Rohstoffkonzerns K+S (Kurswerte anzeigen) legten als stärkster Wert im Dax um 8,3 Prozent auf 38,59 Euro zu.

Anders als am Vortag waren defensive Werte kaum gefragt: Die Anteile von Fresenius Medical Care (Kurswerte anzeigen)verloren als schwächster Dax-Wert 0,1 Prozent auf 49,26 Euro. Bayer-Aktien  gewannen unterdurchschnittliche 1,5 Prozent auf 40,10 Euro. Sie profitierten damit nicht von Aussagen zum Ausbau des Japan-Geschäfts.

Ölpreise klettern erstmals seit drei Tagen

Die Ölpreise sind am Mittwoch erstmals seit drei Tagen wieder gestiegen. Ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur November-Lieferung kostete am Abend 102,18 US-Dollar. Das waren 2,39 Dollar mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) stieg um 2,93 Dollar auf 78,60 Dollar.

Händler erklärten die festere Tendenz am Ölmarkt vor allem mit Lagerdaten aus den USA vom Vorabend. Dort hatte das private American Petroleum Institute (API) einen deutlichen Abbau der Rohölbestände gemeldet. Zudem wurde auf den etwas schwächeren Dollar als Unterstützung am Ölmarkt verwiesen.

Euro trotz Italien-Herabstufung kaum verändert

Der Euro-Kurs  stieg trotz der Herabstufung Italiens durch die Ratingagentur Moody's. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1,3325 US-Dollar und damit sogar etwas mehr als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,3337 (Dienstag: 1,3181) Dollar festgesetzt.

Am späten Dienstabend hatte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit Italiens um gleich drei Stufen auf die sechsthöchste Note A2 herabgesetzt. Die Agentur begründete den Schritt unter anderem mit strukturellen Schwächen in der italienischen Wirtschaft und Haushaltsrisiken. Moody's folgt damit der größten Agentur Standard & Poor's (S&P), die Italien bereits Mitte September auf ein vergleichbares Niveau herabgestuft hatte.

Die Zinsen für zehnjährige italienische Staatsanleihen stiegen aber nur leicht von 5,49 auf 5,52 Prozent. Deutsche Bundesanleihen mit gleicher Laufzeit waren deutlich weniger als sicherer Hafen gefragt als am Vortag. Ihre Rendite stieg von 1,725 auf 1,84 Prozent.

rei/reuters/dpa/dpa-afx
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