Geldpolitik Bernanke treibt Dollar in den Keller

Um die US-Konjunktur anzuschieben, schließt die US-Notenbank nicht aus, ihre Geldpolitik weiter zu lockern. Kaum hat Notenbankchef Ben Bernanke dies ausgesprochen, rauscht der Dollar in den Keller.
Helfer in der Not: US-Notenbankchef Bernanke hält die Tür für ein weiteres Anleihe-Ankaufprogramm ("Quantitative Easing 3") offen

Helfer in der Not: US-Notenbankchef Bernanke hält die Tür für ein weiteres Anleihe-Ankaufprogramm ("Quantitative Easing 3") offen

Foto: CHIP SOMODEVILLA/ AFP

Washington - Die US-Notenbank Fed steht nach den Worten ihres Präsidenten Ben Bernanke bereit, bei Bedarf die schleppende Erholung der US-Konjunktur anzuschieben. Die Zentralbank werde die weitere wirtschaftliche Entwicklung genau beobachten, sagte Bernanke am Dienstag vor dem US-Kongress in Washington. "Sie ist darauf vorbereitet, weitere Maßnahmen zu ergreifen, um eine stärkere wirtschaftliche Erholung im Einklang mit Preisstabilität zu unterstützen."

Bernanke appellierte an die Politik, den Spargürtel nicht zu schnell enger zu schnallen, selbst wenn sie um einen langfristigen Kurs zur Haushaltskonsolidierung ringe. Der Sparkurs werde wahrscheinlich das Wachstum der größten Volkswirtschaft der Welt belasten, die im ersten Halbjahr auf annualisierter Basis um weniger als ein Prozent zugelegt haben dürfte.

Mit Blick auf die europäische Schuldenkrise warnte der Notenbank-Chef, diese beeinträchtige weiter die Wachstumsperspektiven der USA und habe dem Vertrauen der Verbraucher und der Unternehmen bereits geschadet.

Bernankes Andeutungen zu einer weiteren möglichen Lockerung der US-Geldpolitik haben dem Dollar zu schaffen gemacht. Der Dollar-Index, der die Kursentwicklung zu sechs wichtigen Währungen wie Euro oder Yen widerspiegelt, gab seine Kursgewinne komplett ab, nachdem er in einer ersten Reaktion auf ein neues Achteinhalb-Monats-Hoch von 79,84 Punkten gestiegen war.

Der Euro  übersprang die Marke von 1,32 Dollar und kostete mit 1,3243 Dollar rund einen halben US-Cent mehr als zum New Yorker Vortagesschluss. Er war zuvor wegen der europäischen Schuldenkrise zeitweise auf den niedrigsten Stand seit Mitte Januar gefallen.

US-Notenbankchef Ben Bernanke habe sich die Tür für ein weiteres Anleihe-Ankaufprogramm ("Quantitative Easing 3") offengehalten, sagte Brian Dolan, Chef-Devisenstratege bei Forex.com. Außerdem seien die jüngsten Kursverluste des Euro überzogen gewesen.

rei/reuters/dpa-afx

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