Gerüchte um "Bad Bank" Dexia-Aktie bricht um 32 Prozent ein

Spektakulärer Absturz in Paris: Die Aktie der belgisch-französischen Finanzgruppe Dexia ist um mehr als 30 Prozent eingebrochen. Spekulationen über eine Aufspaltung des stark in Griechenland engagierten Finanzinstituts haben den heftigen Kursrutsch ausgelöst.
Dexia-Filiale in Brüssel: Aufspaltung in "gute" und "böse" Bank

Dexia-Filiale in Brüssel: Aufspaltung in "gute" und "böse" Bank

Foto: epa belga Didier Jouret/ picture-alliance/ dpa

Paris - Zum Auftakt des Börsenhandels fiel die Dexia-Aktie um mehr als 32 Prozent auf 0,81 Euro. Die Aktie hatte bereits am Montag um mehr als 10 Prozent nachgegeben, nachdem die Ratingagentur Moody's mit einer Herabstufung der drei wichtigsten operativen Einheiten von Dexia gedroht hatte.

Die belgische Nachrichtenagentur Belga hatte am Montagabend über bisher unbestätigte Gerüchte berichtet, wonach eine "Bad Bank" mit Risikopapieren geschaffen werden könnte. Die belgische Tageszeitung "De Standaard" berichtete am Dienstag unter Berufung auf nicht näher genannte Kreise, dass eine Aufteilung in eine "gute" und eine "schlechte" Bank geplant sei.

Die gesunden Vermögenswerte wie die türkische Tochter Denizbank, die Vermögensverwaltung, das kanadische Joint Venture und die Dexia Bank Belgien könnten bis Ende des Jahres verkauft werden, hieß es. Dagegen sollen demnach kränkelnde Dexia-Teile wie das lokale Kreditgeschäft, die italienische Crediop und die spanische Sabadell in einer "Bad Bank" zusammengefasst werden. Diese solle Garantien von Belgien und Frankreich erhalten.

Der Verwaltungsrat hatte in der Nacht bei einer Krisensitzung keine Entscheidungen getroffen, den Vorstand jedoch aufgefordert, Maßnahmen vorzubereiten, um strukturelle Probleme des Unternehmens zu lösen. Ende Juni hielt die Bank 3,8 Milliarden Euro an griechischen Bonds.

Dexia ist einer der größten ausländischen Besitzer griechischer Staatsanleihen. Der weltweit größte Kommunalkreditfinanzierer war in der Finanzkrise 2008 nach einem Verlust von 3,3 Milliarden Euro von Frankreich, Belgien und Luxemburg vor der Pleite gerettet worden. Das staatliche Hilfspaket umfasste insgesamt rund sechs Milliarden Dollar.

mg/dpa/rtr

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