Börse Dax sehr fest - Allianz legt 10 Prozent zu

Deutliche Kursgewinne bei Finanztiteln geben dem Dax einen Schub. Die Hoffnung wächst, dass eine Lösung für die Euro-Schuldenkrise gefunden wird und die europäischen Banken frisches Kapital bekommen. Die Aktie der Allianz klettert zweistellig.
Börse in Frankfurt: Die europäischen Banken sollen offenbar rekapitalisiert werden

Börse in Frankfurt: Die europäischen Banken sollen offenbar rekapitalisiert werden

Foto: ALEX DOMANSKI/ REUTERS

Frankfurt am Main - Hoffnungen auf eine Lösung der europäischen Schuldenkrise haben den Dax am Montag beflügelt. Auch der besser als erwartet ausgefallene Ifo-Geschäftsklimaindex half dem deutschen Leitindex, seinen fast siebenprozentigen Kursrutsch aus der Vorwoche zum Teil wieder wettzumachen.

Nach einem schwachen Start drehte der Dax (Kurswerte anzeigen) schnell in die Gewinnzone und stieg bis zum Handelsschluss auf Xetra um 2,9 Prozent auf 5345 Punkte. Der MDax  mittelgroßer Werte legte um 0,9 Prozent zu und der Technologiewerte-Index TecDax  rückte um 1 Prozent auf 66 Punkte vor.

Der Markt vertraue auf die volle Unterstützung der deutschen Regierung bei der Stärkung des Euro-Rettungsfonds ESFS, sagte Händlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets. Am Donnerstag stimmt der Bundestag hierüber ab.

Die Veröffentlichung des Ifo-Geschäftsklimaindex am Vormittag gab dem Dax einen weiteren Schub. Der Indikator fiel weniger schlecht als erwartet aus. Die aktuelle Stimmung ist besser, als die Verluste an den Finanzmärkten vermuten lassen.

Frisches Geld für die Banken - Allianz und Deutsche Bank haussieren

Vor allem die seit Anfang August besonders stark unter die Räder gekommenen Finanzwerte zogen den Markt mit ihrer Erholung nach oben. Händler verwiesen auch auf einen britischen Zeitungsbericht. Demnach arbeiten führende EU-Funktionäre an einem Plan zur Wiederherstellung des Vertrauen in den Euro. Dabei könnten auch die europäischen Banken mit Milliarden Euro rekapitalisiert werden.

Titel der Deutschen Bank  sprangen um mehr als 8 Prozent hoch, Commerzbank (Kurswerte anzeigen) gewannen 7,4 Prozent auf 1,76 Euro. Die Anteile am Versicherer Allianz (Kurswerte anzeigen) legten an der Dax-Spitze um 10 Prozent auf 65,31 Euro zu.

Dow Jones im frühen Handel mit Gewinnen - Coca Cola im Blick

Angetrieben von der positiven Stimmung an den europäischen Märkten sind die US-Börsen am Montag freundlich in den Handel gestartet.

Der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) legte im frühen Handel rund 1 Prozent zu. Am Freitag hatte der US-Leitindex bis Handelsschluss zwar noch moderat um 0,35 Prozent zugelegt, jedoch auf Wochensicht einen Abschlag von etwas mehr als sechs Prozent und damit seinen größten Wochenverlust seit Oktober 2008 verzeichnet.

Aktien, sagte zudem Stratege Marko Kolanovic von JPMorgan, hätten bislang das schlechteste Quartal im Vergleich zu den US-Staatsanleihen und zu Gold verbucht. Das könnte dazu führen, dass Investoren nun wieder verstärkt Aktien kauften, um ihr Portfolio auszubalancieren. Das deutliche Ungleichgewicht könnte bis zum Wochenende, also bis zum Abschluss des dritten Quartals, für kräftige Umschichtungen aus Anleihen in Aktien sorgen.

Unter den Einzelwerten könnten die Papiere von Coca-Cola  in den Blick rücken. Der US-Getränkekonzern verstärkt seine Präsenz in Russland und will dort in den nächsten fünf Jahren drei Milliarden US-Dollar (2,23 Mrd Euro) investieren.

Dax: Bayer profitiert von Studie

Bayer-Titel gewannen dank positiver Studiendaten zum Prostata-Krebsmittel Alpharadin 3,59 Prozent auf 40,835 Euro. Wie der Pharma- und Chemiekonzern mitgeteilt hatte, zeigt das Mittel eine signifikante Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit. Die Sicherheit und Verträglichkeit habe den Ergebnissen aus früheren Studien entsprochen.

Experten trauen dem Krebsmittel jährliche Spitzenumsätze von mehr als einer Milliarde Euro zu. Die Zulassung für Alpharadin in den USA und Europa soll laut Bayer Mitte 2012 beantragt werden.

Autotitel unter Druck

Dagegen erlitten die Titel der konjunktursensiblen Fahrzeugbauer Verluste. BMW (Kurswerte anzeigen) sanken um 2,13 Prozent auf 51,07 Euro und Daimler (Kurswerte anzeigen) verbilligten sich um 0,88 Prozent auf 32,12 Euro. Für die Vorzugsaktien von Volkswagen (Kurswerte anzeigen) (VW) ging es trotz eher positiver Nachrichten um 2,36 Prozent auf 101,35 Euro bergab. Medienberichte verwiesen auf einen Artikel im Anlegermagazin Barron's, dem zufolge die Titel des Wolfsburger Autobauers unterbewertet seien und Investoren mit einem Zeithorizont von zwei bis drei Jahren eine Kaufgelegenheit bieten könnten.

Zudem läuft am heutigen Montag die Frist der EU-Kommission zur Prüfung der Mehrheitsübernahme des Lkw-Bauers MAN (Kurswerte anzeigen) durch VW aus. Entsprechend werden die Wettbewerbshüter entscheiden, ob sie die Transaktion genehmigen oder vertieft prüfen. Die MAN-Titel verloren 2,65 Prozent auf 57,21 Euro.

KlöCo-Aktien brechen ein

Am MDax-Ende brachen die Aktien von Klöckner & Co. (KlöCo)  nach Aussagen zum Geschäftsverlauf um 8,17 Prozent auf 8,83 Euro ein. Börsianer verwiesen auf ein Interview des "Deutschen Anleger Fernsehens" mit Konzernchef Gisbert Rühl. Diesem zufolge habe der Stahlhändler bislang keine Nachfrageerholung bemerkt. Er könne zudem nicht ausschließen, dass KlöCo ein Übernahmeziel geworden sei. Die negativen Aussagen zum Geschäftsverlauf wögen schwerer als die Übernahmehoffnungen, kommentierte ein Händler.

Die Aktien von Gildemeister (Kurswerte anzeigen) büßten 2,18 Prozent auf 9,81 Euro ein, nachdem der Werkzeugmaschinenbauer und sein japanischer Kooperationspartner Mori Seiki einem Presse-Vorabbericht widersprochen hatten, wonach die Japaner den Zukauf weiterer Gildemeister-Aktien nicht aussschließen. Zudem teilte Gildemeister-Chef Rüdiger Kapitza mit, dass beide Unternehmen weder kurz- noch langfristig beabsichtigten, ihre gegenseitige Beteiligung aufzustocken.

Euro etwas erholt

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,57 (Freitag: 1,50) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,36 Prozent auf 130,49 Punkte. Der Bund Future sank um 0,55 Prozent auf 137,36 Punkte.

Der Eurokurs stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3500 (1,3430) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7407 (0,7446) Euro.

Die Ölpreise sind am Montag im asiatischen Handel erneut gefallen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent  (159 Liter) zur November-Lieferung kostete 103,53 Dollar. Das waren 44 Cent weniger als zum Handelsschluss am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) sank um 41 Cent auf 79,44 Dollar.

ksk/mg/dpa-afx

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