Börse Dax beendet tiefrote Woche im Plus

Der Dax hat zum Ende einer tiefroten Woche ein moderates Plus eingefahren. Zeitweise fiel der Index am Freitag unter die Marke von 5000 Zählern, doch Gewinne an der Wall Street sorgten im späten Handel für eine Erholung.
Börse in Frankfurt: Der Dax kennt kein Halten

Börse in Frankfurt: Der Dax kennt kein Halten

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

Frankfurt am Main - Der Deutsche Leitindex Dax (Kurswerte anzeigen) stieg am Freitag um 0,63 Prozent auf 5196 Punkte, nachdem er im Handelsverlauf zeitweise noch unter die Marke von 5.000 Punkten gesackt war. Auf Wochensicht steht ein Minus von 6,7 Prozent zu Buche.

An den beiden vorangegangenen Handelstagen hatte der Dax angesichts von Sorgen um eine mögliche Staatspleite Griechenlands besonders herbe Kursverluste erlitten. Der MDax sank indes am Freitag um 1,03 Prozent auf 8146 Punkte, der TecDax büßte 0,15 Prozent auf 653 Punkte ein.

Dass es im späten Handel mit den Kursen nach oben ging, führte ein Börsianer auf steigende Kurse im frühen Handel an der Wall Street sowie auf Gerüchte um ein neues Rettungsprogramm für die französischen Banken zurück. Der Dow Jones  notierte zum Handelsschluss in Europa knapp im Plus.

Ungeachtet dessen beschrieben Marktteilnehmer die Grundstimmung weiter als nervös. Die Mehrheit der Investoren mache sich auf eine erste Staatspleite in Europa gefasst.

Neue Spekulationen um Pleite Griechenlands

Öl ins Feuer goss der niederländische Notenbankchef Klaas Knot, der eine Pleite Griechenlands nicht mehr ausschließt. "Dies ist eines der Szenarien", sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) in einem Interview mit der niederländischen Wirtschaftszeitung "Het Financieele Dagblad".

Auch der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos soll griechischen Medienberichten zufolge erstmals über eine geordnete Umschuldung gesprochen haben.

Bayer an der Dax-Spitze

Unangefochtener Spitzenreiter im Dax waren die Aktien von Bayer (Kurswerte anzeigen) mit einem Plus von 7,08 Prozent auf 39,42 Euro. Sie profitierten von positiven Äußerungen eines beratenden Ausschusses der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zum Gerinnungshemmer Xarelto. Der Ausschuss hatte die Zulassung des Bayer-Mittels zur Schlaganfall-Vorbeugung und zur Behandlung der tiefen Venenthrombose empfohlen.

Am Dax-Ende versammelten sich die Papiere aus konjunktursensiblen Branchen. BMW-Aktien verloren etwa 1,53 Prozent auf 52,18 Euro, die Anteilsscheine des Zementherstellers HeidelbergCement sackten um 2,18 Prozent auf 25,75 Euro ab.

Deutsche Bank und Commerzbank leicht erholt

Zumindest etwas erholt zeigten sich nach den zuletzt herben Kursverlusten die Finanzwerte. Aktien der Deutschen Bank  stiegen um rund fünfeinhalb Prozent, die der Commerzbank  legten um etwa viereinhalb Prozent zu.

Schlusslicht waren die Papiere von K+S, die Titel des Düngemittelkonzerns verloren 2,23 Prozent auf 40,79 Euro. Ein Händler verwies auf die zuletzt gestiegenen Lagerbestände, die einige Börsianer verunsichert hätten.

Adidas profitiert von Nike

Einer der Gewinner waren dagegen die Aktien von Adidas (Kurswerte anzeigen) nach positiven Zahlen und einem angehobenen Ausblick des US-Konkurrenten Nike. Die Papiere des Herzogenauracher Sportartikelherstellers verteuerten sich um 2,75 Prozent auf 47,29 Euro.

Im MDax  zählten die Titel des Kupferherstellers Aurubis  zu den größten Verlierern, sie sanken um 4,33 Prozent auf 36,88 Euro. Als Grund nannten Börsianer den Kupferpreis, der auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr gefallen war.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,50 (Vortag: 1,49) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,06 Prozent auf 130,97 Punkte. Der Bund Future verlor 0,38 Prozent auf 138,03 Punkte.

Der Kurs des Euro stieg zuletzt und lag bei 1,3524 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3430 (Donnerstag: 1,3448) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7446 (0,7436) Euro.

cr/dpa-afx/rtr
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