Umschichtung US-Notenbank startet "Operation Twist"

Kein frisches Geld, aber Umschichtungen in Milliardenhöhe: Zur Unterstützung der Konjunktur will die Fed bis Mitte 2012 lang laufende Anleihen für rund 400 Milliarden Dollar kaufen. Parallel sollen kurz laufende Anleihen verkauft werden. Die US-Indizes drehen ins Minus.
Fed-Chef Ben Bernanke: Die langfristigen Zinsen drücken - wie einst 1961

Fed-Chef Ben Bernanke: Die langfristigen Zinsen drücken - wie einst 1961

Foto: KEVIN LAMARQUE/ REUTERS

Washington - Die US-Notenbank greift zur Unterstützung der lahmenden Konjunktur einmal mehr in die Trickkiste. Sie werde bis Mitte kommenden Jahres 400 Milliarden Dollar in die Hand nehmen, um lang laufende Anleihen zu erwerben, teilte die Federal Reserve am Mittwoch Abend in Washington mit. Parallel sollen aus den Beständen der Fed kurz laufende Treasuries mit Laufzeiten unter drei Jahren verkauft werden.

Fed-Chef Ben Bernanke will mit dem an die so genannte "Operation Twist" der Fed 1961 angelehnten Schritt die langfristigen Zinsen senken. Dadurch werden - so das Kalkül - Kredite tendenziell billiger. Dies soll Wirtschaft und Verbrauchern helfen.

Ihren Leitzins beließen die Notenbanker bei der auf zwei Tage verlängerten Sitzung des für die Geldpolitik entscheidenden Offenmarktausschusses wie erwartet bei 0 bis 0,25 Prozent.

Keine neue Geldschwemme - US-Börsen drehen ins Minus

Anders als bei der zweimaligen "Quantitativen Lockerung" (Quantitative Easing) im vergangenen Jahr pumpt die Institution bei der Umschichtung kein neues Geld in das System.

An der Börse war dieser Schritt erwartet worden. Nur wenige Marktteilnehmer hatten auf weitergehende Schritte gehofft.

Der US-Leitindex Dow Jones (Kurswerte anzeigen) drehte unmittelbar nach Bekanntgabe der Fed-Entscheidung dennoch ins Minus und notierte knapp eine Stunde vor Handelsschluss in New York 1,2 Prozent schwächer. Der Technologieindex Nasdaq Composite  drehte ebenfalls um 0,5 Prozent ins Minus.

Oracle mit Kurssprung, Gerüchte um Hewlett Packard

Bei den Einzelwerten an der Wall Street standen vor allem Unternehmen aus der Technologiebranche im Fokus. Geschäftszahlen des Softwarekonzerns Oracle  sorgten für Optimismus. Oracle verkaufte mehr neue Softwarelizenzen im abgelaufenen Quartal als erwartet und stellte einen höheren Gewinn in Aussicht. Das Papier lag mehr als 8 Prozent im Plus.

Aktien von Hewlett-Packard  sprangen nach einem Medienbericht um mehr als 6 Prozent in die Höhe. Das Direktorium erwäge die Trennung von HP-Chef Leo Apotheker, hieß es. Demnach soll Ex-Ebay-Chefin Meg Whitman übergangsweise die Führung übernehmen.

la/reuters/ap/dpa
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