Börse Dax taucht vor Fed-Entscheidung ab

Die Zurückhaltung der Anleger vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed hat für Verluste am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Die Warnung des IWF über den Kapitalbedarf der europäischen Banken sorgte für zusätzliche Belastung. Metro und MAN legen gegen den Trend zu.
Händler in Frankfurt: Warten auf die Entscheidung der US-Notenbank am Abend

Händler in Frankfurt: Warten auf die Entscheidung der US-Notenbank am Abend

Foto: dapd

Frankfurt am Main/New York - Der Dax  ging am Mittwoch mit einem Minus von 2,5 Prozent auf 5433 Punkte aus dem Handel. Der MDax verlor zur Wochenmitte 1,7 Prozent auf 8724 Punkte, und der TecDax gab um 1,3 Prozent auf 687 Punkte nach.

In New York lag der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) zum europäischen Handelsschluss mit etwa einem halben Prozent im Minus.

Das Warten auf den Fed-Zinsentscheid lasse Anleger vorerst an der Seitenlinie stehen, sagte Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. Ein weiterer Marktteilnehmer sagte, es werde eingepreist, dass die US-Notenbank wahrscheinlich nichts oder nur wenig Neues verkünden werde.

Belastet habe zudem ein Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF), wonach die Euro-Schuldenkrise bei den Banken in der EU bislang mit etwa 300 Milliarden Euro zu Buche schlägt. Auch das hebe die Stimmung nicht gerade, sagte er.

Gewinnwarnung der Lufthansa wirkt nach

Einer der schwächsten Dax-Werte waren die Titel der Lufthansa (Kurswerte anzeigen) mit minus 5,04 Prozent auf 9,80 Euro. Sie setzten damit ihre am Vortag nach einer Gewinnwarnung begonnene Talfahrt fort. Hinzu kam ein negativer Kommentar der Deutschen Bank. Nach Meinung von Analyst Michael Kuhn kommt der Abschwung bei der Fluggesellschaft schneller und stärker als von ihm erwartet.

Metro legt zu - Streit um Cordes vorerst beigelegt

Spitzenreiter im Leitindex waren dagegen die Aktien von Metro (Kurswerte anzeigen) , die sich um 2,04 Prozent auf 31,510 Euro verteuerten. Laut Commerzbank-Analyst Jürgen Elfers deuteten Interviews mit Franz Markus Haniel und dem Haniel-Vorstandschef Jürgen Kluge darauf hin, dass der Großaktionär offenbar langfristig an dem Handelskonzern festhalten wolle, während die Kaufhof-Kette sowie die Real-Supermärkte nach wie vor zur Disposition stünden.

Metro-Chef Eckhard Cordes habe sich zudem wohl die Rückendeckung der Arbeitnehmervertreter gesichert. Damit sei seine Vertragsverlängerung nun wahrscheinlicher geworden.

MAN: Spekulationen um Zustimmung der EU zur Übernahme

Auch die Papiere von MAN  stemmten sich mit plus 0,72 Prozent auf 60,08 Euro gegen den schwachen Markt. Sie reagierten Händlern zufolge auf ein Gerücht, wonach die EU-Kommission einer mehrheitlichen Übernahme durch Volkswagen keine Steine in den Weg legen werde.

Kaum verändert zeigten sich die Aktien von SAP (Kurswerte anzeigen) nach positiven Zahlen des US-Konkurrenten Oracle  .

Hohe Abschreibungen: Aktien von Stada stürzen ab

Im MDax stürzten die Papiere von Stada  nach angekündigten Abschreibungen um 19,18 Prozent auf 18,790 Euro ab. Der Generikahersteller gibt die Hoffnung auf eine Begleichung seiner Forderungen bei serbischen Großhändlern auf und nimmt dafür Wertberichtigungen in Kauf. Insgesamt schrieb das Unternehmen nach eigenen Angaben 97 Millionen Euro vor Steuern ab. Ein Analyst nannte die Höhe der Abschreibung "einen ordentlichen Hammer".

Derby Cycle sehr fest - Übernahme durch Pon Holding

Die Titel des Fahrradherstellers Derby Cycle schossen im SDax um mehr als 12 Prozent nach oben. Zuvor hatte die niederländische Pon Holding, zu der auch der Fahrradhersteller Gazelle gehört, dem Index-Neuling eine Übernahmeofferte unterbreitet.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,61 (Vortag: 1,59) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,14 Prozent auf 130,36 Punkte. Der Bund Future legte um 0,26 Prozent auf 137,80 Punkte zu.

Euro und Öl kaum verändert

Der Kurs des Euro (Kurswerte anzeigen) legte zuletzt wieder zu und lag bei 1,3720 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,3636 (1,3710) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7334 (0,7294) Euro.

Die Ölpreise haben sich am Mittwoch im asiatischen Handel kaum bewegt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Kurswerte anzeigen) zur Auslieferung im November stieg im Vergleich zum Handelsschluss am Vortag um 8 Cent auf 110,62 Dollar. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) zur Auslieferung im November fiel um 17 Cent auf 86,75 Dollar.

Händler erwarten allerdings weitere Kursrückgänge beim Ölpreis. Die Nachfrage in den USA dürfte angesichts hoher Rohöllagerbestände unter Druck bleiben. Am späten Nachmittag werden die Daten zu den US-Rohöllagerbeständen für die vergangene Woche veröffentlicht.

mg/dpa-afx/rtr
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