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Lehman-Pleite, Schuldenkrise, 9/11: Was Anlegern Angst einjagte

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Kriege, Terror, Wirtschaftskrisen Die sichtbare Angst der Anleger

Heute vor drei Jahren begannen mit der Lehman-Pleite die heftigsten Turbulenzen an den Finanzmärkten seit Jahrzehnten. Auch aktuell ist die Fieberkurve im Dax gestiegen: Ablesen lässt sich das am Volatilitäts-Dax, dem Gradmesser für die Angst der Anleger.

Hamburg - Die Reaktion kam mit Verzögerung. Am 15. September 2008, genau heute vor drei Jahren also, meldete die US-Bank Lehman Brothers Insolvenz an. Der Tag ist als der Höhepunkt der vergangenen Finanz- und Wirtschaftskrise schlechthin in die Geschichte eingegangen. Auch die Aktienkurse rund um den Globus gaben schlagartig kräftig nach.

Der größte Teil des Lehman-Schocks ereilte die Börsen jedoch erst nach rund zwei Wochen. Zwischen dem 25. September und dem 13. Oktober 2008 stürzte der deutsche Leitindex Dax  von knapp 6200 Punkten auf wenig mehr als 5000 Punkte. Wie groß die Sorge der Anleger über den weiteren Verlauf der Finanzkrise zu jener Zeit war, lässt sich zudem an einem anderen Index ablesen, nämlich dem Volatilitäts-Dax VDax, beziehungsweise dessen jüngerem Bruder, dem VDax New. Letzterer kletterte am 16. Oktober 2008 auf mehr als 83 Punkte - ein bis heute einsamer Rekordwert.

Die Volatilitätsindizes geben die erwartete Schwankungsbreite im Dax an, die auf Basis von Dax-Optionen der Terminbörse Eurex berechnet wird. Der VDax New etwa blickt auf diese Weise theoretisch 30 Tage in die Zukunft - im Jargon wird er deshalb auch als Angstbarometer bezeichnet. "Der Volatilitätsindex spiegelt die Sorgen der Anleger wider", sagt Sasa Perovic, Analyst der Ratingagentur Scope. "Wer einen Eindruck von der Stimmung im Aktienmarkt bekommen will, kann den Index gut als Indikator nutzen. "

Und tatsächlich: Kriege, Terror, Wirtschaftskrisen - immer wenn auf der Welt etwas Beunruhigendes passiert, schlägt der VDax New nach oben aus. Auch gegenwärtig bewegt sich der Index weit über seinem gewohnten Niveau, das sich in ruhigen Zeiten zwischen zehn und 20 Punkten befindet. Die Sorgen der Anleger um die Weltkonjunktur, um die Euro-Schuldenkrise und namentlich um die Zukunft Griechenlands haben nicht nur die Kurse an der Börse einbrechen lassen. Auch der Chart des VDax New zeigt wieder steil nach oben. Der Index nähert sich der 50-Punkte-Marke - so groß waren die Sorgen der Anleger nicht mehr seit der Lehman-Pleite.

Die vermeintlich gute Nachricht lautet indes: Auch aus den starken Schwankungen an der Börse können Anleger Profit schlagen. Finanzhäuser bieten beispielsweise Zertifikate an, die sich an der Performance des VDax New orientieren. Das Prinzip: Steigt die Angst, steigt der Index, steigt der Wert des Zertifikats.

Experten warnen allerdings davor, voreilig in solche Produkte zu investieren. "Die Entwicklung der Volatilität ist extrem schwer vorherzusagen, selbst Fachleute tun sich da schwer", sagt Analyst und Indexfachmann Perovic. "Privatanleger sollten sehr vorsichtig sein, das ist ein gefährliches Spiel."

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