Crédit Agricole/Société Générale Moody's stuft französische Großbanken ab

Hiobsbotschaft aus Frankreich: Die Ratingagentur Moody's hat wie befürchtet die Bonität der französischen Banken Société Générale und Crédit Agricole wegen ihres Griechenland-Engagements gesenkt. BNP Paribas bleibt verschont - noch.
Daumen runter: Moody's senkt die Bonität der beiden Großbanken um jeweils eine Stufe

Daumen runter: Moody's senkt die Bonität der beiden Großbanken um jeweils eine Stufe

Foto: MIKE SEGAR/ REUTERS

Frankfurt am Main - Die Ratingagentur Moody's hat die Bewertung für die Crédit Agricole und Société Générale um je eine Stufe gesenkt. Beim Marktführer BNP Paribas wurde die Frist für die Überprüfung verlängert. Dabei sei eine Abstufung um mehr als eine Note unwahrscheinlich, hieß es.

Das Langfristrating der Société Générale  lautet nun auf "Aa3" (zuvor: "Aa2"). Der Ausblick ist negativ, damit drohen weitere Herabstufungen. Bei der Crédit Agricole lautet das Langfristrating nun auf "Aa2" ("Aa1").

Moody's betonte allerdings, die französischen Großbanken BNP Paribas, Credit Agricole und Société Générale seien größtenteils ausreichend auf mögliche Zahlungsausfälle der hoch verschuldeten Euro-Zonen-Staaten vorbereitet. Die Aktienkurse der drei Banken brachen zum Pariser Börsenstart zunächst ein, erholten sich dann aber wieder. Bereits in den vergangenen Tagen hatten sie erhebliche Verluste verzeichnet.

BNB Paribas will Risiken im US-Geschäft zurückfahren

Am Aktienmarkt war bereits seit Anfang der Woche auf die Abstufung der Institute durch Moody's gewettet worden. Insofern könnte sich die Nachricht vor allem bei BNP positiv auswirken. Zumal die größte französische Bank am Mittwoch zudem ankündigte, die Risiken vor allem im US-Geschäft zurückfahren zu wollen. Zudem will die Bank bis zum 1. Januar 2013 eine Kapitalquote von 9 Prozent erreichen. Die BNP betonte dabei außerdem erneut, dass ihr Engagement in den hoch verschuldeten Euro-Zonen-Staaten beherrschbar sei.

Die Experten von Moody's stimmten hier überein: Gemessen an ihrer Profitabilität und Kapitalbasis sei die Bank ausreichend auf mögliche Probleme aus ihren Investitionen in Papiere der Länder Griechenland, Irland und Portugal vorbereitet.

Etwas kritischer waren die Experten bei der Crédit Agricole und Société Générale. Hier senkten sie wegen des Engagements in Griechenland ihre Einstufung für die langfristige Zahlungsfähigkeit um eine Stufe auf "Aa2" beziehungsweise auf "Aa3". Zudem überprüft die Ratingagentur wegen der aktuell angeschlagenen Verfassung der Finanzmärkte und der starken Ausschläge der Aktienkurse eine weitere Abstufung der Note.

Aktien der Großbanken haben massiv verloren

Die Papiere der Société Générale hatten in den vergangenen drei Monaten 54 Prozent ihres Werts verloren. Die BNP-Aktien stürzten im gleichen Zeitraum um 46 Prozent ab, die der Crédit Agricole um mehr als 50 Prozent.

Die französischen Banken zählen zu den am stärksten engagierten Instituten im von der Schuldenkrise geplagten Griechenland. Société Générale hatte im zweiten Quartal unter anderem wegen hoher Abschreibungen auf ihre griechischen Staatsanleihen einen überraschend hohen Gewinneinbruch verbucht. Die Bank korrigierte den Wert der von ihr gehaltenen griechischen Anleihen um 395 Millionen Euro nach unten.

BNP Paribas musste ebenfalls hohe Abschreibungen (534 Millionen Euro) vornehmen. Die Crédit Agricole bezifferte die Belastungen aus den Abschreibungen auf die von ihr gehaltenen Griechenland-Anleihen und die Tochter Emporiki im zweiten Quartal auf netto 640 Millionen Euro. Der Gewinn sank um 11 Prozent auf 339 Millionen Euro.

mg/rtr/afp/dpa-afx
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