Staatsanleihen Italien zahlt wieder Rekordzinsen

Das klamme Italien muss den Investoren trotz der Unterstützung der EZB Rekordrenditen für frisches Geld bieten. Das Land zahlte für fünfjährige Staatsanleihen im Volumen von knapp vier Milliarden Euro die höchsten Zinsen seit Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung.
Regierungssitz in Rom: Italien muss Zinsen in Höhe von 5,6 Prozent zahlen

Regierungssitz in Rom: Italien muss Zinsen in Höhe von 5,6 Prozent zahlen

Foto: ALBERTO PIZZOLI/ AFP

Rom - Bei der Versteigerung von Anleihen mit einer Laufzeit von fünf Jahren stieg die Rendite im Vergleich zu einer vorangegangenen Auktion im Juli von 4,93 Prozent auf 5,6 Prozent, wie aus Zahlen der nationalen Schuldenagentur hervorgeht. Die Auktion war 1,28-fach (Juli: 1,93-fach) überzeichnet.

Der Erlös der Versteigerung lag bei 3,9 Milliarden Euro und damit am oberen Ende der angepeilten Spanne von drei bis vier Milliarden Euro. Der Euro gab nach der Emission nach.

Der hohe Zinssatz weist darauf hin, dass China offenbar nicht in großem Maße italienische Staatsanleihen gekauft hat. Derzeit versucht Italien Medienberichten zufolge China davon zu überzeugen, italienische Staatsanleihen zu kaufen oder in Firmen des Landes zu investieren.

Wegen seines hohen Schuldenbergs ist Italien ins Visier der Finanzmärkte geraten. Mit einem milliardenschweren Sparpaket will die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi das Vertrauen zurückgewinnen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat jüngst ihr umstrittenes Ankaufprogramm von Staatsanleihen forciert. Sie begründet die Käufe mit der Stützung der Märkte, erleichtert aber de facto den Schuldenländern die Refinanzierung an den Kapitalmärkten.

Im laufenden Jahr erwarten Experten in Italien einen Anteil der Verschuldung am Bruttoinlandsprodukt von 120 Prozent. Der Maastricht-Vertrag sieht nur eine Schuldenobergrenze eines Mitgliedslandes der Euro-Zone von 60 Prozent an der Wirtschaftsleistung eines Jahres vor.

mg/rtr/dpa-afx
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