Börse Banken sind Spielball der Märkte

Stark verunsicherte Investoren haben den Dax am Dienstag auf eine Berg- und Talfahrt geschickt. Aktien der Deutschen Bank legen um rund 8 Prozent zu. Aktien französischer Großbanken schwanken um mehr als 15 Prozent binnen eines Tages - sie sind Spielball spekulativer Investoren.
Umtost vom rauen Wind der Märkte: Konzernzentrale der Deutschen Bank

Umtost vom rauen Wind der Märkte: Konzernzentrale der Deutschen Bank

Foto: dapd

Frankfurt am Main - Wilder Ritt an der Frankfurter Börse: Zum Handelsschluss auf Xetra notierte der deutsche Leitindex Dax (Kurswerte anzeigen) 1,8 Prozent im Plus bei 5166 Punkten und ging damit rund 55 Punkte unter seinem Tageshoch aus dem Handel. Anleger sind extrem nervös: Der Index schwankte am Dienstag in einer Bandbreite von rund 200 Punkten auf- und abwärts.

Seit August hat der Dax rund 2000 Punkte oder rund 30 Prozent an Wert verloren.

"Die Unsicherheit ist so hoch, dass der Markt aus seiner fundamentalen Verankerung gerissen wurde und jede kleinste Meldung zu heftigen Reaktionen führt", sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. Insbesondere die Bankenbranche sei einem extremen Wechselbad ausgesetzt.

Commerzbank und Deutsche Bank setzen zur Erholung an

Am deutschen Aktienmarkt erholten sich die Aktien der Commerzbank (Kurswerte anzeigen) von ihrem am Vormittag erreichten Rekordtief von 1,47 Euro und stiegen um rund 3,5 Prozent. Die Papiere der Deutschen Bank (Kurswerte anzeigen)setzten sich mit einem Plus von knapp 8 Prozent auf 23 Euro an die Dax-Spitze, nachdem sie in den vergangenen Tagen zeitweise zweistellig eingebrochen waren.

Deutsche Börse gefragt - Zustimmung zur Fusion

Auch die Aktie der Deutschen Börse ging auf Erholungskurs. Die Titel des Börsenbetreibers gehörten im Dax mit einem Aufschlag von 4,6 Prozent zu den am meisten gefragten Papieren. Die am Montag bekanntgegebene Zustimmung der BaFin zur Fusion mit der Nyse Euronext wirke sich offenbar noch positiv auf die Stimmung aus, sagte ein Händler.

Bankentitel schwanken sehr stark - Sorgen um französische Banken

Die am Vormittag einsetzende Abwärtsbewegung an den Börsen war von neuen Kursverlusten bei den französischen Banken ausgelöst worden. BNP Paribas (Kurswerte anzeigen) Paribas rutschten in der Spitze um 11,8 Prozent auf 23,05 Euro ab, nachdem das "Wall Street Journal" einen Manager der Bank mit der Aussage zitiert hatte, dass BNP Probleme habe, an Dollar zu kommen. Dagegen erklärte das Institut, dass es sich normal über Dollar direkt als auch über Swap-Geschäfte problemlos refinanzieren könne.

Die Aktien der Société Générale (Kurswerte anzeigen) fielen innerhalb von Minuten um bis zu 8 Prozent auf 14,32 Euro, legten dann aber wieder um knapp 9 Prozent zu. Die französischen Finanzwerte hatten am Montag deutliche Einbußen hinnehmen müssen, weil sie immer stärker in den Strudel der Euro-Schuldenkrise geraten. Zu schaffen macht den Instituten vor allem ihr großes Engagement in griechischen Anleihen.

Übernahmegerüchte um Elring Klinger

Übernahmegerüchte trieben Elringklinger  im MDax  zeitweise um 11,2 Prozent auf 17,50 Euro nach oben. Es gebe Spekulationen, dass der US-Autozulieferer Borgwarner mit einem Aufschlag von 30 Prozent pro Aktie für Elringklinger bieten könnte, sagten zwei Händler. Elringklinger erklärte, dem Unternehmen sei von diesen Gerüchten nichts bekannt. Von Borgwarner war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Euro gibt weiter nach

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,52 Prozent (Vortag: 1,53 Prozent). Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Punkte auf 131,10 Punkte. Der Bund Future sank um 0,15 Prozent auf 138,03 Punkte.

Der Kurs des Euro fiel erneut: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3645 (Montag: 1,3656) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7329 (0,7323) Euro.

la/reuters/dpa-afx
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