US-Gesundheitsbehörde Fragen zu Xarelto setzen Bayer-Aktie zu

Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat vom Pharmakonzern Bayer und seinem US-Partner Johnson & Johnson weitere Informationen zum Zulassungsantrag für den Gerinnungshemmer Xarelto angefordert. Anleger befürchten das Aus für den Hoffnungsträger, doch Bayer ist weiter zuversichtlich.
Bayer-Kreuz über dem Werksgelände in Leverkusen: Die endgültige Entscheidung über die Zulassung des Gerinnungshemmers wird erst im November erwartet

Bayer-Kreuz über dem Werksgelände in Leverkusen: Die endgültige Entscheidung über die Zulassung des Gerinnungshemmers wird erst im November erwartet

Foto: dpa/dpaweb

New York - Xarelto zeige im Vergleich zum Konkurrenzprodukt Warfarin keinen Vorteil, teilte die FDA am Dienstag mit. Bayer-Aktien brachen nach der Mitteilung am Nachmittag zeitweise um 13 Prozent ein und waren damit Schlusslicht im Dax.

Xarelto ist einer der größten Hoffnungsträger des Leverkusener Pharmakonzerns. Börsianer befürchten nun, dass es zu Verzögerungen bei der Zulassung des Medikaments kommen kann.

Analysten hatten mit einer erweiterten Zulassung an diesem Donnerstag gerechnet. Trotz der nun aufkommenden Schwierigkeiten stuften einige Analysten die Marktreaktion als übertrieben ein.

Bayer und Johnson & Johnson weiter zuversichtlich

Zu dieser Einschätzung passt auch, dass Bayer am Nachmittag die Aussagekraft der Informationen relativierte. Die von der FDA veröffentlichten Dokumente gäben die persönliche Sicht der FDA-Experten wieder und nicht notwendigerweise die Meinung der Behörde selbst, teilte das Unternehmen mit. An diesem Donnerstag tage ein unabhängiges Beratergremium.

Bayer  und sein Kooperationspartner Johnson & Johnson gehen weiter davon aus, dass die Studie ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis für den Wirkstoff Rivaroxaban im Vergleich zu Warfarin zeige.

Die endgültige Entscheidung über die Zulassung erwartet Bayer für Anfang November. Gerinnungshemmer werden hauptsächlich als Medikament zur Vorbeugung von Schlaganfällen eingesetzt.

Laut einem Analysten sind die nun gestrichenen oder verzögerten Indikationen mit etwa 2,40 Euro je Aktie zu bewerten, das Papier habe nach den Nachrichten jedoch zwischenzeitlich etwa fünf Euro an Wert verloren. Offenbar bleibe die Stimmung auch gegenüber diesem defensiven Wert nach einem weiteren Rückschlag für das Blockbuster-Medikament sehr negativ.

Ein anderer Analyst sagte, ein positives Votum der Zulassungsbehörde sei zwar nicht auszuschließen, die aufgeworfenen Fragen seien aber eher Futter für die Skeptiker als für die Optimisten.

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