Börsenausblick Neues Jahrestief im Dax befürchtet

Der Dax droht in der neuen Woche erneut unter die Marke von 5500 Zählern zu rutschen. Die schwache US-Konjunktur lähmt die Weltwirtschaft, und Milliardenklagen aus den USA erschüttern den Bankensektor. An eine rasche Erholung im September glaubt kaum jemand.
Händler in Frankfurt: Die Sorgen nehmen zu

Händler in Frankfurt: Die Sorgen nehmen zu

Foto: dapd

Frankfurt am Main - Die Finanzmärkte dürften weiter im Bann einer ganzen Reihe von Problemen - wie etwa die Schuldenkrise in Europa und die Angst vor einer konjunkturellen Abkühlung - stehen. Zudem wird der Bankensektor durch eine Milliardenklage aus den USA belastet. Eine Erholung erwarten Aktienstrategen deshalb zunächst nicht.

"Auf kurze Sicht ist weiter Vorsicht geboten", glauben die Experten der LBB. Der Dax (Kurswerte anzeigen) könne sogar auf ein neues Jahrestief fallen. Markus Reinwand von der Helaba ist ebenfalls skeptisch. "Der September könnte ungemütlich werden." Zwar hoffen Anleger nach den kräftigen Verlusten im August auf eine Gegenreaktion, doch auch der September ist ein traditionell schwacher Börsenmonat.

Die vergangene Woche war von teils heftigen Kursauschlägen gekennzeichnet, auf Wochensicht bewegte sich der Leitindex Dax aber um nicht einmal einen Zähler und schloss bei 5538 Punkten. Im vergangenen Monat ist der Dax allerdings um rund 20 Prozent eingebrochen. Damit geht der Monat August 2011 als einer der schwärzesten in die Geschichte des Dax ein.

Börsianer glauben, dass der Leitindex diesen Verlust nicht so schnell wieder aufholen wird. Zudem zehrten die teils deutlichen Schwankungen an den Nerven der Anleger. Auch hier geben die Experten vorerst keine Entwarnung. "Da die Unsicherheit hoch bleiben dürfte, wird es wohl auch weiter deutliche Kursausschläge geben", sagt Reinwand.

Tobias Basse von der NordLB sieht mittelfristig allerdings Chancen. "Wo soll man investieren, wenn nicht in Aktien? Alles was sicher ist, wie etwa Gold, ist schon teuer. Darum wird man um Aktien nicht herumkommen. Man muss nur wahrscheinlich nicht unbedingt jetzt einsteigen."

US-Wirtschaft droht Rückfall in die Rezession

Eines der vorherrschenden Themen am Aktienmarkt wird in der neuen Woche erneut die Angst vor einer Rezession in den USA sein - das Jobwachstum in den USA ist im Augst zum Erliegen gekommen.

Eine konjunkturelle Abkühlung der weltgrößten Volkswirtschaft würde sich auf die gesamte Weltwirtschaft auswirken. "Der Markt ist im Moment eine Wette auf die US-Konjunktur", stellt Basse fest. Umso genauer beäugen Anleger Wirtschaftsdaten aus den USA.

Wall Street am Montag geschlossen - Fed-Bericht am Mittwoch

Am Montag bleiben die US-Börsen wegen eines Feiertages geschlossen. Am Dienstag steht der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor im Mittelpunkt des Börsengeschehens. Experten erwarten eine leichte Abschwächung des Indikators im Vergleich zum Vormonat.

Am Mittwoch veröffentlicht zudem die US-Notenbank Fed den Konjunkturbericht Beige Book. Ein wichtiges Ereignis in Europa ist in der neuen Woche die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am kommenden Donnerstag. Analysten rechnen zwar damit, dass die EZB den Leitzins bei 1,5 Prozent belassen wird. Interessant werden aber die Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sein.

Auf der Unternehmensseite dürfte es in der neuen Woche eher ruhig bleiben. Am Montag überprüft die Deutsche Börse planmäßig ihre Aktienindizes. Im Dax werden keinen Änderungen erwartet. Als Abstiegskandidaten aus dem MDax gelten unter Indexexperten Praktiker  und Demag Cranes . Aufsteigen könnte dagegen Deutz  .

la/reuters
Mehr lesen über Verwandte Artikel