Einstieg Warren Buffett eilt Bank of America zu Hilfe

Ersehnte Geldspritze: Superinvestor Warren Buffett will sich mit fünf Milliarden Dollar an der Bank of America beteiligen. Das angeschlagene Geldhaus hatte zuletzt angekündigt, Tausende Stellen zu streichen. Der Aktienkurs der BoA steigt - davon profitieren auch Deutsche Bank und Commerzbank.
Bank-of-America-Reklame am Times Square in New York: Investor Buffet wird Großaktionär des Geldhauses

Bank-of-America-Reklame am Times Square in New York: Investor Buffet wird Großaktionär des Geldhauses

Foto: BRENDAN MCDERMID/ REUTERS

New York - US-Investorenlegende Warren Buffett springt der angeschlagenen US-Großbank Bank of America bei. Seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway werde für 5 Milliarden Dollar Vorzugsaktien kaufen, erklärte die Bank am Donnerstag in Charlotte.

Buffett hatte in der Finanzkrise bereits der Investmentbank Goldman Sachs  mit einer milliardenschweren Geldspritze geholfen. Für die Vorzugsaktien der Bank of America wird Berkshire Hathaway  6 Prozent Zinsen pro Jahr kassieren.

An der Börse machte der Deal wie ein Lauffeuer die Runde. Die Aktie des Instituts legte legte zeitweise um 20 Prozent zu. Davon profitierten auch die Aktien der Commerzbank und der Deutschen Bank, die sich am Nachmittag an die Spitze des Dax setzten.

Die Bank of America aus Charlotte in North Carolina ist der Sorgenfall unter den US-Kreditinstituten. Sie hatte in der Finanzkrise den großen Immobilienfinanzierer Countrywide übernommen. Das erwies sich jedoch als schwerer Fehler, weil Countrywide Kredite viel zu lax vergeben hatte und Hausbesitzer reihenweise ihre Raten nicht mehr zahlen können. Deshalb muss sich die Bank of America nun mit Verlusten herumschlagen.

Schon vor einigen Wochen hatte die Bank of America deshalb angekündigt, dem Finanzinvestor Blackstone ein milliardenschweres Immobilienpaket verkaufen zu wollen. Das Geschäft der vergangenen Monate konnte das nicht mehr retten.

Im zweiten Quartal verbuchte das Institut ein Rekordminus von 9,1 Milliarden Dollar und kündigte an, Tausende Stellen zu streichen. Hauptverantwortlich dafür waren windige Hypothekengeschäfte aus der Vergangenheit, für die die Bank nun auch Schadensersatz zahlen muss.

Das US-Geldhaus ist allerdings nicht die einzige Bank, die derzeit wieder in Schwierigkeiten ist. Das Schweizer Geldhaus UBS beispielsweise hat vor wenigen tagen angekündigt, ebenfalls Stellen in vierstelliger Höhe zu streichen.

kst/rtr/dpa
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