Börsenreaktion Apple-Aktie auf Talfahrt

Der Aktienkurs des wertvollsten Unternehmens der Welt fällt: Nach dem Chefwechsel trennen sich viele Anleger von den Titeln des Konzerns.
Von    
Traders an der New York Stock Exchange: Apple-Kursverluste nach Jobs-Rücktritt

Traders an der New York Stock Exchange: Apple-Kursverluste nach Jobs-Rücktritt

Foto: Richard Drew/ AP

Frankfurt am Main - Der Hype um iPads, iPhones und andere iProdukte hat sich für Apple gelohnt: Der Elektrokonzern ist derzeit das wertvollste Unternehmen der Welt. Vor einigen Tagen schaffte es das Unternehmen erstmals auch nach Börsenschluss mehr wert zu sein als der Ölmulti Exxon Mobil. Der Rücktritt von Steve Jobs als Unternehmenslenker von Apple drückt jetzt allerdings auf den Aktienkurs des Unternehmens.

Gegen 12.35 Uhr fielen der Preis für Apple-Papiere in Frankfurt am Main um 3,95 Prozent auf 248,00 Euro (350,38 US-Dollar). Die europäischen Aktienindizes hingegen stehen heute zumeist im Plus, der Frankfurter Aktienleitindex Dax  beispielsweise mit 0,6 Prozent, wodurch er am Mittag ein Niveau von 5715 Indexpunkten erreicht hat. "Apple ist Steve Jobs, und ohne Steve Jobs ist Apple nicht mehr Apple", kommentierte ein Händler die Apple-Kursverluste. "Für viele Anleger heißt das, sie trennen sich von den Aktien."

Die heutige Kursschwäche gilt manch anderen Aktienstrategen aber auch als Gelegenheit, günstig an die Titel des Unternehmens zu gelangen. Analyst Chris Whitmore von der Deutschen Bank  beispielsweise bewertet die Apple-Aktien weiterhin mit "Buy" und einem nur etwas niedrigeren Ziel von 500 Dollar. Tim Cook, der Nachfolger des bisherigen Konzernlenkers Jobs, sei überaus vertraut mit den Geschäftsplänen von Apple. Deshalb seien Apple-Titel weiter attraktiv.

Apple ist derzeit mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 300 Milliarden Dollar das das wertvollste börsennotierte Unternehmen weltweit. Erst vor wenigen Wochen war der US-Elektronikkonzern zur Nummer eins aufgestiegen, nachdem es den Ölkonzern Exxon vom Börsenthron verdrängt hatte. Zuvor, im vergangenen Jahr, hatte das Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino die damalige Nummer zwei Microsoft überholt, an deren Stuhl zwischenzeitlich auch IBM gesägt hatte.

Für Apple war der Titel die Krönung einer beeindruckenden Wiedergeburt unter der Führung von Mitgründer Steve Jobs.

Als der einst geschasste Jobs 1997 zu Apple zurückkam, steuerte das Unternehmen auf eine Pleite zu. Mit dem Computer iMac gelang es dem neuen Konzernchef, den Fall aufzuhalten. Mit dem 2001 vorgestellten und zunächst unterschätzten Musikplayer iPod eroberte Apple das Musikgeschäft. Das 2007 gestartete iPhone krempelte die Mobilfunkbranche um. Mit dem iPad dominiert Apple seit vergangenem Jahr den neuen Markt der Tabletcomputer und macht anderen PC-Herstellern zu schaffen.

Ähnlich imposant entwickelte sich in den vergangenen Jahren die Apple-Aktie. Vor zehn Jahren kostete das Papier weniger als zehn Dollar. Die 100-Dollar-Marke knackte Apple erst im Frühjahr 2007, wenige Wochen vor dem Start des iPhone. Im Sommer war sie dann bereits fast 150 Dollar wert und kratzte zum Jahresende an der 200er-Schwelle. Im Juli ging es hinauf bis auf fast 400 Dollar, bevor der Kurs im Zuge der Turbulenzen an den Finanzmärkten etwas absackte.

Exxon Mobil wurde hingegen stärker in den Strudel der weltweiten Konjunktursorgen gezogen, die Aktie schwingt oft mit dem Ölpreis mit. Im Frühjahr noch stieg das Papier zeitweise bis auf knapp 88 Dollar. In den vergangenen Wochen fiel es deutlich. Zuletzt kosteten die Exxon-Titel in Frankfurt 51 Euro.

kst/rtr/dpa-afx
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.