Fotostrecke

25 Prozent Minus im August: Die Dax-Werte im Vergleich

Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERS

Börse Anleger verlässt erneut der Mut

Deutliche Gewinne an der Wall Street hatten den Dax zeitweise um rund 2 Prozent in die Höhe getrieben. Doch als die US-Börsen ihre Gewinne reduzierten, knickte der deutsche Leitindex wieder ein und schloss unter der Marke von 5500 Zählern. Autotitel geraten erneut unter Druck.

Frankfurt am Main - Erneute Achterbahnfahrt an der Börse: Nach schwachem Beginn drehte der Dax am Mittag ins Plus und baute seine Gewinne am Nachmittag zeitweise auf knapp 2 Prozent (100 Punkte) aus. Doch mit den bröckelnden Kursgewinnen an der Wall Street war es mit der Zuversicht am deutschen Aktienmarkt schnell wieder vorbei - der Dax  fiel bis Xetra-Schluss wieder in die Verlustzone und schloss bei 5473 Punkten, ein Minus von 0,1 Prozent.

Bis zum Handelsschluss in Deutschland verteidigte der US-Leitindex Dow Jones  noch ein Plus von 0,4 Prozent, nachdem der Dow zum Start um 1,8 Prozent gestiegen war. Anleger setzen Marktteilnehmern zufolge wieder einmal auf die US-Notenbank Fed, deren Chef Ben Bernanke am Freitag eine Rede auf dem Notenbanktreffen in Jackson Hole halten wird.

Die Devisen-Experten der Commerzbank sehen die Woche "ganz im Zeichen" dieser Rede, zumal Bernanke im Vorjahr an gleicher Stelle eine zweite Runde quantitativer Lockerungen ("QE2") angekündigt habe. Da die Gefahr, in die Rezession abzugleiten, mindestens so groß wie damals sei, gehe es Bernanke wie einem Arzt, dessen Therapie nicht anschlägt. Die "Erhöhung der Dosis" - sprich die Ausweitung des Anleihenkaufprogramms - könne eine naheliegende Antwort sein.

Eon steigen nach Kaufempfehlung

Mangels kurstreibender Nachrichten sorgten Analystenkommentare für Bewegung. Eon (Kurswerte anzeigen) legten bis zum Nachmittag um knapp 6 Prozent zu, was am Markt mit Kaufempfehlungen einiger Analysten begründet wurde. Matthias Heck von Macquarie sprach von einer günstigen Bewertung der Aktien nach dem jüngsten Kurssturz und stufte die Titel auf "Outperform" hoch. Ferner hoben die Experten der US-Bank Merrill Lynch die Versorgertitel nach Händlerangaben auf "Buy". Im späten Handel bröckelten die Gewinne von Eon jedoch wieder ab.

Autoaktien zeigen Schwäche

Aktien aus der Autobranche gaben derweil überdurchschnittlich nach. Ein Analyst verwies als Grund auf die weiter schwelenden Sorgen um die Schuldenkrise und die Weltwirtschaft. "Autoaktien gelten als konjunkturanfälligere Werte", sagte er im Hinblick darauf, dass sich die Sorgen auf den privaten Konsum niederschlagen könnten.

Aktien von BMW (Kurswerte anzeigen) rutschten um mehr als 4 Prozent ab und gehörten zu den größten Verlierern im Dax, Daimler (Kurswerte anzeigen) rutschten um rund 2 Prozent ins Minus.

Verlierer im Dax waren auch die Aktien von HeidelbergCement (Kurswerte anzeigen), die rund 4 Prozent leichter notierten, ohne dass es fundamental neue Nachrichten bei dem Zementhersteller gab.

Übernahmefantasie treiben QSC

Im MDax (Kurswerte anzeigen) waren die Titel von Deutsche Euroshop (Kurswerte anzeigen)nach einer Hochstufung seitens der Schweizer Großbank UBS unter den besseren Werten zu finden. Analyst Kristian Bandy begründete dies mit überraschend guten Quartalszahlen. Die geplanten Akquisitionen dürften seiner Einschätzung nach zusätzliches Gewinnwachstum zur Folge haben.

Ölpreis gibt nach - Wiederaufnahme der Produktion in Libyen erwartet

Die Erfolge der libyschen Rebellen gegen Machthaber Muammar al Gaddafi lassen den Ölpreis fallen: Die Nordseesorte Brent verbilligte sich am Montag zeitweise auf 105 Dollar pro Barrel (159 Liter), rund 3 Dollar weniger als am Freitag. Später erholte sich der Preis jedoch wieder auf 107 Dollar.

Die libyschen Ölexporte waren im Frühjahr wegen des Bürgerkrieges weitgehend gestoppt worden. Nach einer Machtübernahme der Rebellen und der Einstellung der Kämpfe könnten die Pumpen wieder anlaufen. Die Rebellen hatten in der Nacht zum Montag weite Teile der Hauptstadt Tripolis unter ihre Kontrolle gebracht.

Libyen war vor Beginn der Kämpfe einer der wichtigsten Erdölproduzenten der Welt und hat mit 5,7 Milliarden Tonnen die größten Reserven in Afrika. Libysches Öl gilt als sehr hochwertig, viel davon wurde nach Europa exportiert. Libyen war bisher der fünftwichtigste Lieferant von Rohöl für Deutschland. 2010 flossen 6,6 Millionen Tonnen von dort in die Bundesrepublik. Größter Lieferant war Russland mit über 35 Millionen Tonnen.

la/reuters/dpa-afx
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.