Air-Berlin-Aktie Rücktritt verpufft

Der Rücktritt des Chefs hat den Kurs der Air-Berlin-Aktie nur kurzfristig angetrieben. Unter den Anlegern macht sich Ernüchterung breit.
Air-Berlin-Flieger in Berlin: Nach dem kurzzeitigen Höhenflug befindet sich die Aktie wieder auf Talfahrt

Air-Berlin-Flieger in Berlin: Nach dem kurzzeitigen Höhenflug befindet sich die Aktie wieder auf Talfahrt

Foto: dapd

Frankfurt am Main - Gegen Mittag verloren die Titel von Air Berlin  in einem sehr schwachen Gesamtmarkt 2,19 Prozent auf 2,50 Euro, nachdem sie zwischenzeitlich ein Plus von mehr als 4 Prozent verbucht hatten. Der SDax hingegen fiel zuletzt um 2,20 Prozent auf 4429 Punkte.

Grund des kurzen Ausflugs in die Gewinnzone war Börsianern zufolge die Meldung, dass Vorstandschef Joachim Hunold seinen Posten zum 1. September niederlegen will. Das kündigte er in einer Telefonkonferenz an. Ein Börsianer meinte, dies habe möglicherweise Übernahmefantasie in die Aktie gebracht, da Hunold als Garant für eine Selbständigkeit von Air Berlin gesehen worden sei. Aus seiner Sicht könnten Lufthansa oder Ryanair Interesse an der Fluglinie zeigen.

Analyst Herr Per-Ola Hellgren von der Landesbank Baden-Württemberg sagte zu der Meldung: "Über einen Rücktritt von Herrn Hunold wurde bereits seit längerer Zeit spekuliert. Insofern kommt diese Ankündigung nicht überraschend. Es ist auch nicht überraschend, dass ein Vorstandsvorsitzender seinen Rücktritt anbietet, wenn es seinem Unternehmen nicht gut geht.

Zuvor hatte Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin mitgeteilt, wegen steigender Kosten den Sparkurs zu verschärfen. Zudem sollen die Kapazitäten um rund 5 Prozent zurückgefahren werden, etwa indem unrentable Routen eingestellt werden. Dabei soll es vor allem um innerdeutsche und innereuropäische Strecken gehen. Johannes Braun von der Commerzbank hält an seinem "Hold"-Votum für die Papiere von Air Berlin fest und nennt weiterhin ein Kursziel von 2,30 Euro.

mg/dpa-afx
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